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Dortmund reagiert schmallippig. "Ich weiß nicht, was ihn bewegt, sich Gedanken über den BVB zu machen - aber das Recht bleibt ihm unbenommen", sagt Watzke der "Bild"

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat unter der sportlichen Krise des BVB in den vergangenen Monaten sehr gelitten.

"Es nimmt mich extrem mit", sagte Watzke im Gespräch mit den "Ruhr Nachrichten".

Während dieser Zeit habe man alles analysiert, was man analysieren könne, sagte Watzke: "Jürgen Klopp, Michael Zorc und ich sind noch enger zusammengerückt, haben noch mehr diskutiert."

Das Ergebnis sei immer das gleiche gewesen - zu viele Langzeitverletzte, Spieler außer Form im Dauereinsatz, zu wenig Alternativen: "Es war eine unfassbare Abfolge", sagte Watzke.

Dennoch habe die Situation auch etwas Gutes gehabt: "Es wird honoriert, wie wir mit der Krise umgegangen sind. Das Vertrauen, das die Fans der Mannschaft gegeben haben, wirkt."

An Trainer Jürgen Klopp habe ihm gefallen, dass der Coach auch in der Krise authentisch geblieben sei.

"Ich fand es sehr ehrlich, dass Jürgen den Leuten den Eindruck vermittelt hat, dass ihn die Situation sehr angreift", sagte Watzke. Bei anderen Vereinen, "läge jetzt so mancher Kopf auf der Straße".

Wirtschaftlich sieht der BVB-Boss den Verein "so stark, wie Borussia Dortmund nie zuvor war. Nicht einmal im Ansatz. Das ist ein Faustpfand."

Der Verein sei schuldenfrei: "Wir müssen keine Zinsen mehr zahlen, keine Tilgungen mehr leisten. Nullkommanull! Das wird dazu führen, dass wir den Etat anheben können."

Die Fans müssten sich auch dann keine Gedanken machen, wenn dem Verein in einer Saison die Einnahmen aus dem Europapokal fehlen sollten.

Die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb könne jedoch helfen, beispielsweise einen Spieler wie Marco Reus längerfristig zu binden, sagte Watzke.

Der Nationalspieler darf den Verein zum Saisonende für die festgeschriebene Ablösesumme von 25 Millionen Euro verlassen.

Entscheidend für seinen Verbleib in Dortmund sei aber nicht alleine die Teilnahme an der Champions League, glaubt Watzke: "Fakt ist, dass er eine sehr hohe Identifikation mit der Stadt, vor allem aber mit dem BVB hat. Es ist eine ganze Menge, was wir in die Waagschale werfen können. Dass er sich leichter tun würde, hier zu bleiben, wenn wir dauerhaft international vertreten wären, ist aber nicht zu leugnen."

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