Thomas Strunz spricht Dortmund in seiner Kolumne das Zusammengehörigskeitsgefühl ab. Schalke sieht er trotz Pleite gefestigt.

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Hallo Fußball-Freunde,

Borussia Dortmund hat in Berlin verloren und ist wieder auf den Relegationsplatz abgesackt.

Die Gründe für die Krise liegen auf der Hand: Die Mannschaft ist eine komplett andere als noch vor zwei Jahren.

Wenn ich neunmal in Rückstand liege und die Spiele nicht mehr drehen kann, dann stimmt irgendwas beim BVB nicht. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist nicht mehr da.

Jetzt kommt auch noch Wolfsburg, und am letzten Spieltag geht es nach Bremen. Das ist dann Abstiegskampf pur.

So schlimm steht es um Schalke 04 nicht. Allerdings folgt nach einem Highlight im nächsten Spiel ein Rückfall.

Schalke ist aus meiner Sicht aber unter Coach Roberto Di Matteo stabiler geworden. Vor allem gibt es medial nicht mehr so viel Unruhe im Verein.

Auf dem Platz sehe ich noch keine großen Verbesserungen, aber sie haben ihr großes Ziel Champions League-Achtelfinale erreicht.

Sportlich ist also Alles im grünen Bereich. Ich glaube, Di Matteo versucht ganz pragmatisch zu agieren, denn es gibt auch viele Verletzte - und die kommen erst in der Rückrunde zurück.

Er versucht, so viele Punkte wie möglich zu holen. Weil der Verein so emotional ist, wird immer viel erwartet. Deswegen haben es die Trainer auch so schwer, sich auf Schalke zurechtzufinden.

Die Bayern ziehen unterdessen einsam ihre Kreise. Es ist schon beängstigend, dass sie jetzt auch nach Standards treffen. Augsburg hat es eine Halbzeit gut gemacht, aber nach der Pause war es dann doch sehr einseitig.

Es ist schon beeindruckend, wie seriös die Bayern jedes Spiel angehen. Wer Erfolg hat, sollte dementsprechend belohnt werden.

Alle Mannschaften sind jetzt dazu angehalten, neue Wege und Philosophien zu finden. Die anderen Teams müssen eigene Identitäten schaffen.

Bei den Bayern müssen sie sich aber auch irgendwann fragen: Was passiert, wenn die alten Säulen wie Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm nicht mehr da sind?

Dann müssen sich die Bayern auch erst mal wieder neu finden.

In Dortmund sehe ich gerade genau das Gegenteil: Dort haben die neuen Spieler die Identität verwässert.

Bis demnächst,

Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz wechselt sich in dieser Saison als Experte im Volkswagen Doppelpass und bei der sonntäglichen SPORT1-Kolumne mit Thomas Helmer und Mario Basler ab.

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