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Eric Maxim Choupo-Moting traf gegen den VfB Stuttgart dreimal
Eric Maxim Choupo-Moting traf gegen den VfB Stuttgart dreimal © Getty Images

Stuttgart - Der Schalker Stürmer bringt dem VfB Stuttgart die Krise zurück. Die erschreckend schwachen Schwaben spielen wie ein Absteiger.

Schalke 04 hat seinem Jahrhunderttrainer Huub Stevens das Heim-Comeback beim VfB Stuttgart gründlich verdorben.

Die Königsblauen erteilten den Schwaben beim ungefährdeten 4:0 (3:0) in jeder Hinsicht eine Lektion und tankten vor dem entscheidenden Champions-League-Gruppenspiel bei NK Maribor am Mittwoch wichtiges Selbstvertrauen.

Mit drei Toren ragte Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting (1., 21., 61.) gegen erschreckend schwache Stuttgarter heraus.

Während sich das Team von Roberto Di Matteo in der Fußball-Bundesliga mit dem dritten Sieg in Folge wieder in Reichweite zu Rang drei brachte, ist der VfB nach einer abstiegsreifen Leistung nun Tabellenletzter.

Das äußerst fahrige Defensivverhalten des VfB nutzte dann in der zehnten Minute Max Meyer entschlossen zum 2:0.

Das Zuspiel dazu kam vom nicht zu bremsenden Choupo-Moting, der nach einer Ecke in der 21. Minute mutterseelenallein zum 3:0 einköpfen durfte und nochmals per Kopf in der 61. Minute zum bereits achten Mal in dieser Saison traf.

Nur Einzelaktionen

Davon, dass Schalke im eigenen Stadion einer der Lieblingsgegner der Schwaben ist, war nichts zu sehen (DIASHOW: Die Bilder des 14. Spieltags).

Der VfB, der gegen keinen anderen Klub mehr Bundesligasiege errungen hat, fand keine Mittel, die hoch stehenden Schalker wirkungsvoll auszuhebeln.

Bestenfalls mit Einzelaktionen, wie beim Schuss von Sercan Sararer (12.), vermochte die Stevens-Elf ab und an Gefahr zu erzeugen.

Schalker Blitzstart

Stuttgart und Stevens, der am Dienstag vor einer Woche das Traineramt von Armin Veh übernommen und in Freiburg beim 4:1 ein erfolgreiches Comeback gefeiert hatte, stößt diese empfindliche Schlappe wieder tief in die Krise.

Durch einen Schalker Blitzstart wurde Stevens' Elf gleich kalt erwischt. Nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta verlängerte Choupo-Moting den Ball unerreichbar.

Unterirdische Vorstellung

Spätestens das dritte Gegentor drückte dann auch merklich auf das Selbstbewusstsein. Der VfB-Anhang quittierte die unterirdische Vorstellung schon zur Halbzeit mit wütenden Pfiffen.

"Wir haben bei den Standardsituationen ganz schlecht ausgesehen. Zwei Mal war es mein Gegenspieler, das muss ich auf mich nehmen. Da haben wir das Spiel verloren", meinte der Österreicher Martin Harnik nach der Pleite bei "Sky". "Wenn ich ihn störe, hat er es schwerer. Die Situation ändert sich nicht in zwei Spielen. Das wird eine lange Saison im Abstiegskampf."

Der 27-jährige Harnik hatte als eigentlich eingeteilter Bewacher den Kameruner zwei Mal sträflich ziehen lassen.

Schalke steht souverän

Schalke stand vor 44.700 Zuschauern indes souverän, setzte gegen die orientierungslosen Stuttgarter immer wieder gezielte Angriffe und war vor allem bei Standards mindestens eine Klasse besser.

Es brauchte noch nicht einmal das Gespür von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, schon Choupo-Moting war zuviel für die VfB-Deckung um Nationalspieler Antonio Rüdiger (Die große Choupo-Moting-Show - die Highlights auf SPORT1.fm).

Nach einer halben Stunde versuchte Stevens diese durch die Hereinnahme von Daniel Schwaab wenigstens etwas zu stabilisieren.

Schwaab (40.) verhinderte dann immerhin vor Huntelaar nach einer Hereingabe von Meyer das 0:4. Nach der anschließenden Ecke wehrte zudem VfB-Keeper Sven Ulreich (41.) reflexartig gegen den Niederländer ab.

Barnetta glänzt

Und wieder nur eine Minute danach - erneut ging eine Ecke voraus - köpfte Huntelaar freistehend über das Tor. Bei den Schalkern fielen die teils gravierenden Ausfälle überhaupt nicht ins Gewicht.

Insgesamt zehn Spieler, darunter zentrale Figuren wie Kevin-Prince Boateng (rechtes Sprunggelenk) oder Julian Draxler (Sehnenteilriss), standen Di Matteo nicht zur Verfügung.

Barnetta ersetzte überdies den gelbgesperrten Marco Höger glänzend.

Rüdiger verletzt sich

Beim VfB ist die Stimmung nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag beim SC Freiburg schon wieder am Boden.

"Wir haben das Spiel durch die Standards verloren. Da waren wir richtig schlecht heute. Dann war unser gesamtes Konzept über den Haufen geworfen", sagte Torwart Sven Ulreich bei "Sky" und ergänzte auf die Pfiffe der Fans angesprochen: "Seit Jahren spielen wir gegen den Abstieg. Ich kann die Fans verstehen. Abstiegskampf ist einfach scheiße."

Noch beim wichtigen 3:1 im zurückliegenden April, das dem VfB in der vergangenen Saison den Klassenerhalt brachte, hatte der damalige Retter Stevens seiner alten Liebe die Laune vermiest. Diesmal fand der Niederländer auch in der Pause kein Rezept mehr, auch wenn sich seine Mannschaft zu Beginn des zweiten Durchgangs noch ein wenig aufbäumte.

Das 4:0 von Choupo-Moting raubte jeden verbliebenen Hoffnungsschimmer. Schließlich verletzte sich auch noch Nationalverteidiger Rüdiger bei einer Flanke schwer am Knie. Eine Diagnose steht noch aus. Dem VfB aber drohen ohnehin schwere Wochen.

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