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Mats Hummels steht noch bis 2017 bei Borussia Dortmund unter Vertrag
Mats Hummels steht gegen 1899 Hoffenheim vor dem Comeback © getty

München - Wenn der Kapitän in der Startelf steht, spielt Borussia Dortmund besser - nur nicht aktuell. Gegen 1899 Hoffenheim muss Hummels aber ran.

72-mal hat Jürgen Klopp seit dem Champions-League-Finale 2013 in Pflichtspielen seine Viererkette verändert. Falls Mats Hummels am Freitag von Beginn an spielt, zählen die Statistiker das 73. Mal.

Vier Wochen nach seiner Bänderdehnung im rechten Fuß stehen die Zeichen auf Einsatz, auch wenn sich Jürgen Klopp am Mittwoch noch bedeckt hielt. "Er ist wieder im Training", verriet er lediglich. Und: "Wir haben wieder mehr Möglichkeiten und werden versuchen, sie zu nutzen."

Dass Hummels gegen 1899 Hoffenheim (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und im Sportradio SPORT1.fm) im Kader steht, ist also sicher.

Für Dortmund wäre es eine gute Nachricht, wenn er von Beginn an auflaufen würde.

Wichtig vorne und hinten

Denn der Kapitän ist und bleibt der Führungs- und Aufbauspieler in der Dortmunder Hintermannschaft. Er ordnet die Kette, er setzt nach vorne Impulse, er sorgt bei Standards für Torgefahr. In erster Linie verhindert er aber durch seine Zweikampf- und Kopfballstärke Tore des Gegners.

Und in einer Situation wie der jetzigen hat Hummels auch die nötige Erfahrung, um mit dem immensen Druck zurechtzukommen.

Hummels als wichtiger Faktor bei der WM

Hummels ist nicht nur Meister, Pokalsieger, sondern seit diesem Sommer auch Weltmeister. Er hat als Stabilisator der Abwehr einen großen Beitrag zum Titelgewinn geleistet.

Jetzt heißt die Mission, Dortmund so schnell wie möglich unten herauszuführen. Zuletzt hat Hummels seinem Coach im Hinblick auf einen möglichen Rücktritt den Rücken gestärkt: "Ich halte es für ziemlich ausgeschlossen, dass er so fühlen könnte - weil auch keiner in der Mannschaft so fühlt."

Abwehrreihe von Wembley

Theoretisch stände dem BVB gegen Hoffenheim sogar die gleiche Abwehrreihe wie am 25. Mai 2013 in Wembley zur Verfügung.

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Lukas Piszczek ist wieder fit, Neven Subotic wird aufgrund der Verletzung von Sokratis wohl ohnehin beginnen. Nur Marcel Schmelzer kommt wohl nicht an Eric Durm vorbei, der neuen Nummer eins auf der linken Abwehrseite.

Immerhin ein paar positive Nachrichten also in Dortmund. Ob damit nun wirklich alles besser wird, bleibt abzuwarten.

Die Hummels-Regel (und ihre Ausnahme)

Denn die Abwehr war in dieser Saison - völlig untypisch - auch mit Hummels nicht immer sattelfest. Genau genommen hat Dortmund in dieser Saison sogar alle fünf Spiele verloren, bei denen der 25-Jährige in der Startelf stand.

Das widerspricht den Statistiken aus den Vorjahren, wonach Dortmund mit Hummels eindeutig erfolgreicher spielt als ohne ihn.

Das ist die Hummels-Regel. Hummels ist der Erfolgsgarant in Dortmunds Abwehr.

Trotzdem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass ein angeschlagener Hummels nicht immer die beste Lösung ist. Auch in dieser Saison spielte er eigentlich immer mit Blessuren.

Sokratis verletzt, Ginter verunsichert

Vor dem Hoffenheim-Spiel sind die Alternativen in der Innenverteidigung rar. Sokratis hat einen Wadenbeinbruch und Matthias Ginter ist völlig verunsichert, wie sich erst beim zweiten Gegentor in Frankfurt zeigte, das er quasi allein verschuldete.

Das lässt den Schluss zu: Klopp wird im Zweifel auf Hummels setzen - und er ist wohl tatsächlich die beste Option, auch wenn er nicht zu 100 Prozent fit ist.

Die Dortmunder Abwehr ist mit vier Innenverteidigern und vier Außenverteidigern von internationalem Format eigentlich auf jeder Abwehrposition doppelt besetzt.

Hummels als Erfolgskonstante?

Aber Verletzungen, Formschwankungen und individuelle Fehler würfeln die Hintermannschaft immer wieder durcheinander.

Viel wird davon abhängen, ob Hummels nach der WM nun erstmals richtig in seinen Rhythmus findet und damit die Konstanz in die BVB-Abwehr zurückbringt.

Hummels als Erfolgskonstante. Und gegen die Inkonstanz. Jürgen Klopp hätte dann eine Sorge weniger.

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