München - Paul Breitner sieht für den FC Bayern keine Konkurrenz. Für SPORT1-Experte Thomas Berthold schießt er über das Ziel hinaus.

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Auf dem Fußballplatz galt Paul Breitner als der große Stratege. Beim Volkswagen Doppelpass schlüpfte der Markenbotschafter des FC Bayern nun in die Rolle des Angreifers.

Breitner sollte bei SPORT1 die Rolle seines Klubs in Europa einschätzen und legte los: "Vielleicht wären Real Madrid oder der FC Barcelona die Gegner, von denen wir sagen: Okay, gegen die könntest du verlieren. Aber im Ernst: Gegen wen soll diese Mannschaft denn verlieren mit dieser Form, die sie im Moment hat?! Diese Mannschaft, die immer wieder in der Lage ist, noch einen Zahn zuzulegen!"

Einfach nur Schmarrn

Es war nicht sein einziges Statement, das für Aufsehen sorgte. Als es um einen Solidarpakt in der Bundesliga ging, redete sich Breitner richtig in Rage: "Wir können für die Unfähigkeit der anderen Klubs doch nichts! Und wenn wir jetzt dahingehend bluten müssen, dass Gelder umverteilt werden, ist das einfach nur Schmarrn!"

Da war sie wieder, die berühmte "Abteilung Attacke" aus München. Und wenn ein Verantwortlicher des Rekordmeisters poltert, dann kochen die Emotionen hoch.

Die Bandbreite der Kommentare reichte bei Facebook und Twitter von "Arroganz-Anfall" bis "Recht hat der Paul".

Erinnerungen an Sammer

Erinnerungen an Matthias Sammer wurden wach. Bayerns Sportvorstand hatte im März bei SPORT1 ebenfalls die Konkurrenz an den Pranger gestellt. Er wolle "ohne jetzt Kritik äußern zu wollen, die Konstanz bei dem einen oder anderen Klub mal in den Mittelpunkt stellen", sagte er damals.

Sammer zog damals den Zorn anderer Vereine auf sich. Das dürfte nun auch Breitner erreicht haben.

Wobei er einen Teil seiner Aussagen mit der Statistik belegen kann. Für Breitner sind Münchner Niederlagen momentan unvorstellbar.

So dürfte es auch den Fans in Deutschland gehen - zumindest wenn es um die Bundesliga geht. National sind die Bayern konkurrenzlos (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Zwei Niederlagen in 74 Spielen

Von den vergangenen 74 Bundesliga-Partien haben sie nur zwei verloren. Und die Niederlagen beim FC Augsburg und gegen Borussia Dortmund nahm Trainer Pep Guardiola durch Rotation billigend in Kauf.

Diese Pleiten sind nun acht Monate her. Im Dezember 2014 sind Wetten auf Bayern-Siege dafür eine sichere Einnahmequelle.

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Guardiola beweist, dass jeder Spieler ersetzbar ist. Aktuell fehlen ihm Ausnahmekönner wie Thiago, Javi Martinez, Philipp Lahm, David Alaba und Holger Badstuber.

Trotzdem kann es sich der Trainer weiter leisten, Topstars wie Mario Götze und Thomas Müller auf der Bank zu lassen.

Berthold hegt Zweifel

Dass dieser Luxuskader in der Champions League das Maß aller Dinge ist, wird jedoch bezweifelt. Zumindest von Thomas Berthold.

"Paul Breitner sollte sich mal daran erinnern, wie das in der letzen Saison war. Im Champions-League-Halbfinale nämlich hatten die Bayern in beiden Spielen gar keine Chance. Real hat mehr Tempo im Spiel und auch Spieler mit mehr Dynamik", sagte der SPORT1-Experte am Sonntag.

Für Berthold ist Real den Bayern voraus. Das macht er an Spielertypen wie Cristiano Ronaldo und Gareth Bale fest. "Die waren im Vorjahr mit Ball schneller als die Bayern ohne. Ich habe also keine Ahnung, wie Paul auf so eine Behauptung kommt: Die beste Mannschaft der Welt ist einfach Real Madrid", betonte der Weltmeister von 1990.

An Breitners Vortragsweise fand Berthold aber Gefallen. "Manche reden nun von Arroganzanfall. Aber die Art, wie er das gesagt hat, ist eben typisch Paul, da bleibt er authentisch. Wenn er da nun den Diplomaten oder Weichspüler machen würde, würde das nicht zu ihm passen, das nähme ihm doch niemand ab", erklärte der 50-Jährige.

Entscheidung im Frühjahr

Im Frühjahr 2015 können die Bayern-Profis Breitner helfen. Wenn sie die Konkurrenz in der Champions League ausstechen, kann sich der Markenbotschafter als Hellseher feiern lassen.

Scheitert der FC Bayern, wird Breitner gleichzeitig zum Großmaul.

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