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Peter Stöger stieg mit dem 1. FC Köln 2014 in die Bundesliga auf
Peter Stöger arbeitet seit 2013 für den 1. FC Köln © getty

München - Kölns Trainer Peter Stöger spricht vor dem Spiel in Wolfsburg bei SPORT1 über die Heimschwäche, sein Gemüt und Patrick Helmes.

Für Peter Stöger gab es schon sechs Tage vor Weihnachten Geschenke. Der Trainer des 1. FC Köln darf auch in Zukunft auf seine Stammspieler Timo Horn und Matthias Lehmann bauen.

Beide verlängerten am Donnerstag ihre Verträge. "Ich freue mich, dass ich weiter mit Timo und Matze planen und arbeiten kann. Sie sind beide wichtige Leistungsträger, wir wissen, was wir an ihnen haben", sagte Stöger nach den Unterschriften.

Mit Horn und Lehmann will der Österreicher auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen. Platz 15 - das war nach dem Aufstieg das Ziel des Vereins. Aktuell liegen die Kölner vier Zähler vor diesem Rang.

Im letzten Spiel der Hinrunde geht es zum VfL Wolfsburg (Sa., ab 18 Uhr im LIVE-TICKER und im Sportradio SPORT1.fm). Beim Tabellenzweiten rechnen sich die auswärtsstarken Rheinländer durchaus Chancen aus.

Vor der Partie zieht Stöger im SPORT1-Interview eine Zwischenbilanz. Zudem spricht der über seine Social-Media-Aktivitäten und Spieler, die hinter den Erwartungen blieben.

SPORT1: 16 Spiele sind rum. Welche Note würden Sie Ihrer Mannschaft vor dem Wolfsburg-Spiel geben?

Peter Stöger: Ich bin kein großer Freund von einer Notenvergabe. Die Entwicklung einer Mannschaft ist ein kontinuierlicher Prozess, im Verlauf dessen Schwankungen absolut normal sind. Es gibt Phasen, da funktioniert vieles wie gewünscht, aber auch Phasen, in denen Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen. Daher lässt sich der Zustand einer Mannschaft nicht in einer Schulnote ausdrücken. Insgesamt kann ich aber schon sagen, dass die bisherige Entwicklung der Truppe in Ordnung ist. Verbesserungspotenzial gibt es immer.

SPORT1: Was waren für Sie die größten Überraschungen, die sie als Bundesliga-Trainer erlebt haben?

Stöger: Eine Überraschung würde ja bedeuten, dass man mit einem Ereignis oder einem Erlebnis niemals gerechnet hätte. Allerdings war ich mir im Vorfeld schon bewusst, dass in der Bundesliga sehr viel passieren kann. Die Leistung meiner Mannschaft hat mich bisher nicht überrascht, denn ich kenne meine Jungs und weiß, was sie im Stande sind zu leisten. Allgemein betrachtet hatten sicherlich nicht viele Experten damit gerechnet, dass der FC Augsburg bislang eine solch gute Rolle spielt.

SPORT1: Sie haben nach Rückschlägen immer Ruhe ausgestrahlt. Was muss passieren, damit die Öffentlichkeit den tobenden Peter Stöger erlebt?

Stöger: Ich habe glücklicherweise schon sehr viele Erfahrungen sammeln dürfen, um mich nicht schnell aus der Ruhe bringen zu lassen. Davon abgesehen weiß ich nicht, ob es Sinn macht, in der Öffentlichkeit zu toben.

SPORT1: Sie kommunizieren nach den Spielen per Facebook mit den Fans. Gab es danach Kommentare, die sie gekränkt oder geärgert haben?

Stöger: Als ich mich entschieden habe, diesen Kommunikationskanal zu nutzen, war ich mir im Klaren, dass auch kritische Stimmen geäußert werden. Ich habe aber immer gesagt, dass die Kommentare sachlich und manierlich bleiben sollten. Zudem muss ich das Gefühl haben, dass es sich um eine Diskussionsplattform handelt. Sollte ich dieses Gefühl nicht mehr haben, dann werde ich meine Konsequenzen daraus ziehen.

SPORT1: Patrick Helmes hat schlimme fünf Monate hinter sich. Glauben Sie weiterhin an seine Rückkehr?

Stöger: Wir werden in der Winterpause schauen, zu welchem Ergebnis die Therapie in den letzten Monaten gekommen ist und dann entscheiden, wie es weitergeht.

SPORT1: Was haben Sie unternommen, um Patrick Helmes in der Phase aufzubauen?

Stöger: Das war nicht nötig. Pat ist lange genug im Geschäft und ein absoluter Profi.

SPORT1: Einige Spieler hatten Anlaufprobleme. Yuya Osako und Simon Zoller bekommen kaum Spielanteile, Daniel Halfar steckte zuletzt ebenfalls im Tief. Was erwarten Sie 2015 von diesen Spielern?

Stöger: Ich weiß von jedem Spieler, was er zu leisten im Stande ist. Meine Aufgabe ist es, bei jedem Spiel die bestmögliche Mannschaft mit der optimalen Einstellung auf den Platz zu stellen. Wie schon eingangs erwähnt, bin ich mir bewusst, dass jeder Spieler gewisse Formschwankungen durchläuft ? der eine mehr, der andere weniger. Somit ist es auch die Aufgabe von uns Trainern, den Spielern Hilfestellungen zu geben, um möglichst konstant ihre Leistung abrufen zu können. Bei den von Ihnen genannten Spielern ist sicherlich noch Luft nach oben, und ich freue mich darauf, dass sie es allen zeigen.

SPORT1: Zuhause haben Sie erst sechs Punkte geholt, auswärts schon 19. Setzt sich die Mannschaft im eigenen Stadion zu sehr unter Druck?

Stöger: Nein. Wir setzen uns immer unter Druck, die gesteckten Ziele erreichen zu wollen. Leider hat uns bei manchen Heimspielen etwas das nötige Glück gefehlt, sonst hätten wir auch daheim den ein oder anderen Punkt mehr sammeln können.

SPORT1: Das Stadion ist trotz der schwachen Heimbilanz fast immer ausverkauft. Könnte die Begeisterung bei weiteren Niederlagen schwinden?

Stöger: Das hoffe ich nicht, und davon gehe ich auch nicht aus. Die FC-Fans haben schon sehr viel erlebt und stehen seit Jahren hinter dem Klub und der Mannschaft. Das ist nicht selbstverständlich. Diese Begeisterung für den FC spornt uns umso mehr an, die gesteckten Ziele zu erreichen und den 1. FC Köln in der Bundesliga zu etablieren.

SPORT1: Zuletzt haben sie immer die Spiele gewonnen, in denen sie Außenseiter waren. Demnach sollte es am Samstag mit einem Sieg klappen, oder?

Stöger: Da hätte hier niemand etwas gegen.

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