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Thomas Berthold sieht in Dortmund die Spieler in der Pflicht und fordert ein Umdenken. Jürgen Klopps Rücktritt sei keine Option.

Hallo Fußball-Freunde,

Borussia Dortmund ist nach der Niederlage in Frankfurt Tabellenletzter. Nur 11 Punkte nach 13 Spieltagen - das ist alarmierend.

Spieler und Trainer sitzen in einem Boot. Sie müssen jetzt den Arsch in der Hose haben, da unten raus zu kommen. Das gilt vor allem für die Spieler.

Sie müssen das Glück jetzt erzwingen.

Eine große Problemstelle ist die Abwehr. Dass die Innenverteidigung häufig in neuer Formation auflaufen muss, ist nicht förderlich. In Frankfurt hat Matthias Ginter gepatzt. Er ist ein junger Kerl, der aus dem beschaulichen Freiburg zu einem großen Klub gewechselt ist. An der Umstellung hat er zu knabbern.

Und vorne fehlt die Effektivität. Die Spieler müssen in ihre Köpfe bekommen, dass es keinen Schönheitswettbewerb zu gewinnen gibt. Hacke, Spitze ist in dieser Situation nicht angebracht. Jetzt gilt es einfachen, effektiven Fußball zu spielen.

Dass die Fans nun ungehalten werden, ist nachvollziehbar.

Jetzt stellt sich die Charakterfrage. Die Spieler müssen Farbe bekennen - Trainer und Taktik hin oder her.

Ein ähnliches Szenario wie in Stuttgart, wo Armin Veh selbst gegangen ist, kann ich mir bei Jürgen Klopp nicht vorstellen.

Es ist natürlich, dass sich Trainer und Verantwortliche im sportlichen Bereich hinterfragen.

Aber jetzt zu viel zu ändern, ist gar nicht gut.

Wenn man zu viele Ideen einbringt, um die Krise zu meistern, geht der Rhythmus noch mehr verloren. Wenn der Intellekt zu viele Impulse bekommt, ist das eher hinderlich.

Deshalb mein Rat: Der Kopf muss mal durchgepustet werden. Die Spieler müssen wieder mit Spaß auf den Platz gehen.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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