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Josip Drmic Bayer Leverkusen Jubel
Josip Drmic hat bei Bayer Leverkusen einen Vertrag bis 2019 © getty

München - Vor dem Spiel beim FC Bayern spricht Leverkusens Stürmer Josip Drmic bei SPORT1 über seine Situation, den Gegner und Guardiola.

Für Josip Drmic war es ein Jahr mit Höhen und Tiefen.

Erst war da der Durchbruch bei seinem Ex-Klub, dem 1. FC Nürnberg, dann der bittere Abstieg mit den Franken, anschließend die WM-Teilnahme mit der Schweiz in Brasilien - und schließlich der Wechsel zu Bayer Leverkusen.

Eine emotionale Achterbahnfahrt. Die ersten Monate im neuen Verein jedoch verliefen für den 22-Jährigen nicht gerade glücklich. Drmic, der beim Club in 33 Spielen 17 Tore erzielte, fand sich bei Bayer zumeist auf der Bank wieder.

Zu groß war die Konkurrenz im Sturm mit Stefan Kießling. Doch Drmic gab nicht auf und kämpfte verbissen.

Mit Erfolg, denn am letzten Spieltag kam er gegen den 1. FC Köln für Kießling in die Partie und traf gleich doppelt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Ein Neubeginn? Vor dem Spiel am Samstag beim FC Bayern (ab 18 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVE-TICKER auf SPORT1.de) spricht Drmic im SPORT1-Interview über seine Situation, den Rekordmeister und FCB-Coach Pep Guardiola.

SPORT1: Herr Drmic, zwei Tore und ein Assist im Spiel gegen die Kölner. Ist der Knoten endlich geplatzt?

Josip Drmic: Der Knoten ist schon länger geplatzt, denn ich habe schließlich schon gegen den VfL Wolfsburg getroffen. Ich hatte allerdings bislang hier in Leverkusen nicht so viele Spielanteile, weil die Konkurrenz sehr groß ist. Aber ich denke, dass sich meine Situation durch die zwei Tore gegen den FC verbessert hat, denn ich habe letzte Woche meine Chancen genutzt, als ich für Stefan ins Spiel kam.

SPORT1: Sie waren die letzten Monate nur Reservist. Eine harte Zeit, oder?

Drmic: Es war nicht schön, immer nur auf der Bank zu sitzen. Solch eine Situation macht einen Fußballer natürlich unzufrieden. Als ich nach Leverkusen wechselte, hatte ich mir das schon anders vorgestellt. Ich hatte mit mehr Spielen gerechnet, aber es ging erst einmal in die andere Richtung. Ich musste geduldig bleiben, musste im Training immer wieder Gas geben und zeigen, dass ich mich aufdrängen kann.

SPORT1: In Nürnberg waren Sie der Star in der Mannschaft.

Drmic: In Nürnberg hatte ich mir in einer Saison etwas aufgebaut und einen Namen gemacht. Durch meine Leistungen konnte ich auch mit zur WM fahren und dort zeigen, was ich kann. Ich danke dem 1. FC Nürnberg heute noch, dass man mir dort viel Vertrauen in meine Stärke schenkte, so dass ich dort zum Stammspieler wurde. In Leverkusen herrscht allerdings ein ganz anderer Konkurrenzkampf. Auf der Bank zu sitzen, tat natürlich weh - zumal ich auch meinen Platz in der Nationalmannschaft vorerst verloren hatte.

SPORT1: Zuletzt war vom Interesse von Werder Bremen und vom Hamburger SV zu lesen. Wäre das reizvoll für Sie, sollten Sie in Leverkusen über die Rolle des Reservisten nicht hinweggekommen?

Drmic: Ich habe von dem Interesse auch gehört, aber das ist jetzt kein Thema. Natürlich sind das zwei große Klubs, wenn sie auch momentan in der Tabelle nicht so gut dastehen. Aber ich bin weiterhin davon überzeugt, dass ich mich bei Bayer 04 durchsetze. Die Konkurrenz ist groß und natürlich bin ich glücklicher, wenn ich regelmäßig zeigen darf, was ich drauf habe.

SPORT1: Das war gegen Köln zu sehen. Haben Sie sich da für die Bayern warmgeschossen?

Drmic: (lacht) Könnte man meinen. Ich hoffe es zumindest. Natürlich wird es gegen die Bayern sehr schwer und ich hoffe, dass ich da weitermachen kann, wo ich gegen Köln aufgehört habe. Das wäre ein Traum. Tore gegen Bayern sind besondere Tore. Ich habe mit dem Doppelpack im letzten Spiel ein Zeichen gesetzt und Selbstvertrauen getankt. Das sollen die Bayern spüren. Ich habe schon mit Nürnberg gegen Bayern gespielt und weiß, dass das ein großer Kampf wird. Ich bin bereit für die Bayern und für diese Liga.

SPORT1: Gibt es eine kleine Kampfansage an die Münchner?

Drmic: (schmunzelt) Das nicht, aber ich kann sagen, dass wir alle versuchen werden, denen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Wir werden kein bequemer Gegner sein. Wir wissen, was wir drauf haben und werden versuchen, mit unserer Qualität die Bayern zu bezwingen. Die sind Favorit, aber wir wollen zeigen, dass Bayern uns zu recht nicht unterschätzen darf.

SPORT1: Solche Sätze hörte man in den letzten Jahren immer wieder aus Leverkusen, doch von den letzten zehn Spielen in München gab es nur ein Remis und einen Sieg für Bayer.

Drmic: Ich glaube, dass nicht viele Bundesliga-Klubs eine bessere Bilanz in München haben werden. Aber warum sollen wir diese Bilanz nicht verbessern können? Bei Bayern zu spielen ist kein Spaziergang. Viele Experten denken doch schon vor dem Spiel, dass wir verlieren werden, aber genau das kann unsere Chance sein. Wir haben einen neuen Trainer, eine neue Mannschaft und werden alles in die Waagschale werfen, was wir haben. Es wird auf jeden Fall ein spannendes Spiel.

SPORT1: Viele sehen in Bayern-Coach Pep Guardiola ein Genie. Sie auch?

Drmic: Er wäre nicht bei Bayern, wenn er kein großer Trainer wäre. Er ist zu unglaublichen Sachen fähig. Auch zu neuen Dingen, mit denen keiner rechnet. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er uns im Vorfeld sehr gut analysiert hat und auf uns top vorbereitet sein wird. Pep Guardiola wird sein Team so heiß machen, dass die uns auch einiges abverlangen.

SPORT1: Abschließende Frage: Hat Leverkusen das Zeug für ganz oben?

Drmic: Auf jeden Fall. Dass wir vorne mitspielen können, das hat Leverkusen schon die letzten Jahre gezeigt. Wir wollen das, müssen nur eine noch konstanter werden in unseren Leistungen. Auch in der Champions League konnte man sehen, zu was wir fähig sind.

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