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Marco Reus-Borussia Dortmund-Frust
Marco Reus spielt seit 2012 wieder für Borussia Dortmund © imago

Die Führerschein-Affäre von Marco Reus sorgt für teils harsche Kritik in den Medien und sozialen Netzwerken. Aber auch unter den Fans von Borussia Dortmund ist der Strafbefehl für den Mittelfeldspieler des BVB wegen Fahrens ohne Führerschein ein großes Thema.

Zahlreiche Anhänger der Dortmunder sehen Reus durch die Geldstrafe in Höhe von 540.000 Euro genug bestraft. Im größten BVB-Fanforum auf "schwatzgelb.de" gibt es aber auch einige Stimmen, die den 25-Jährigen deutlich kritisieren.

"Mir ist das nicht scheissegal. Ich bin tief enttäuscht. Wir schimpfen über die Steuerhinterzieher aus dem Süden... aber auch Fahren ohne Führerschein ist kein Kavaliersdelikt", schreibt User "Friedrich".

User "Ravenga" ergänzt: "Nicht nur, dass er keinen Führerschein hat, er ist in dieser Zeit noch sechs Mal geblitzt worden UND hat versucht, das ganze mit nem gefälschten Führerschein zu vertuschen (...). Dazu noch ne Karre mit drölfhundert PS unterm Arsch. Das ist 'ne Kombination, die Menschenleben gefährdet und da hört es dann so langsam auf."

Während das Thema also bei den eigenen Fans polarisiert, ist die Meinung in Presse und sozialen Medien einhellig: Das Verhalten von Reus wird als verantwortungslos angeprangert. Auch Konsequenzen durch den Verein und den DFB werden gefordert. Eine gehörige Portion Spott gibt es oben drauf.

SPORT1 fasst Pressestimmen und Twitter-Reaktionen zusammen:

WAZ: "Das Fahren ohne Führerschein ist keine Kleinigkeit. Und erst recht nicht, wenn man noch nie einen besessen hat. Es ist in hohem Maße verantwortungslos. Marco Reus' größtes Glück ist, dass er erwischt wurde. Sein zweitgrößtes, dass er mit der Strafe ausgesprochen gut bedient ist."

Ruhr Nachrichten: "Selbst heißblütigste BVB-Fans schockt der Mix aus Dummheit, Naivität, Verantwortungslosigkeit und vielleicht auch Arroganz des jungen Mannes, der in Interviews bisher immer freundlich, fast bescheiden rüberkam. Wer ohne Prüfung und Führerschein jahrelang mit einem Wagen unterwegs ist - Marco Reus fuhr einen fetten Sportwagen mit mächtig PS - begeht kein Kavaliersdelikt, schon gar keine Kurzschlusshandlung. Es ist eine Straftat, für die der Nationalspieler überraschend glimpflich büßen muss."

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Jahrelanges Fahren ohne Führererlaubnis ist keine Dummheit, sondern ein kriminelles Vergehen. Das geht weit über jene Fehler hinaus, die junge Menschen nun mal machen, selbst wenn sie Nationalspieler sind. (...) Dortmund darf als Arbeitgeber auch über weitere Sanktionen nachdenken, noch mehr aber der DFB. Wenn der Verband die Rolle seiner Elitekicker als Repräsentanten des Fußballs und Vorbilder für die Jugend weiter ernst nehmen will, dann muss er Reus auch bei der Nationalelf aus dem Verkehr ziehen. Die Frage kann in diesem Fall nicht mehr lauten, ob Reus aus dem Weltmeister-Team fliegt, sondern nur noch: wie lange."

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Süddeutsche Zeitung: "Die Geschichte von Marco Reus erzählt mehr über das Milieu, in dem er tätig ist, als manche wissenschaftliche Abhandlung das könnte. Diese Geschichte erlaubt einen Blick in eine entrückte Welt, in der schon Talente über jedes Maß hinaus hofiert werden und gleichzeitig ungeschriebenen Regeln folgen müssen, um in der Parallelwelt einer Mannschaftskabine akzeptiert zu werden. Zu diesen Regeln gehört das Auto, dessen technische Daten ebenso den Stellenwert eines Spielers wiedergeben wie die Monstrosität des Gehalts. Diese entrückte Welt hat eigene Recht- und Moralvorstellungen, in ihr gibt es keine Behörden, bei denen man Autos anmelden muss, auch Flensburg liegt nicht in dieser Welt."

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