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Timo Werner-Huub Stevens-VfB Stuttgart-Training
Timo Werner (l.) avancierte im August 2013 zum jüngsten Stuttgarter Bundesliga-Debütanten © getty

München - Dem VfB Stuttgart fehlen beim Abstiegsduell in Hamburg die Alternativen im Sturm. Der Trainer hofft auf höhere Mächte.

Der Spruch mit der Null, die stehen muss, wird Huub Stevens wohl bis an das Ende seiner Karriere verfolgen.

Das Image des neuen Stuttgarter Trainers als Defensiv-Stabilisator wurde in erfolgreichen Schalker Zeiten geprägt, aktuell sind Stevens' Fähigkeiten beim VfB mehr denn je gefragt.

Mit 32 Gegentoren hat der VfB Stuttgart die zweitschlechteste Abwehr der Liga, nur Werder Bremen musste mehr Treffer hinnehmen.

Der Schnitt von rund zwei Gegentoren pro Spiel hatte auch in den drei Partien unter Stevens Bestand.

Was aber vor allem an dem schwachen Spiel gegen Schalke (0:4) lag. Sowohl gegen Freiburg (4:1) wie auch zuletzt gegen Mainz (1:1) präsentierte sich die Abwehr etwas besser.

Eine Flanke führt zum einzigen Tor

Das Spiel gegen die Mainzer zeigte aber ein weiteres großes Problem der Schwaben auf, nämlich die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive.

Letzlich war es eine Flanke von Filip Kostic, die den Weg ins Tor fand und den erlösenden Ausgleich brachte.

"Man muss auch mal Glück haben", kommentierte Stevens den Treffer, wohlwissend, dass seine Mannschaft sich über weite Strecken erschreckend harmlos vor dem Tor der 05er präsentiert hatte.

Offensiv-Duo fraglich

Im richtungweisenden Abstiegsduell beim Hamburger SV (ab 19.30 Uhr LIVE bei SPORT1.fm u. im LIVE-TICKER) muss der VfB gefährlicher werden, ein Unentschieden wäre angesichts der Tabellensituation für das Schlusslicht fast schon zu wenig.

Die Situation wird nicht einfacher dadurch, dass zwei wichtige Offensivspieler für die 99. Auflage des traditionsreichen Duells fraglich sind.

Martin Harnik, der die Lösung für die Stuttgarter Offensivprobleme sein könnte, kämpft mit Nackenproblemen.

Auch über Alexandru Maxims Einsatz (Oberschenkelprobleme) wird erst kurzfristig entschieden. "Wir müssen abwarten", erklärte Stevens.

Ibisevic und Abdellaoue langzeitverletzt

Dass die Offensive der Stuttgarter ein Problem werden könnte, war vor der Saison nicht unbedingt zu erwarten. Der Kader schien im Sturm über große Tiefe zu verfügen.

Doch Vedad Ibisevic erlitt Ende Oktober einen beginnenden Ermüdungsbruch im Fuß, Mohammed Abdellaoue zog sich einen Knorpelschaden im Knie zu und konnte diese Saison noch kein Spiel absolvieren.

Beide befinden sich im Aufbautraining.

"Ginczek ist noch nicht soweit"

Zuletzt durften Daniel Ginczek und Timo Werner stürmen. Ginczek hatte neun Monate wegen eines Kreuzbandrisses pausiert und war erst Ende November in den VfB-Kader zurückgekehrt.

Daniel Ginczek-VfB Stuttgart-1. FSV Mainz 05-Zweikampf
Daniel Ginczek feierte in Mainz sein Startelf-Comeback beim VfB Stuttgart © getty

Die lange Pause war dem Stürmer gegen Mainz allerdings noch anzumerken. "Daniel Ginczek ist noch nicht soweit", urteilte Stevens nach der Partie.

Und auch das große Talent Werner scheint noch nicht in der Lage zu sein, die Verantwortung im VfB-Sturm schultern zu können. Zumindest sieht es anscheinend Stevens so.

Vier Tore erzielte der 18-Jährige letzte Saison, in der Rückrunde wurde er unter Stevens meist erst in der Schlussphase eingewechselt.

Ginczek und Werner erhielten zuletzt beide die SPORT1-Note 4,5.

Stevens beschwört erneut das Glück

Vermutlich wird Stevens aufgrund mangelnder Alternativen in Hamburg aber wieder auf das Duo setzen müssen.

"Man erwartet natürlich nicht, dass so zwei große Vereine nach unten abrutschen", sagte der 61 Jahre Coach vor der Partie: "Aber man sieht es bei Dortmund, wie schnell es gehen kann und wie schwer es ist, da unten wieder rauszukommen. Da braucht man auch mal ein Quäntchen Glück."

Das Glück half gegen Mainz, nun soll es auch gegen den HSV helfen - damit nicht vorne die Null steht.

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