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Eric Maxim Choupo-Moting und Klaas-Jan Huntelaar vom FC Schalke 04
Eric Maxim Choupo-Moting (vorne) und Klaas-Jan Huntelaar erzielten zusammen 15 Tore in dieser Saison © Getty

Gelsenkirchen - Seit Schalke umgestellt hat, läuft es. Fixpunkte im neuen System sind Eric Maxim Choupo-Moting und Klaas-Jan Huntelaar.

Vom FC Schalke 04 berichtet Andreas Reiners

Eric Maxim Choupo-Moting hatte es im Grunde schon immer gewusst.

"Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass ich gerne mit dem Hunter vorne spielen würde. Wir ergänzen uns gut und es kann gerne weiter so laufen, dass eine Woche mal er trifft, die andere Woche ich", sagte der Angreifer des Schalke 04.

Dass es so gut laufen würde, damit hatte der Deutsch-Kameruner aber wohl auch nicht gerechnet.

Zwei Tore von ihm gegen Wolfsburg (3:2), drei von Klaas-Jan Huntelaar gegen Mainz (4:1) und nun drei von Choupo-Moting beim 4:0 in Stuttgart - es scheint, als hätten sich da zwei gesucht und gefunden.

Seit Schalkes Trainer Roberto Di Matteo sein System auf ein flexibles 3-5-2 umgestellt hat, ist Choupo-Moting aufgeblüht. Geradezu explodiert. Und das im absolut positiven Sinn.

Und mit ihm gleich die ganze Mannschaft. Drei Bundesliga-Siege in Folge und 11:3 Tore - die Schalker haben sich innerhalb von zwei Wochen aus der Krise geballert. Und sind kaum wiederzuerkennen.

"Die Spieler fühlen sich wohl in dem System. Wir sind so kompakter, geben dem Gegner kaum Raum", erklärte Schalkes Trainer Roberto Di Matteo.

Di Matteo schwärmt

Der Italo-Schweizer, sonst für kühle und sachliche Analysen bekannt, gerät regelrecht ins Schwärmen ob der Qualitäten seines flexiblen Angreifers, den er sowohl auf der Außenbahn als auch in der Mitte einsetzen kann.

"Er ist ein Mannschaftsspieler, er opfert sich für die Mannschaft auf. Er ist schnell, technisch sehr stark und er hat gezeigt, dass er auch einen Kopfball hat", sagte Di Matteo.

Dafür offenbar aber keine Nerven. Krise auf Schalke? Das prallt an dem 25-Jährigen offenbar ab.

Aber drei Tore in einem Spiel? Da musste auch Choupo-Moting lange zurückdenken. Sehr lange. "Ich glaube, ich habe das letzte Mal in der F- oder E-Jugend drei Tore gemacht", sagte er und grinste.

Es war dieses Grinsen, das man bei ihm oft sieht. Selbst nach Niederlagen. Immer freundlich, nur selten wirklich schlecht gelaunt. Da kommt dann seine positive Lebenseinstellung durch. Und womöglich auch sein grandioses Jahr 2014.

"Überzeugt, dass ich spielen werde"

Nach einer starken Rückrunde in Mainz war er ablösefrei nach Gelsenkirchen gewechselt. Ein gewagter Schritt? Nicht für Choupo-Moting.

Er ist inzwischen eine Konstante bei Königsblau, in dieser Form und nach acht Toren und fünf Vorlagen in der Liga nicht mehr wegzudenken. Er habe nicht gehofft, auf Schalke zu spielen. "Ich war überzeugt, dass ich hier spielen werde", sagte er.

Auch Horst Heldt hat es immer schon gewusst. "Dass er ein Spieler mit außerordentlicher Qualität ist, hat man in der letzten Saison schon gesehen. Er ist flexibel einsetzbar und ein Spieler, der wie Klaas-Jan wenig Chancen braucht", sagte Heldt. Für den Manager ein wichtiges Faustpfand, wenn es mal wieder um Fehleinkäufe der Vergangenheit geht, die ihm in unruhigen Zeiten oft vorgeworfen werden.

Nur schwer auszurechnen

Doch Choupo-Moting kann man sowohl sportlich als auch menschlich als Volltreffer bezeichnen, gemeinsam mit Huntelaar bildet er den Fixpunkt in Di Matteos Systemumstellung. Die beiden helfen sich gegenseitig, unterstützen und ergänzen sich. Und sind so nur sehr schwer auszurechnen.

"So muss sich der Gegner nicht auf einen, sondern auf zwei Stürmer konzentrieren", sagte Di Matteo.

Der früher oft auf sich alleine gestellte Huntelaar bekommt nun einen quirligen, immer anspielbaren und treffsicheren Partner an die Seite gestellt. Vorbei die Zeiten, als sich der Niederländer die Bälle oft mal selbst im Mittelfeld besorgen musste (

Huntelaar freut sich für Choupo-Moting

Und nach dem Spiel wutentbrannt flüchtete. Weil er mal wieder keine Bälle bekam. Oder schlicht keine Tore schoss. Dann kann der Niederländer ungemütlich werden.

Dass er sich das Tore schießen derzeit teilen muss ? kein Problem für den 31-Jährigen.

"Er hat sich über meine Tore gefreut, und so kenne ich ihn auch. Klar hätte er auch gerne getroffen, er ist ein Vollblutstürmer. Aber das Wichtigste ist, dass wir unsere Spiele gewinnen, dann sind die Torschützen völlig egal", sagte Choupo-Moting.

Die richtigen Spieler für das richtige System

Das klappt momentan tadellos, auch weil sich die Außen wie Christian Fuchs im neuen System sichtlich wohlfühlen. Doch Roberto Di Matteo wollte nach dem dritten Dreier in Folge den Erfolg seines Erfolgssystems nicht zu hoch hängen.

"Das hat nicht so viel mit dem System zu tun. Wir sind unberechenbarer, wenn wir zwei Stürmer haben, die gut zusammenarbeiten. Ein System kann helfen. Die Spieler müssen es aber umsetzen", so der 44-Jährige.

Am besten schon wieder am Mittwoch in der Champions League (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm), beim Gruppenendspiel bei NK Maribor. Ein Sieg ist dort für Schalke (5 Punkte) Pflicht, soll es mit dem finanziell und sportlich so wichtigen Achtelfinal-Einzug klappen.

Doch Schalke ist auf die Schützenhilfe des FC Chelsea (11) gegen Sporting Lissabon (7) angewiesen.

Tore von Choupo-Moting und Huntelaar wären also eine Grundvoraussetzung. Eine Garantie wären sie diesmal aber ausnahmsweise nicht.

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