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Pep Guardiola-Arjen Robben-Spielfeldrand
Auch Arjen Robben fehlte Guardiola in der Vergangenheit des Öfteren © Getty

München - Der FC Bayern will die Hinrunde in Mainz veredeln. Der Kader ist ausgedünnt, aber die Verbleibenen haben einen Top-Marktwert.

Als Pep Guardiola von SPORT1 gefragt wurde, was er sich denn für das neue Jahr 2015 wünsche, kam die Antwort ohne Umschweife.

"Weniger Verletzte", sagte der Trainer des FC Bayern München. Wenn der übermächtige Rekordmeister beim FSV Mainz 05 (20 Uhr im LIVE-TICKER und im Sportradio SPORT1.fm) antritt, schleppt er sich personell geradezu über die Ziellinie der Bundesliga-Hinrunde.

Auch wegen diverser Blessuren aus dem Spiel gegen Freiburg fallen zum Jahresausklang noch vier weitere und damit insgesamt zehn Profis aus.

Xabi Alonso muss wegen einer Knöchelprellung passen. Torjäger Robert Lewandowski fehlt nach einem schmerzhaften Tritt, Medhi Benatia zog sich eine Leistenverletzung zu und schließlich erkrankte Sebastian Rode.

Die Mannschaft der Ausfälle wäre in der Bundesliga und Champions League absolut konkurrenzfähig.

"Wir wollen alles"

Doch Guardiola meckert nicht. "Es gibt keinen Grund, nicht gewinnen zu wollen. Die Kondition ist egal, die Verletzten sind egal. Wir wollen alles und das jeden Tag", sagte der Katalane.

Guardiola kann trotz der vielen Ausfälle immer noch ein Starensemble auf den Rasen schicken. Neun aktuelle Nationalspieler plus die international erfahrenen Franck Ribery und Rafinha dürften in Mainz spielen. Diese Elf hätte laut "Transfermarkt.de" immerhin noch einen Gesamtwert von 314 Millionen Euro.

Diese Mannschaft soll die starke Hinrunde veredeln. "Es ist das letzte Spiel und wir haben die Möglichkeit, mit einem super Abstand in die Pause zu gehen", erklärt Guardiola.

Nun war ja ohnehin der von manchen prognostizierte Nach-WM-Blues ausgeblieben und der FC Bayern bisher gefühlt durch die Liga spaziert - die Dominanz dennoch für die Konkurrenz erschreckend. Rekord reihte sich wieder an Rekord.

Herbstmeister in Serie

Keine Mannschaft hat je in einer Vorrunde so wenige Gegentore kassiert und so oft zu null gespielt. Zum vierten Mal in Folge wurden die Münchner Herbstmeister und in Mainz können sie noch weitere Bestmarken aufstellen.

Wie Guardiola diesen anscheinend nie endenden Erfolgshunger begründet? "Wir kämpfen und laufen wie eine kleine Mannschaft."

Und der spanische Coach arbeitet gerade jetzt offenbar mit einem warnenden Beispiel: Borussia Dortmund. "Wenn ich Dortmund sehe, denke ich immer: Pep, das kann uns auch passieren. Der FC Bayern kann auch verlieren", sagte er. Gegenmittel ist der Drang zur Perfektion.

"Diese Situation", also die von Dortmund, "zu verhindern, geht nur, wenn wir uns immer verbessern wollen."

Keine Gedanken an Urlaub

An den Weihnachtsurlaub denkt auch deshalb beim Branchenführer noch keiner und das ungeachtet einer Hypothek, die für alle anderen Klubs nicht zu verkraften wäre.

Denn die vollständige Liste der Ausfälle umfasst noch die prominenten langzeitverletzten Philipp Lahm, Javier Martinez, Holger Badstuber, Tom Starke, Thiago und David Alaba, Claudio Pizarro kämpft sich nach langer Verletzung erst wieder in den Kader zurück.

Immerhin hat Jerome Boateng trotz Rückenproblemen grünes Licht gegeben. "Alles okay bei mir", zitierte ihn die "Bild".

Es gibt einfach kein einziges Indiz dafür, dass der FC Bayern ausgerechnet bei den Rheinhessen plötzlich ins Trudeln gerät - noch immer ist die Qualität beneidenswert.

"Bayern kennen kein Pardon"

"Wir sind keine Fantasten. Die Bayern kennen kein Pardon", ahnt Mainz-Präsident Harald Strutz, während FSV-Manager Christian Heidel sagte: "Jeder gewonnene Zweikampf ist wie ein Tor für uns."

Besonders schwer wird es für die Gastgeber, den derzeit überragenden Arjen Robben auszuschalten. "Wir haben bald keine Spieler mehr. Es ist bei einigen einfach vorbei, die Energie geht raus", sagte dieser zwar nach dem Freiburg-Spiel.

Aber Guardiola wirkte am Donnerstag so gelöst, als könne er für Mainz noch genügend Reserven freisetzen. In den Urlaubsmodus wird aller Voraussicht nach erst hinterher gewechselt.

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