Im Volkswagen Doppelpass macht Bayerns Berater klar, dass sich der Rekordmeister nicht für seine Dominanz entschuldigen müsse.

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München - Paul Breitner, Berater des FC Bayern München, hat mit den Kritikern des Rekordmeisters abgerechnet.

Er reagierte auf den Vorschlag von Berti Vogts, der FC Bayern solle auf Geld verzichten, damit andere Klubs mehr finanzielle Möglichkeiten hätten. Man müsse einen Ausgleich zwischen dem Tabellenersten und dem Schlusslicht der Liga schaffen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Hört auf mit diesem Schmarrn", sagte Breiter im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 (DOPPELPASS: Hier Tickets bestellen): "Der FC Bayern kann nichts für die Unfähigkeit der anderen Vereine. Wir leben nicht mehr in der Zeit der elf Freunde, der Hipp-Hipp-Hurra-Zeit. Wir sind unseren Fans, Mitgliedern und Aktionären Rechenschaft schuldig."

Berti Vogts warnt indes vor einer anhaltenden Dominanz des FC Bayern München in der Bundesliga.

"Ich weiß nicht, ob das so interessant ist, wenn Bayern immer an der Spitze steht", sagte der ehemalige Spieler von Borussia Mönchengladbach.

Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 sprach Paul Breitner über:

...einen möglichen Transfer von BVB-Star Marco Reus zu den Bayern:

"Wenn er zu uns will, hoffe ich, dass er kommt!"

...eine Subventionierung von kleinen Klubs zu Ungunsten der Bayern:

"Wir hatten früher im Gegensatz zu anderen Vereinen eine Vision. Wir können für die Unfähigkeit der anderen Klubs doch nichts! Und wenn wir jetzt dahingehend bluten müssen, dass Gelder umverteilt werden, ist das einfach nur Schmarrn! Wir sind unseren Fans, unseren Anteilseignern, unseren Mitgliedern Rechenschaft schuldig. Audi verkauft doch auch keinen Wagen mit drei Rädern, nur damit die anderen mehr verkaufen. Wir leben nicht mehr in der Zeit der elf Freunde, der Hipp-Hipp-Hurra-Zeit."

...die "Über-Bayern":

"Es ist ein Segen, dass die Bayern aktuell so stark sind, sonst wären wir nicht Weltmeister geworden. Die Nationalmannschaft ist immer so stark wie die Spitze der Liga. Es war also eine logische Konsequenz.

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Man muss mal grundsätzlich die Taktik unserer Gegner überdenken: Die Augsburger hätten ja gestern am liebsten schon die Torlinie von Manuel Neuer angelaufen. Für dieses aufwendige Spiel brauchst du aber Kondition für fünf Stunden und vor allem du brauchst ein Erfolgserlebnis. Nach 50 Minuten sind alle Mannschaften gegen uns fertig. Sie wissen, dass sie eigentlich keine Chance haben. Dann frage ich mich: Wieso reibe ich mich sinnlos auf, indem ich so früh attackiere? Ich muss einfach tiefer stehen und dann versuchen zu kontern. Mehr ist einfach nicht möglich gegen uns.

Im Moment ist es so, dass Real Madrid oder Barcelona mal gegen uns bestehen können. Aber sonst: Gegen wen soll unsere Mannschaft denn verlieren?"

...die alternden Stars bei den Bayern, wie Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm:

"Bei der aktuellen medizinischen Versorgung spielen die mit 36 Jahren noch. Wir sorgen aber hausintern schon für einen Übergang. Wir gehen zwei Wege: zum einen wollen wir die eigenen Talente fördern und zum anderen vertreten wir den Standpunkt, dass wir uns international alle Türe offen lassen, wenn ein Spieler zu uns kommen will. Egal wie alt er ist! Wir brauchen nicht mehr Spieler für zehn Jahre holen. Man kann auch mal einen Spieler wie Xabi Alonso holen, der uns nur für ein oder zwei Jahre weiterhilft. Klar bei so einem Spieler wie Juan Bernat hoffe ich, dass er noch zehn Jahre bei den Bayern spielt, denn er ist ein Gigant. Wir haben aber als Bayern die Pflicht, jedes Jahr besser zu werden."

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...das norwegische Talent Marin Odegaard:

"Solche Talente werden schon im Alter von elf Jahren beobachtet. Auch von uns! Dass er jetzt ein Probetraining bei uns gemacht hat, ist nichts Außergewöhnliches. Es ist oftmals so, dass diese Spieler schon mit neun Jahren in den Computern von 60 Großvereinen auftauchen."

...den Wechsel von Toni Kroos zu Real Madrid:

"Wenn Real Madrid dich haben will, bekommen sie dich auch! Real Madrid steht nach wie vor ganz oben, aber der FC Bayern ist ganz nah dran. Madrid hat einen solchen Nimbus, dass du sogar mit Fahrrad da hinfahren würdest. Ich wünsche es jedem Spieler, dort mal zu spielen."

...die Krise in Dortmund:

"Es gibt ja immer die Situation, dass eigentlich unabsteigbare Klubs plötzlich absteigen müssen, weil sie sich für viel zu gut halten. Dann flattern irgendwann die Nerven. Wenn es um den Abstieg geht, kenne ich mich aber nicht aus (lacht)!"

...den vermeintlichen Schalker-Führungsspieler Kevin-Prince Boateng:

"Der soll seine Goschen halten. Vor der WM reißt er seine Goschen in Richtung Bastian Schweinsteiger und des DFB-Teams auf, dazu ist er gar nicht berechtigt. Er soll mal zeigen, dass er einer ist, und nicht nur rumrennt und sich wichtig macht."

Im Volkswagen Doppelpass sprach Berti Vogts über:

...die "Über-Bayern" und mangelnden Wettbewerb:

"Wir freuen uns natürlich alle in Deutschland, dass wir so eine große Klubmannschaft haben. Ich weiß nur nicht, ob es so interessant wäre, wenn die Bayern die nächsten zehn Jahre die Meisterschaft gewinnen. Wir müssen dahin kommen, dass wir die kleineren Klubs subventionieren. Zum Beispiel in Form einer Umverteilung der Fernsehgelder."

...die Krise in Dortmund:

"Es tut schon weh, Dortmund so zu sehen. Der Verein wird im Winter handeln und noch Spieler dazu holen. Die Spielen verstehen aktuell nicht, dass sie im Abstiegskampf stecken. Das ist auch ein Kopfproblem. Ich glaube aber, dass Jürgen Klopp das hinbekommt. Er hatte ja nie die komplette Mannschaft zusammen."

...die Formdelle von Weltmeister Christoph Kramer:

"Christoph Kramer hat vor der WM eine Riesen-Saison hingelegt. Nach der WM hat er noch nicht seinen Fluss wiedergefunden. Deswegen habe ich ihn kritisiert. Ich hoffe, dass das bei ihm gefruchtet hat und er heute ein gutes Spiel hinlegt."

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