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Thomas Berthold (links) spricht in seiner Kolumne über Joe Zinnbauer
Thomas Berthold (l.) empfiehlt dem Hamburger SV ein Umdenken in der Trainerfrage © Getty

SPORT1-Kolumnist Thomas Berthold findet, dass der Hamburger SV einen erfahrenen Coach braucht. Joe Zinnbauer habe sich ausgereizt.

Hallo Fußball-Freunde,

der Hamburger SV hat mal wieder eine erschreckende Leistung gezeigt.

Gegen den VfB Stuttgart hätten sie noch vier Stunden spielen können und es wäre nichts passiert. Der Mannschaft fehlen Tempo, die Ideen und auch die Durchschlagskraft.

Rafael van der Vaart wird nun im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Er muss sich die Bälle abholen, das ist nicht sein Spiel.

Van der Vaart kann hinter der Spitze spielen, wo er mit seinen technischen Fähigkeiten glänzen kann. Für andere Positionen fehlt ihm das nötige Tempo. Dass er nicht der Schnellste ist, haben wir schon in der Vorsaison gesehen. Und das wird mit fortschreitendem Alter natürlich nicht besser.

Nun spielen die Hamburger auf Schalke. Da gehe ich von einer Niederlage aus. Wenn es für die Mannschaft ganz dumm läuft, liegt sie nach der Hinrunde wieder auf einem Abstiegsplatz.

Dabei hat der Verein vor der Saison 20 Millionen Euro investiert, damit es wieder aufwärts geht. Doch es wird nicht besser. Deshalb muss der HSV auch die Trainerfrage wieder stellen.

Die Motivationskarte hat Joe Zinnbauer ausgereizt. Nun geht es um eine fußballerische Entwicklung, und die ist einfach nicht zu sehen.

Ich verstehe auch nicht, warum der Verein dem Trainer nach wenigen Wochen schon einen Vertrag bis 2016 gegeben hat. Zinnbauer hat ja vorher nur in der Regionalliga gearbeitet. Das Risiko, dass dieses Experiment schief geht, ist schon hoch.

Die Verantwortlichen hätten bis zur Winterpause abwarten müssen, um dann die fußballerische Entwicklung zu analysieren. Ich weiß nicht, warum man einem Mann aus dem Bauch heraus schon nach drei Wochen einen Vertrag hinlegt. Das ist doch auch eine Kostenfrage.

Ich bin der Meinung, die Mannschaft braucht einen anderen Typ als Trainer. Rafael van der Vaart oder Valon Behrami sind beispielsweise Profis, die einiges erlebt haben. Zu denen würde ein erfahrener Trainer besser passen.

Für Hamburg gibt es in dieser Situation nur einen positiven Aspekt: In der unteren Tabellenhälfte liegt alles eng beieinander, deshalb kann es in dieser Saison viele Mannschaft treffen.

Natürlich gehört auch Werder Bremen dazu. Die Mannschaft hat mal wieder bewiesen, dass es ihr an Qualität mangelt.

Mittlerweile haben sie schon 38 Gegentore kassiert. Viktor Skripnik hat noch das Beste aus der Lage gemacht. Aber die Zahlen zeigen, dass die Defensive einfach nicht bundesliga-tauglich ist.

Bis zum nächsten Mal,
Euer Thomas Berthold

Thomas Berthold nahm als Spieler an drei Weltmeisterschaften teil und krönte seine Karriere mit dem WM-Titel 1990 in Italien. In der Bundesliga war er für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart aktiv. Zudem lief er in der Serie A für Hellas Verona und AS Rom auf. Der ehemalige Manager von Fortuna Düsseldorf schreibt als Kolumnist für SPORT1.

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