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Franck Ribery FC Bayern Bayer Leverkusen
Franck Ribery (r.) bejubelt sein 100. Pflichtspieltor für den FC Bayern © getty

München - In der achten Saison für den FC Bayern wird Franck Ribery zum Rekordhalter. Ein Brasilianer macht ihm eine Liebeserklärung.

Es war sein Moment.

Wenn Franck Ribery in der Münchner Arena für den FC Bayern trifft, wird nicht nur das Tor, sondern auch der Torschütze ausgieblig bejubelt.

"Oh, Franck Ribery", schallt es dann auf die Melodie von "Oh, Champs Elysees" durch das Stadion.

Gegen Bayer Leverkusen aber wurde der alte Gassenhauer noch lauter gebrüllt als sonst. Denn der Siegtreffer zum 1:0 war ein ganz besonderer. Es war das Jubiläumstor, sein 100. Pflichtspieltor für den FC Bayern.

Das wusste natürlich auch der Franzose selbst. Beschwingt sprang der 31-Jährige durch die kalte Dezember-Luft und teilte seine Freude mit Vorlagengeber Rafinha.

"Ich liebe dich"

"Je t'aime", habe der Brasilianer Rafinha beim Torjubel zu ihm gesagt: Ich liebe dich. "Ich habe auch gesagt, je t'aime", berichtete Ribery grinsend.

Ins Herz geschlossen hat der kleine Tempodribbler aber nicht nur seine Teamkollegen, sondern alle Mitarbeiter des FC Bayern.

Nicht länger als zwei Jahre hatte es Ribery, der aus einfachen Verhältnissen stammt, bei den verschiedenen Stationen seiner Karriere ausgehalten.

Dann wechselte er 2007 von Olympique Marseille zu den Bayern - und wurde heimisch. Schon 2010 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2015.

Jubel auf dem Marienplatz

Aber nicht heimlich, still und leise, sondern bei der Meisterfeier auf dem Münchner Rathausbalkon. Die holprige Verkündung "Isch habe gemacht fünf Jahre mehr" löste einen riesigen Jubel unter den tausenden Bayern-Fans aus.

Seit mehr als sieben Jahre spielt er mittlerweile beim deutschen Rekordmeister, mit dem er neben vier Meisterschaften und Pokalsiegen 2013 auch den Triumph in der Champions League feierte. Bei den Bayern ist er nun auch selbst zum Rekordspieler geworden.

Gegen Leverkusen absolvierte er sein 186. Spiel in der Bundesliga und löste damit den ehemaligen Stuttgarter Matthieu Delpierre (185) als den Franzosen mit den meisten Einsätzen in der deutschen Eliteliga ab.

Vaterfigur Hoeneß

Dass er es so lange im östlichen Nachbarland Frankreichs ausgehalten hat und immer noch aushält, liegt nicht zuletzt an Uli Hoeneß.

Der ehemalige Präsident der Bayern hatte sich nicht nur für Riberys Verpflichtung stark gemacht, er wurde im Laufe der Jahre auch zur wichtigsten Bezugsperson im Verein, zu einer Art Vaterfigur.

Er kümmerte sich auch in schwierigen Zeiten um den Filou, der lange unter dem Verdacht stand, wissentlich Sex mit einer minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben. Erst Anfang diesen Jahres wurde er von dem Vorwurf freigesprochen.

Hoeneß dagegen sitzt seit einem halben Jahr wegen Steuerhinterziehung in Landsberg am Lech im Gefängnis - und bekam Ende August Besuch von Ribery. Die Botschaft: Auch Hoeneß kann sich in schwierigen Zeiten auf die Unterstützung durch den Franzosen verlassen.

Robben vergibt ihm

Selbst das nicht immer ungetrübte Verhältnis zu Arjen Robben passt inzwischen.

Der Kabinenzoff 2012 beim Champions-League-Halbfinale gegen Real ist vergessen.

"Da ist etwas passiert in der Kabine. Das war nicht gut", sagte Robben dazu im Gespräch mit SPORT1. "Aber das Leben geht weiter. Im Leben muss man auch vergeben."

Reus-Gerüchte lassen ihn kalt

Ribery sieht das Ende seiner aktiven Zeit bei den Bayern noch längst nicht gekommen.

Daran ändern auch die ständigen Gerüchte über eine Verpflichtung von Marco Reus nichts. Der Dortmunder spielt auf der gleichen Position wie der Franzose im linken offensiven Mittelfeld und ist sechs Jahre jünger.

Viele sehen im deutschen Nationalspieler schon den Nachfolger des Publikumslieblings, dessen aktueller Vertrag bis 2017 gültig ist. "Das ist ein guter Spieler. Aber ich bin noch eine Weile da, auch wenn ich 32 werde", betonte Ribery jüngst im "kicker": "Ich bin immer noch ein wichtiger Spieler. Mit mir muss man immer noch rechnen."

Das hat er erst am vergangenen Wochenende gegen Leverkusen wieder bewiesen. Die "Ribery"-Sprechchöre der Münchner Fans dürften also so schnell nicht verstummen.

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