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Nach dem 0:5 beim 1. FSV Mainz 05 ist der SC Paderborn bereits seit acht Partien sieglos
Nach dem 0:5 beim 1. FSV Mainz 05 ist der SC Paderborn bereits seit acht Partien sieglos © imago

Mainz - Der SC Paderborn kassiert zum Rückrundenstart in Mainz die höchste Niederlage seiner jungen Bundesliga-Geschichte. Für die zweite Hälfte der Mission Klassenerhalt verheißt das nichts Gutes.

Als in der Coface Arena der Schlusspfiff ertönte, standen die Profis des SC Paderborn mit hängenden Schultern im Schneeregen.

1. FSV Mainz 05 - SC Paderborn
Jens Wemmer (r.) spielt seit 2008 für den SC Paderborn © Getty Images

Erklärungsansätze für das 0:5 (0:1) beim 1. FSV Mainz 05, Gründe für die höchste Niederlage in der noch jungen Bundesliga-Geschichte des Aufsteigers? Die geprügelten Spieler hatten wenig Lust, sie zu diskutieren.

"Ihr habt ja alle Augen", sagte Außenverteidiger Jens Wemmer zu den wartenden Journalisten: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Fragt am besten jemand anders."

Und auch Geschäftsführer Michael Born wollte nicht viel sagen zum ganz schwachen Rückrundenstart. (Datencenter: Tabelle)

"Müssen das Spiel ganz schnell vergessen"

Dass die Euphorie nach dem Aufstieg längst verflogen ist und der SCP seit nunmehr acht Partien auf einen Sieg wartet, war auch dem Manager auf den Magen geschlagen. "Das Spiel müssen wir ganz schnell vergessen", sagte der 47-Jährige: "Nach dem 0:2 hat fast gar nichts mehr funktioniert." (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Born setzte deshalb schon wenige Minuten nach dem Abpfiff seine Hoffnungen auf die nächste Partie am Mittwoch gegen den Hamburger SV. (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan)

"Dass wir in dieser Liga schwierige Phasen haben werden, wussten wir vorher. Wir müssen schauen, dass wir gegen den HSV die Wende schaffen", sagte der Sportchef, dessen Klub mit lediglich 19 Punkten auf dem Konto immer tiefer in den Tabellenkeller rutscht.

Kellerduell vor der Brust

Das Heimspiel gegen die Hanseaten riefen auch die Profis, die das Hinspiel immerhin mit 3:0 gewonnen haben, und der Trainer zur Charakterfrage aus.

"Nach diesem Totalausfall von uns allen werden wir am Mittwoch ein anderes Gesicht zeigen", versprach Kapitän Uwe Hünemeier nach der desolaten Vorstellung vor 27.114 Zuschauern. (Service: Die Statistiken des Spiels)

Coach Andre Breitenreiter ("Wir waren viel zu naiv") redete seinen Spielern mit Blick auf das HSV-Spiel ins Gewissen.

Hoffnungsträger Lakic

"Wir müssen die Köpfe hochnehmen. Am Mittwoch dürfen wir nicht so naiv auftreten", gab der 41-Jährige die Marschroute vor.

Dabei soll auch Neuzugang Srdjan Lakic mithelfen. Der Stürmer, der erst vor wenigen Tagen für eine halbe Million Euro vom 1. FC Kaiserslautern geholt wurde, feierte nach rund einer Stunde sein Debüt im SCP-Trikot.

Das Spiel konnte der Kroate aber nicht mehr drehen. Breitenreiter ist sich dennoch sicher: "Er wird seine große Qualität noch zeigen."

Mainz beendet schwarze Serie

Das gelang am Samstag nur den Mainzern.

Nach neun Spielen ohne Sieg stellte der FSV, der mit seinen Neuzugängen Pierre Bengtsson und Christian Clemens in der Startelf aufgelaufen war, seinen höchsten Bundesliga-Sieg (5:0 gegen den SC Freiburg im März 2005) ein.

"Wir haben gut angefangen und ein sehr wichtiges Tor gemacht. Dann hatten wir ein bisschen Unruhe. Das 2:0 war der große Unterschied zu vielen anderen Heimspielen. Danach war jedes Tor wichtig für uns", zeigte sich Trainer Kasper Hjulmand zufrieden.

Malli trumpft auf

Der überragende Mann bei den Rheinhessen war Mittelfeldregisseur Yunus Malli, der den ersten Doppelpack seiner Karriere (6. und 45.) bejubelte und einen weiteren Treffer vorbereitete.

1. FSV Mainz 05 - SC Paderborn
Yunus Malli (r.) erzielt gegen den SC Paderborn seine ersten beiden Saisontore © Getty Images

Die weiteren Tore erzielten der ebenfalls starke Argentinier Pablo de Blasis mit seinem ersten Bundesliga-Treffer (69.), der eingewechselte Sami Allagui (82.) und Johannes Geis (87., Foulelfmeter).

Zusammen sorgte das erfolgreiche Trio dafür, dass die Mannschaft nach dem Schlusspfiff gemeinsam mit den Fans zu den üblichen Fastnachts-Schlagern schunkeln durfte.

Doch ausruhen dürfen sich die Rheinhessen auf dem gelungenen Rückrundenstart nicht. Bereits am Dienstag müssen die Mainzer bei Hannover 96 nachlegen.

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