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Timo Hildebrand steht seit September bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag
Timo Hildebrand stand in Hoffenheim zum 299. Mal im Tor. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 15. Spieltags © imago

Sinsheim - Timo Hildebrand überzeugt gegen Hoffenheim beim Comeback zwischen den Pfosten. Er erhält Lob und hofft auf eine besondere Marke.

Als Timo Hildebrand direkt nach seinem Comeback verschwitzt und verdreckt den unvermeidbaren Interview-Marathon absolvierte, verriet der frühere Nationaltorwart sogar seine Vorstellung einer schönen Bescherung.

"Das wäre ein tolles Geschenk zu Weihnachten", antwortete der Keeper von Bundesligist Eintracht Frankfurt im Anschluss an das 2:3 (0:1) bei 1899 Hoffenheim auf die Frage, ob er Hoffnung auf sein Jubiläum habe.

Spektakuläres Comeback an alter Wirkungsstätte

Zuvor hatte Hildebrand 384 Tage nach seinem bisher letzten Spiel seine 299. Bundesligapartie absolviert. Sie war spektakulär - wie gewohnt in Sinsheim.

Dass dabei die Siegesserie der Eintracht nach zuletzt drei Erfolgen riss, war wahrlich nicht die Schuld des siebenmaligen Nationalspielers.

Der 35-Jährige hielt bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte stark - was er auch von allen Beteiligten attestiert bekam.

Sogar Verlängerung denkbar

"Er hat gezeigt, dass wir uns auf ihn verlassen können", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner dem Sportradio sport1.fm und stellte Hildebrand sogar eine Vertragsverlängerung in Aussicht: "Jetzt warten wir zunächst noch die zwei Spiele bis zur Winterpause ab. Dann werden wir entscheiden, ob er noch ein halbes Jahr da bleibt."

Lob bekam Hildebrand auch von Thomas Schaaf. "Er hat seine Sache top gemacht. Es war alles in Ordnung, so wie wir uns das gedacht haben", sagte Frankfurts Trainer: "Wir hatten keine Bedenken. Er hat die Qualität und die Erfahrung. Er hat bewiesen, dass man sich auf ihn verlassen kann. Genau deshalb haben wir ihn verpflichtet."

"Komische Geschichten"

Hildebrand war zwischen die Pfosten der Hessen gerückt, weil ein Einsatz von Stammkeeper Kevin Trapp nach fast drei Monaten Verletzungspause zu früh gekommen wäre und der zuletzt starke Ersatztorwart Felix Wiedwald am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt ist.

"Der Fußball schreibt immer wieder solch komische Geschichten", kommentierte Hildebrand, der zwischen Januar 2009 und Mai 2010 insgesamt 42 Pflichtspiele für die TSG absolvierte, sein Comeback.

Hildebrand als erste Option

Nun hofft der frühere Stuttgarter und Schalker, dass er die 300 voll machen kann.

Wahrscheinlich ist schon, dass er danach in die USA wechselt.

"Ich entscheide das aber nicht. Ich weiß nicht, was der Trainer plant. Ich nehme das, was ich bekomme", äußerte Hildebrand: "Am besten wären jetzt noch Spiele gegen den VfB Stuttgart und Schalke 04 - aber das sieht der Spielplan leider nicht vor." (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Der Spielplan sieht vor der Winterpause ein Heimspiel gegen Hertha BSC und eine Auswärtsbegegnung bei Bayer Leverkusen vor.

Schaaf wollte sich zwar nicht festlegen, Hildebrand darf aber auf weitere Einsätze hoffen. "Meine erste Option ist Timo", sagte der Coach.

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"Wechselbad der Gefühle"

Falls Hildebrand aufläuft, darf sich der Keeper noch einmal auf große Emotionen freuen.

"Das Lampenfieber verliert sich nie. Das ist aber auch gut so, das steigert die Konzentration", verriet Hildebrand.

"Es war ein Wechselbad der Gefühle. Es hat Spaß gemacht. Man weiß ja vorher nie, wie es läuft, wenn man so lange nicht gespielt hat. Aber wir haben uns nicht für unseren Aufwand belohnt."

Hoffenheim bezahlt Erfolg teuer

Damit lag Hildebrand richtig. Die Eintracht hätte vor den 28.331 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena eigentlich einen Punkt verdient gehabt.

Zweimal glichen die Frankfurter durch Stefan Aigner (58.) und Haris Seferovic (77.) die Rückstände nach den Toren von Kevin Volland (43.) und Adam Szalai (65.) aus.

Der überragende Roberto Firmino entschied die Partie dann für die TSG (87.) - obwohl die Eintracht auch in den letzten Minuten noch Chancen zum Ausgleich hatte.

Durch den Sieg zogen die Hoffenheimer (23 Punkte) an den Frankfurtern (21 Zähler) vorbei.

Allerdings mussten sie den Erfolg teuer bezahlen: Innenverteidiger Niklas Süle erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie.

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