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Der Hamburger SV feierte gegen Mainz den dritten Heimsieg in Folge. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 14. Spieltags
Der Hamburger SV feierte gegen Mainz den dritten Heimsieg in Folge. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 14. Spieltags © getty

Hamburg - Hamburg muss trotz Überlegenheit gegen Mainz bis zum Ende zittern. Es gibt mehr Baustellen. Der FSV-Manager kündigt Folgen an.

Rafael van der Vaart konnte sich im Überschwang der Erleichterung nicht entscheiden. Abwechselnd reckte der Niederländer die Faust, den Daumen oder zwei zum Herzen geformte Hände in Richtung Tribüne.

Nach dem 2:1 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 (Bericht), nach 88 guten Minuten und einer gefühlt endlosen Nachspielzeit voller Zittern war die Freude beim Hamburger SV riesig.

"Wir hatten am Ende auch ein bisschen das Glück auf unserer Seite. Aber wir haben bis zum Ende gekämpft und insgesamt verdient gewonnen", sagte van der Vaart nach dem Verlassen der Abstiegsplätze bei "Sky". "Ich freue mich für die Fans, dass wir wieder gewonnen haben."

Es war der dritte Heimerfolg in Serie, doch ohne Drama geht es beim HSV offenbar nicht.

Unnötige Zitterpartie

Nach den Toren des brasilianischen Verteidigers Cleber (32.) und einem sicher verwandelten Handelfmeter van der Vaarts (54. ) schien das Spiel gelaufen.

Die Erleichterung bei den HSV-Fans unter den 45.968 Zuschauern war schon deutlich zu spüren. (Die Highlights der Partie zum Nachhören auf SPORT1.fm)

Doch nach dem Anschlusstor von Shinji Okazaki (89.) mussten sie aber nochmal kräftig zittern, in der vierten Minute der Nachspielzeit köpfte Okazaki nochmal knapp daneben.

Dabei hätte es gar nicht erst zu jenem Drama kommen müssen. Denn der HSV diktierte das Geschehen, spielte munter nach vorne - und vergab aussichtsreiche Chancen.

Ein Kopfball von Pierre-Michel Lasogga landete auf dem Tornetz (51.). Artjoms Rudnevs scheiterte freistehend (56.). Johan Djourou köpfte nicht platziert genug (71.). Bis Mainz kurz vor Schluss plötzlich aufdrehte.

In der Fremde drückt der Schuh

"Das alleine tut aber auch gut, mal sagen zu können, dass wir das dritte oder vierte Tor hätten machen müssen", meinte Trainer Joe Zinnbauer.

Dennoch betonte van der Vaart: "Jetzt müssen wir auch mal nachlegen, um da rauszukommen."

Und das ist der Knackpunkt: Zu Hause zuletzt stark, doch in der Fremde sind die Hanseaten das schwächte Team der Liga: Mit nur einem Sieg und erst einem Remis ist der HSV Letzter in der Auswärtstabelle.

Der Blick geht schon Richtung Freiburg

Zinnbauer wollte die Euphorie nach dem dritten Heimsieg in Serie vermutlich deshalb nicht zu groß werden lassen.

"Das Spiel war okay, aber das haken wir sofort ab", sagte er. Und nahm zufrieden zur Kenntnis, "dass sich die Mannschaft direkt in der Kabine schon auf den nächsten Gegner am kommenden Wochenende, den SC Freiburg eingeschworen hat".

Die "Humba" und eine Ehrenrunde ließen sich die Hamburger zuvor dennoch nicht neben.

Allagui hadert mit dem Referee

Währenddessen mussten sich die Mainzer Loris Karius, Johannes Geis und Sami Allagui am Zaun ersten Fragen der Fans stellen.

"Es gab Gesprächsbedarf, aber nix Großartiges. Es war einfach zu wenig heute", sagte Allagui, dessen Team nach sechs sieglosen Spielen nur noch einen Punkt vor dem HSV steht: "Aber es gab viele unglückliche Situationen heute".

Explizit warf der Stürmer Schiedsrichter Sascha Stegemann vor, nicht unparteiisch gewesen zu sein.

"Der hat alles gegen uns gepfiffen", sagte Allagui, den Handelfmeter habe man nicht geben können, "aber ich bin sicher, er hat ihn gerne gegeben".

Karius widerspricht Allagui

Diese Meinung hatte er aber weitgehend exklusiv. Karius sprach von einem "klaren Elfmeter".

Und ein Mitglied der Schiedsrichter-Kommission sagte SPORT1: "Er hält die Hand raus und verhindert die Flanke, deswegen ist es ein ahnungswürdiges Handspiel."

Der Grund für die Niederlage war ein anderer. Der HSV zeigte Kampf, Mut, Leidenschaft. All die Eigenschaften, die die Mainzer vermissen ließen.

Heidel kündigt Konsequenzen an

"Ich bin sehr enttäuscht, nicht nur mit dem Resultat, sondern auch mit der Leistung", sagte Coach Kasper Hjulmand. "Wir haben viel zu spät die richtige Einstellung und Herz gezeigt und deswegen keinen Punkt geholt."

Christian Heidel kündigte daher nach der Partie an, die Zügel in den nächsten Tagen anziehen zu wollen. Angst vor dem Abstiegskampf? "Die habe ich vor jeder Saison, seit Mainz 05 in der Bundesliga spielt", so der FSV-Manager.

Sollten die Rheinhessen dort herein geraten, "werden wir uns wehren. Aber wehren geht anders als heute."

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