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Fredi Bobic war von 2010 bis 2014 in der sportlichen Leitung des VfB tätig
Fredi Bobic war von Juli 2010 bis September 2014 Sportdirektor des VfB © getty

Fredi Bobic hat erstmals nach seiner Entlassung beim VfB Stuttgart harsche Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber geübt.

"Das Problem ist, dass der Aufsichtsrat die Politik des Vereins bestimmt. Obwohl er eigentlich nur die Rolle als Kontrollorgan hat. So lange das möglich ist, und das war schon in der Vergangenheit der Fall, ist immer alles schwierig", sagte der ehemalige Sportdirektor und Sportvorstand der Schwaben im Interview mit dem "kicker".

Der 43-Jährige legte in seiner Kritik am Aufsichtsrat nach: "Die Herren werden es sicher verneinen, aber Tatsache ist, dass Politik gemacht wird. Und zwar im großen Stil. Um erfolgreich sein zu können, braucht es dagegen Ruhe und Geschlossenheit - die fehlt", meinte der frühere Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig weiter.

Er richtete seine deutlichen Worte vor allem in Richtung Finanzvorstand Ulrich Ruf. "Besonders schwer wird es, wenn im Vorstand nur zwei arbeiten", sagte er und verwies auf die in den vergangenen Monaten "handelnden Personen. Eine Konsolidierung der Finanzen und das Erwirtschaften von Transferüberschüssen machen den Finanzchef vielleicht glücklich, diese Einbahnstraßenpolitik ist aber schädlich für den sportlichen Erfolg."

Er warnte zudem vor der Meinung, der Verein könne sich im Fall eines Abstieges neu aufstellen. "Es kann auch der gegenteilige Effekt eintreten, und man bleibt unten hängen - wie 1860 München."

Bobic war Ende September nach dem wiederholten sportlichen Absturz der Schwaben beurlaubt worden. Seit Juli 2010 war er Sportdirektor, seit April 2013 Sportvorstand des früheren Meisters.

Die Art und Weise seiner Entlassung nannte er nun "respektlos". Mit Blick auf die prekäre Lage des Tabellen-15. forderte er "sehr schnell wieder Kompetenz" in der Vereinsführung.

Er nannte das Beispiel Guido Buchwald. Der Weltmeister biete sich über viele Medien an, meinte Bobic, "könnte als Ehrenrat aber auch einfach anpacken und helfen."

Vieles in der Zukunft werde davon abhängen, "ob der Verein und vor allem die Verantwortlichen wirklich die Kraft und den Willen haben, sich zu verändern."

Diese Bereitschaft werde seiner Meinung nach auch über die Zukunft des schwer in die Kritik geratenen Vereinspräsidenten Bernd Wahler entscheiden. "Er wird es tun müssen - sonst ist er der Nächste."

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