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Roman Weidenfeller saß vergangenen Freitag gegen Hoffenheim nur auf der Bank
Weltmeister Roman Weidenfeller muss etwa auf der Bank Platz nehmen. Der Torwart patzte zuletzt das ein oder andere Mal. Mitchell Langerak übernimmt seinen Platz, Weidenfeller muss ich mit der ungewohnten Umgebung erst anfreunden © getty

SPORT1-Experte Thomas Helmer ist überrascht vom Torwartwechsel in Dortmund und lobt den Schalker Taktikfuchs.

Hallo Fußball-Freunde,

dass Jürgen Klopp Torwart Roman Weidenfeller gegen 1899 Hoffenheim auf die Bank gesetzt hat, ist schon ein Hammer. Schließlich war er bei der WM dabei und darf sich deshalb auch Weltmeister nennen.

Das Problem ist aber, dass wir gar nicht beurteilen können, ob der Wechsel gut war. Die Hoffenheimer haben bei ihrer 0:1-Niederlage ja kein einziges Mal aufs Tor geschossen. Ich glaube, dass es Stress gab, weil Jürgen ihm die Entscheidung nicht mal in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt hat.

Mats Hummels hat es sehr gut gemacht. Der Druck für ihn war schon ziemlich groß. Alle wollten sich an ihm aufrichten, aber er war ja selber lange verletzt und wusste gar nicht, wo er steht. Er hat Dortmund wieder Stabilität gegeben.

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Ich glaube, dass sich beim Revierrivalen Schalke die Umstellung auf eine Dreierkette bewährt hat. Dadurch können die Außen Christian Fuchs und Atsuto Uchida ständig nach vorne marschieren. In der Defensive ist es dann eine kompakte Fünferkette. Das ist im Moment anscheinend die richtige Taktik. Das muss man dem Trainer hoch anrechnen.

In Stuttgart fehlt nach wie vor die Qualität, aber auch die Stabilität in der Mannschaft. Sie bekommen ja nicht immer nur ein Gegentor, sondern sie brechen regelmäßig ein. In der Innenverteidigung sind nur junge, unerfahrene Spieler. Die Älteren haben so viel mit sich selbst zu tun, dass sie den Jungen nicht helfen können.

Ganz anders die Augsburger und die Wolfsburger.

In Augsburg passt derzeit alles zusammen - nicht nur auf dem Feld. Stefan Reuter hat ein gutes Team, gute Scouts um sich herum. Und wenn das Team funktioniert, dann ist es für Stefan Reuter auch leichter.

Die Wolfsburger haben einen sehr guten Kader. Die Mannschaft spielt auch sehr gut. Kevin de Bruyne allein hat schon eine unfassbare Qualität. Ricardo Rodriguez ist einer der besten Linksverteidiger der Liga, Innenverteidiger Robin Knoche hat sich neben Naldo stabilisiert, Joshua Guilavogui spielt überragend auf der Sechs, auch Vieirinha kann überall spielen. Er ist sehr flexibel.

Die Bayern thronen aber weiter über allen. Pep Guardiola hat bei Leverkusen in der Abwehr die größten Schwächen gesehen und sich deshalb für eine Taktik mit fünf offensiven Kräften entschieden.

Viele Mannschaften spielen eine gute Halbzeit gegen die Bayern. Auch die Leverkusener haben das wieder hinbekommen. Man muss einfach mal wieder gegen die Bayern gewinnen, damit man dem Rest der Liga auch zeigt, dass es geht.

Bis zum nächsten Mal, Euer Thomas Helmer

Ex-Nationalspieler Thomas Helmer tritt als Experte im Volkswagen Doppelpass auf und wechselt sich bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Mario Basler und Thomas Strunz ab.

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