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Der Staat will den Kampf gegen Gewalt bei Fußballspielen verstärken
Der Staat will den Kampf gegen Gewalt bei Fußballspielen verstärken © getty

Mit einem bundesweiten Konzept gegen Intensivtäter will der Staat den Kampf gegen Gewalt bei Fußballspielen verstärken.

"Jeder Gewalttäter muss spüren, dass die Polizei ihm bundesweit auf den Füßen steht. Wer randaliert, zuschlägt oder rechtsextremistische Parolen brüllt, hat bei Fußballspielen nichts verloren", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger am Rande der Innenministerkonferenz in Köln.

So soll zukünftig eine täterorientierte Strafverfolgung gemeinsam durch Justiz und Polizei ermöglicht werden.

Um ein umfassendes Bild aller Straftaten eines Intensivtäters zu erhalten, sollen die Ermittlungen der Polizei an einem Ort gebündelt und aus einer Hand geführt werden. So könnten spezialisierte Ermittler ihre umfassenden Erkenntnisse an die Justiz weitergeben.

"Das ist ein weiterer wichtiger Baustein, um die Gewalt rund um die Fußballspiele einzudämmen", sagte Jäger und ergänzte: "Wir nehmen die Rädelsführer der Krawalle beim Fußball in Manndeckung. Die Strafverfolgung wird so effektiver und Intensivtäter können einfacher von Fußballspielen ferngehalten werden." Die Justizministerkonferenz hat diesen Plänen bereits zugestimmt.

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Pläne der Politik, forderte zugleich aber weitere Schritte.

"Wir müssen die kleine Gruppe der Intensivtäter, die die größeren Gewaltausbrüche anzetteln, aufspüren und unnachgiebig verfolgen. Dabei wäre ein sogenannter Fußballstaatsanwalt, der bei den Risikospielen im Stadion auch anwesend sein sollte, sehr hilfreich", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Arnold Plickert.

Damit sei eine Verkürzung der Strafverfahren und eine schnellere Verurteilung von beweiskräftig überführten Straftätern möglich sowie gleiche Strafmaßstäbe von Hamburg bis München garantiert.

Zudem forderte Plickert eine Intensivtäterdatei für Fußballgewalttäter. "Die vorhandene Datei Gewalttäter Sport ist sinnvoll, aber mittlerweile sehr umfangreich. Wir müssen an die Rädelsführer herankommen, um sie von den Stadien weghalten zu können."

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