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Beim FC Bayern herrscht nach dem Sieg gegen Freiburg bereits Weihnachtsstimmung © getty

München - Der FC Bayern schlägt Freiburg und baut an seinen Rekordserien. Für Rummenigge und Müller ist jetzt gar eine Traummarke denkbar.

Wie zu groß gewordene Lausbuben wirkten die Bayern-Profis. Im Weihnachtsmann-Outfit samt Bommelmütze.

Nach dem lockeren 2:0 gegen den SC Freiburg schickte der FC einen vorweihnachtlichen Gruß an seine Fans, über die Leuchtbanden in der Allianz Arena liefen frohe Wünsche wie "Feliz Navidad", "Boas Festas" und "a guad Neis".

Ein "gutes Neues Jahr" also. Und das kann in einer ganz besonderen Bestmarke münden.

Rummenigge stolz aufs Team

Die Bayern könnten es nun gar als erster deutscher Verein überhaupt schaffen, eine Bundesliga-Spielzeit ohne Niederlage zu überstehen.

"Man muss ja nicht verlieren, wenn man auch gewinnen kann", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge selbstbewusst im Gespräch mit SPORT1.

Den Sieg gegen Freiburg kommentierte er "fast als Einbahnstraßenfußball" und schob nach: "Wir wollen Deutscher Meister werden, da sind wir auf einem guten Weg."

Guardiola überragt mit Statistik

So sachlich kann man es auch beschreiben. Dabei knackte der unangefochtene Tabellenführer gegen Freiburg weitere Rekorde.

In dieser Saison hatte noch kein Team einen so hohen Ballbesitzanteil, er lag bei 81 Prozent.

Und noch nie stand eine Mannschaft nach 16 Spieltagen erst bei drei Gegentoren. Eine Traumbilanz.

Auch Pep Guardiola sicherte sich in seinem 50. Bundesliga-Spiel als Trainer eine Bestmarke: Er ist mit 2,64 Punkten der Coach mit dem besten Schnitt.

Müller mit Veilchen

Die Bayern sind auf der Jagd nach neuen Topwerten, nachdem ihnen in der Bundesliga langsam die sportlichen Herausforderungen ausgehen. Eine makellose Spielzeit hinzulegen, sehen sie derweil nicht als utopisch an.

"Ich halte es für möglich, aber das wird kein Zuckerschlecken", erklärte Thomas Müller auf SPORT1-Nachfrage. Der Oberbayer hatte selbst trotz eines gegnerischen Fußtritts ins Gesicht das 2:0 erzielt.

"Wir sind nicht beim Frauenballett", meinte Müller dazu gewohnt keck, ehe er hinzufügte: "ohne dass ich Frauenballett in den Dreck ziehen möchte."

Das Tor hatte dem 25-Jährigen ein kleines Veilchen eingebracht, Müller betrachte es wie eine Siegertätowierung.

"Jeder weiß, was los ist"

Trotz der Nachwehen des WM-Jahres und einer langen Verletztenliste dürfen die Bayern inzwischen von neuen Heldentaten träumen.

"Wir haben eine Idee, jeder weiß, was los ist, egal, wer spielt", ließ sich Müller über die Erfolgsbausteine aus.

"Und wir können durchwechseln, obwohl wir so viele Verletzte haben. So muss es sein, das hat der Verein so gewollt, jetzt tragen wir die Früchte davon."

Dante mahnt zur Selbstkritik

Als Arsenal mit Keeper Jens Lehmann 2004 Englischer Meister wurde, schafften es die Gunners, die Saison ohne Niederlage zu beenden.

In Deutschland glückte das allerdings noch keinem Klub in der höchsten Spielklasse, es könnte der Kick für den nimmermüden Rekordmeister sein. Geschichte schreiben auf Bayerisch eben.

Für gänzlich ausgeschlossen hält die Realisierung im roten Lager niemand. "Warum nicht?", sagte dazu Abwehrspezialist Dante.

"Wir haben den besten Torwart der Welt, wir denken aber nicht daran, wichtig ist es, dass wir wieder Meister werden. Wir müssen selbstkritisch bleiben."

Freiburg mit extremer Defensive

Unkonzentriertheiten waren zumindest gegen Freiburg keine auszumachen. Der Sportclub trat extrem defensiv auf, gab in der ganzen Partie gerade zwei Schüsse Richtung Tor ab, mit einer Fünferabwehrkette hatte Coach Christian Streich sich für reinsten Abwehrfußball entschieden.

Doch Arjen Robben sprengte den Verteidigungsring mit Köpfchen und dem Führungstreffer.

"Die sind mit zehn, teilweise elf Mann hinten drin gestanden", wunderte sich der Niederländer nach dem neunten Heimsieg im neunten Heimspiel.

Robben erzielte zugleich seinen 100. Pflichtspieltreffer für die Bayern und schleppte an diesem Abend zudem noch eine Trophäe aus der Arena: In seiner Heimat war er zu Niederlandes Sportler des Jahres gewählt worden.

Robben wird ausgezeichnet

"Es ist etwas Besonderes, ich bin wirklich stolz drauf, vor allem weil es für Holland mit den vielen Medaillen bei Olympia ein Wahnsinnsjahr war", berichtete er. Nach Ruud Gullit ist er der erste Fußballer, der in der Gunst der Landsleute ganz oben steht.

Für die Weltfußballerwahl im Januar schaffte es Robben letztlich nicht in den Kreis der Top 3. Im nächsten Jahr könnte sich das ändern, falls die Münchner es in der Champions League bis ins Finale nach Berlin schaffen.

"Wir haben noch mehr Ziele nach der Winterpause", erinnerte Robben daran. "Wir müssen immer weiter und dürfen nicht in ein Loch hineinfallen."

Angeschlagenes Trio vor Spiel in Mainz

Zum Jahresendspurt steht jetzt noch die Aufgabe am Freitagabend in Mainz an.

Pep Guardiola wird dabei noch einmal am Kader tüfteln müssen: Robert Lewandowski und Xabi Alonso drohen nach einem Schlag auf den Unterschenkel auszufallen, Defensivspezialist Benatia wird mit Leistenproblemen definitiv fehlen.

Doch dass die Ungeschlagen-Serie deshalb reißt, daran denkt im Moment niemand.

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