vergrößernverkleinern
Ottmar Hitzfeld | Jürgen Klopp
Ottmar Hitzfeld und Jürgen Klopp wurden als Trainer mit dem BVB Meister

München - Borussia Dortmund steckt mitten im Abstiegskampf. Ex-Coach Ottmar Hitzfeld stärkt seinem Nachfolger bei SPORT1 aber den Rücken.

Borussia Dortmund steckt in der größten sportlichen Krise seit Jahren, erstmals seit 2007 ist der achtmalige deutsche Meister Tabellenletzter.

Damals retteten sich die Schwarz-Gelben am Ende als 13. nur knapp vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit, auch diesmal erklärt Sportdirektor Michael Zorc: "Wir sind mitten im Abstiegskampf angekommen."

Doch der erfolgreichste Trainer der Dortmunder Vereinsgeschichte stärkt seinem in die Kritik geratenen Nachfolger Jürgen Klopp den Rücken. Er mache sich keine Sorgen, dass der BVB absteigen könne, sagte Ottmar Hitzfeld SPORT1.

Hitzfeld: Europacup noch immer möglich

"Ich habe volles Vertrauen in die Fähigkeiten von Jürgen Klopp. Er wird die Mannschaft aus dieser Situation herausführen und noch einen internationalen Tabellenplatz in Angriff nehmen?", meinte der 65-Jährige, der die Borussen zu zwei Meisterschaften und dem Champions-League-Triumph 1997 führte.

Allerdings legte der "Sky"-Experte auch den Finger in die Wunde: "Die Mannschaft hat keine Stabilität. Eine Mannschaft entwickelt sich mit Siegen weiter, das steigert das Selbstvertrauen und die Automatismen greifen. Man spürt nun, dass der ein oder andere Dortmunder im Spiel länger überlegt. Darum gibt es diese Ausfälle im Dortmunder Spiel: Sei es in der Chancenverwertung oder im Abwehrbereich."

Trotzdem sei die Krise für ihn ein Rätsel, ergänzte Hitzfeld, da der Double-Gewinner von 2012 nach wie vor über ein hochkarätiges Team verfüge. Auch Klopp selber machte nach der 0:2-Pleite am Sonntag in Frankfurt einen entsprechend angeschlagenen und ratlosen Eindruck.

Klopp wieder kämpferisch

Doch einen Tag später gab sich der BVB-Coach bei einer Podiumsdiskussion an gleicher Stelle wieder selbstbewusst. "Ich bin ein Kämpfer?, erklärte Klopp und schloss einen Rücktritt kategorisch aus.

"Ich mache das ganz oder gar nicht. Und solange der BVB das auch möchte, stehe ich komplett zur Verfügung. Das ist wie in einer Ehe - man hält zusammen in guten wie in schlechten Zeiten", betonte der 47-Jährige.

Am Dienstag herrschte dann schon fast wieder Normalbetrieb in Dortmund und die Laune war beim traditionellen Besuch vor Weihnachten in der städtischen Kinderklinik bereits deutlich besser als zu Wochenbeginn.

Klarer Auftrag an die Mannschaft

"Die Freude bei den Kindern zu sehen, das überdeckt viele Dinge, die uns im Moment beschäftigen. Natürlich werden wir versuchen, am Wochenende drei Punkte zu holen, weil wir den Auftrag auch von den Kindern bekommen haben. Aber man lernt eben auch, dass es wichtigere Dinge gibt als Fußball", sagte Kapitän Sebastian Kehl danach.

Ab sofort gelte aber die volle Konzentration dem Heimspiel am Freitagabend gegen Hoffenheim: "Wir werden uns am Wochenende zerreißen, um endlich mal wieder drei Punkte zu sammeln und nicht nur den Kindern, sondern auch uns ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern."

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel