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Kevin Kampl-Balotelli-Pose
Kevin Kampls letzter Verein in Deutschland war der VfR Aalen © imago

München - Bayer Leverkusen schickte Kevin Kampl einst weg. Nun soll der extrovertierte Spieler Borussia Dortmund vor dem Abstieg retten.

Einen großen Auftritt hatte Kevin Kampl bereits in der Nähe von Dortmund. Es war im August 2012. Kampl stürmte damals noch für den VfR Aalen und erzielte im Gastspiel beim VfL Bochum das entscheidende Tor.

Seinen Siegtreffer bejubelte der Angreifer mit freiem Oberkörper und angespannten Muskeln. Eine Pose, die er sich beim Italiener Mario Balotelli abgeguckt hatte - trotz der Tatsache, dass er dabei mit seinem drahtigen Körperbau nicht ganz so beeindruckend wirkte.

Macht nichts: Nun erhoffen sich die Dortmunder Fans, dass Kampl demnächst für ihren Klub die Muskeln spielen lässt. Beim Tabellen-Siebzehnten der Bundesliga hat der 24-Jährige am Montag unterschrieben.

Vertrag bis Juni 2019

Kampl erhält beim BVB einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019. Über die Ablösesumme schwiegen sich die Dortmunder und Red Bull Salzburg aus. Sie soll laut Medienberichten zwischen 10 und 12 Millionen Euro liegen.

"Er ist ein im offensiven Mittelfeld vielseitig einsetzbarer Spieler, den wir schon sehr lange beobachten. Mit seiner Spielweise passt er ausgezeichnet in unser Anforderungsprofil", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc.

Nach der jüngsten Pleite gegen Werder Bremen war bei den Dortmundern die Erkenntnis gereift, dass sie in der Offensive noch mal nachbessern müssen.

Hinzu kam: Jürgen Klopp stehen in den ersten Spielen nach der Winterpause wichtige Akteure nicht zur Verfügung.

Aubameyang und Kagawa unterwegs

Pierre-Emerick Aubameyang soll für die Gabuner beim Afrika Cup spielen, Shinji Kagawa ist mit Japan beim Asien Cup unterwegs. In den Partien bei Bayer Leverkusen, gegen den FC Augsburg und beim SC Freiburg dürfte das Duo fehlen.

Ob die verletzten Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus dann wieder fit sind, steht zudem in den Sternen.

Deshalb unterbreiteten die Borussen Red Bull ein Angebot. Den schnellen Mittelfeldspieler konnten sie schnell überzeugen. "Ich war als Kind BVB-Fanatiker, das ist schon ein Traum, jetzt für so einen Verein zu spielen", sagte Kampl bei "Sky".

Einsätze gegen Turin möglich

Der slowenische Nationalspieler kann sich noch einen weiteren Traum erfüllen: Einsätze in der Champions League. Da Kampl mit Salzburg in den Playoffs scheiterte, ist er für das Achtelfinale gegen Juventus Turin spielberechtigt.

Ein Vorteil gegenüber Spielern wie Lukas Podolski (FC Arsenal) oder Xherdan Shaqiri (Bayern München), die derzeit ebenfalls auf dem Transfermarkt gehandelt werden.

Hätte der BVB Kampl kein Angebot unterbreitet, wäre dieser wahrscheinlich trotzdem in Deutschland gelandet. Ralf Rangnick, Sportdirektor bei Red Bull, wollte den 24-Jährigen in die Leipziger Filiale lotsen. Am Ende schaute der 56-Jährige in die Röhre.

Dortmund ist nun Kampls fünfter Profiverein in Deutschland. Er begann seine Karriere bei Bayer Leverkusen. Seine Teamkollegen in der Jugend waren der spätere Weltmeister Christoph Kramer, der aktuelle türkische Nationalspieler Gökhan Töre und Schalkes Torwart Fabian Giefer.

Stationen in Fürth und Osnabrück

Kampl konnte sich bei Bayer jedoch nicht durchsetzen. Die Rheinländer verliehen ihn nach Greuther Fürth und zum VfL Osnabrück.

2012 unterschrieb Kampl schließlich bei Aalen, um nach nur drei Spielen weiterzuziehen. In der Woche nach seinem Balotelli-Jubel meldete sich Salzburg.

Der schnelle Spieler war wie geschaffen für Roger Schmidts Überfall-Fußball. Der jetztige Coach von Bayer Leverkusen formte Kampl zum Nationalspieler. Bei den Slowenen ist er mittlerweile eine feste Größe, schon 14 Einsätze stehen in seiner Bilanz.

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Für die Salzburger erzielte Kampl in 109 Pflichtspielen 29 Tore und bereitete 54 weitere vor. 2014 gewann er unter Schmidt das Double.

Den Stil des BVB vergleicht er mit dem seines Ex-Klubs. "Ich glaube, dass Dortmund von der Spielweise her genau zu mir passt", sagt Kampl.

Zum Start gegen den Mentor

Am 31. Januar kann der Offensivspieler erstmals zeigen, wie er sich in Österreich weiterentwickelt hat.

Dann steht das Spiel bei Bayer Leverkusen auf dem Programm - und Kampl trifft auf seinen Mentor Schmidt.

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