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Aaron Hunt-VfL Wolfsburg
Aaron Hunt wechselte vor der Saison von Werder Bremen zum VfL Wolfsburg © getty

Wolfsburg - Nach den verbalen Attacken von Aaron Hunt spricht Wolfsburgs Manager Klaus Allofs ein Machtwort und droht mit der Höchststrafe.

Mit grün-weißen Weihnachtsmützen auf den Köpfen und einem Danke-schön-Plakat in den Händen verabschiedeten sich die Wolfsburger Spieler nach der besten Hinrunde der Klubgeschichte in den wohlverdienten Winterurlaub.

Besinnliche Stimmung wollte aber nicht so recht aufkommen, da Sorgenkind Aaron Hunt nach nur einem halben Jahr scheinbar seinen Abschied provoziert.

Die Verantwortlichen stellen jedoch auf stur und drohen dem dreimaligen Nationalspieler mit einer Verbannung auf die Tribüne - bis dieser Einsicht zeigt.

Wolfsburgs herausragende erste Saisonhälfte mit der Rekordausbeute von 34 Bundesliga-Punkten und dem Überwintern im DFB-Pokal und in der Europa League rückte durch das Hunt-Theater ein wenig in den Hintergrund.

Hunt erneut nicht im Kader

"Wir erwarten, dass er sich nach der Bedenkzeit auf die wichtigen Dinge besinnt und in der Rückrunde voll da ist", sagte VfL-Manager Klaus Allofs nach dem 2:1 (1:1)-Arbeitssieg zum Jahresabschluss gegen den 1. FC Köln, bei dem Hunt erneut nicht im Kader gestanden hatte.

"Wenn er sich nicht damit anfreunden kann", warnte Allofs, "wird er überwiegend in dieser Situation sein".

Von Einsicht ist Hunt jedoch weit entfernt, seine jüngsten Aussagen über die frustrierende Reservistenrolle hatten es in sich.

Nachdem Hecking Hunt mangelhafte Identifikation mit dem VfL vorgeworfen hatte, sagte Hunt: "Ich habe vier Monate nicht mehr mit dem Trainer gesprochen."

Benaglio: "Kann sich Gedanken machen"

Ein schwerer Vorwurf, den sowohl Hecking als auch Allofs sogleich dementierten.

Man kann es als entgegenkommende Geste auslegen, dass der Klub auf eine öffentliche Schlammschlacht und eine Geldstrafe verzichten.

Auch Kapitän Diego Benaglio hofft noch auf ein Umdenken seines Teamkollegen: "Jetzt gibt es ein paar Tage Ruhe, da kann er sich Gedanken machen."

Hunt liebäugelt mit Rückkehr nach Bremen

Hunt, der vor der Saison nach 13 Jahren bei Werder ablösefrei nach Wolfsburg gekommen war, konnte sich im topbesetzten VfL-Kader nur selten für die Startelf empfehlen.

Deshalb scheint es ihn trotz Vertrages bis 2017 zurück nach Bremen zu ziehen.

"Natürlich kann ich mir vorstellen, irgendwann zu Werder zurückzukehren", sagte Hunt bei einer Veranstaltung im Bremer Rathaus, bei der auch Allofs zugegen war.

Wolfsburgs Manager schloss einen Wechsel erneut aus: "Wir wollen ihn nicht abgeben."

Champions League nun als Ziel

Ob mit oder ohne Hunt - der Tabellenzweite peilt in der Rückrunde nun auch offiziell den Champions-League-Platz an.

"Bei dieser Tabellenkonstellation müssen wir angreifen", sagte Allofs und übte Druck auf sein Team aus: "Die Hinrunde ist die Messlatte."

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Sollten die Wolfsburger auch in der zweiten Saisonhälfte 34 Punkte holen, hätten sie nur einen Zähler weniger auf dem Konto als in der Meistersaison 2008/09.

Der Titel wäre aber auch dann wohl außer Reichweite, zu dominant spielt Bayern München.

Kein Problem für Allofs: "Wenn die Sonne scheint und es sind 30 Grad, dann ärgere ich mich nicht, dass es nicht 32 Grad sind, sondern freue mich darüber."

Auch Innenverteidiger Naldo, der gegen Köln mit seinem bereits fünften Saisontor (78.) für den hart erkämpften Sieg gesorgt hatte, schaut nicht auf die Bayern. "Wichtig war, dass die anderen Teams Punkte gelassen haben", sagte der Brasilianer.

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