München und Stuttgart - Paul Breitner erntet nach seinem Rundumschlag gegen die Konkurrenz Gegenwind. Huub Stevens verbittet sich Urteile aus der Ferne.

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Paul Breitner hat mit seinen Aussagen im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 heftigen Gegenwind aus der Bundesliga ausgelöst.

"Was tut der noch im Fußball? Ich kenne Paul natürlich auch, ich habe noch gegen ihn gespielt. Ich bin im Fußballgeschäft geblieben. Ich glaube, er ist da lange raus, oder", fragte Stuttgarts Trainer Huub Stevens auf SPORT1-Nachfrage.

Stevens: Bayerns Erfolg ist Hoeneß' Leistung

Ein Urteil aus der Ferne wolle sich Stevens nicht anmaßen: "Wie kann er über die anderen Vereine urteilen? Wir wissen alle, dass Bayern München über 20, 30 Jahre super Arbeit geleistet hat. Ich glaube, den größten Anteil daran hat Uli Hoeneß gehabt. Wenn er so aus der Ferne über andere Vereine spricht? das würde ich nicht machen."

Dennoch teilte Stevens Breitners Aussagen, dass der FC Bayern sich seine Erfolge durch harte Arbeit verdient haben: "Bayern hat über so viele Jahre so gut gearbeitet und tun es noch immer. Deshalb sind sie auch die Nummer eins in Europa. Ich kann nur sagen, die stehen nicht umsonst ganz oben. Ich kann aus der Ferne nur sagen: Super!"

Auch Schalke-Manager Horst Heldt äußerte sich auf SPORT1-Nachfrage kritisch: "Ich glaube, dass es keinem zusteht einem anderen Verein Unfähigkeit zu unterstellen. Das sollte man tunlichst vermeiden. Unfähigkeit wäre, wenn Paul Breitner überall arbeiten würde!"

Eberl mit Retourkutsche

"Das ist von oben herab. Solche Äußerungen haben da nichts zu suchen. Jeder macht seinen Job so gut er kann. Das ist nicht der Stil, den man braucht", sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl der "Bild" und schob nach: "Bayern hat gut dran getan, Hoeneß und Rummenigge einzusetzen und nicht Breitner..."

Auch Werder Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin kritisierte den Weltmeister von 1974: "Die Bayern nutzen ihre beeindruckende Position, die sie sich hart erarbeitet haben, brutal und konsequent aus. Das bedeutet aber nicht, dass die anderen unfähig sind. Die Äußerung ist despektierlich!"

Schmadtke beklagt Populismus

Sportdirektor Jörg Schmadtke vom 1. FC Köln warf Breitner Populismus vor: "Ich kann nicht wirklich einschätzen, was vor 30 oder 40 Jahren passiert ist. Dass ein Verein sich so nach vorne entwickelt, während Köln und andere nicht mehr mithalten konnten. Aber es ist sicher schwierig und zu einfach, das auf Unfähigkeit und fehlende Visionen zu reduzieren. Das hat mir zu viel Stammtisch-Charakter", sagte der 50-Jährige.

Breitner hat auf SPORT1 der Konkurrenz "Unfähigkeit" vorgeworfen und sich gegen eine Umverteilung von Fernsehgeldern zugunsten wirtschaftlich schwächerer Vereine ausgesprochen.

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