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Mats Hummels ist seit 2014 Kapitän beim BVB
Mats Hummels ist seit 2014 Kapitän beim BVB © getty

München - Borussia Dortmund ist anstatt auf Bayern-Jagd nun in Abstiegsgefahr. SPORT1 nimmt den Krisenklub im Ligacheck unter die Lupe.

Nach dem kurzen Winterurlaub brechen die Bundesligisten demnächst in ihre Trainingslager auf. Schließlich startet bereits am 30. Januar die Rückrunde.

Die Hälfte der Teams kämpft um den Klassenerhalte. Bei den anderen neun Teams geht es um den Einzug ins internationale Geschäft.

SPORT1 nimmt im Rückrundencheck die Krisenherde unter die Lupe und erklärt, warum andere Mannschaften auf einer Erfolgswelle schwimmen.

Den Anfang macht Borussia Dortmund.

- Die Ausgangslage

Die Dortmunder wollten den Abstand zum FC Bayern verkürzen. Nun liegen sie 30 Punkte und 16 Plätze hinter dem Tabellenführer (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

Zehn Niederlagen, mit 18 Toren die viertschlechteste Offensive der Liga, 15 Gegentreffer nach der 60. Minute ? diese Zahlen sorgen in der Summe für Rang 17. Und so droht dem Vizemeister der Vorsaison der Abstieg.

Das klingt eigentlich unmöglich. Doch in der Bundesliga-Geschichte hat es schon mal einen Vizemeister erwischt. Alemannia Aachen landete in der Saison 1968/69 auf Platz zwei, in der Spielzeit drauf ging es runter.

Dortmund muss alles dran setzen, einen weiteren schwarz-gelben Turbo-Absturz zu vermeiden.

- Die Situation des Trainers

Jürgen Klopp genießt trotz der prekären Lage weiterhin Rückendeckung. Zwei Tage vor Weihnachten gab Hans-Joachim Watzke einen Treueschwur ab.

"Einen neuen Trainer brauchen wir jetzt nicht. Den brauchen wir auch in Zukunft nicht, weil wir einen der besten haben", sagte Dortmunds Geschäftsführer in einem "Sky"-Interview.

Ob die Zweite Liga in dieser Zukunftsplanung eine Rolle spielt, erklärte Watzke nicht. Ein Jürgen Klopp, der als BVB-Coach nach Aalen, Sandhausen oder Heidenheim fährt, ist schwer vorstellbar.

Spekulationen über einen Rücktritt wies Klopp zuletzt zurück. Sollte der BVB den Anschluss ans rettende Ufer verlieren, sind persönliche Konsequenzen jedoch denkbar.

- Die Transferaktivtäten

12 Millionen Euro haben die Borussen schon ausgegeben. Für diese Summe kam mit Kevin Kampl ein Spieler, der jede Position im Mittelfeld bekleiden kann. Dem Zugang von Red Bull Salzburg könnte noch ein Angreifer folgen.

 

Namen wie Paolo Dybala (US Palermo) und Stephan El Shaarawy (AC Mailand) kursierten zuletzt beim BVB. Beide Spieler dürften mehr als zehn Millionen Euro kosten.

Dortmund könnte sich dank regelmäßiger Champions-League-Einnahmen sicherlich noch einen Angreifer leisten. Fraglich ist, ob sie viel Geld ausgeben wollen.

Mit Ciro Immobile, Adrian Ramos und Pierre-Emerick Aubameyang sind drei Spieler für die Neuner-Position im Kader. Dortmund dürfte nur nachlegen, wenn sich einer aus dem Trio verletzen würde.

Auf die Dienste von Dong-Won Ji verzichtet der BVB künftig. Der Südkoreaner entpuppte sich als Flop und kehrt zum FC Augsburg zurück. Weitere Abgänge dürfte es nicht geben.

Außerdem soll die Borussia laut "Bild" Interesse an Augsburgs Linksverteidiger Abdul-Rahman Baba habe, der Marcel Schmelzer und Erik Durm Konkurrenz machen könnte.

- Das muss besser werden

Kein Team der Bundesliga hat sich so viele individuelle Fehler geleistet wie der BVB. Und jede Woche patzt ein anderer: Aussetzer von Neven Subotic (in München), Roman Weidenfeller (gegen Köln) und Matthias Ginter (in Mainz) führten zu entscheidenden Gegentore.

Doch auch in der Offensive hakt es: Dass sie den Abgang von Robert Lewandowski nicht gleichwertig ersetzen können, betonten die Dortmunder stets. Doch gerade von Angreifer Ciro Immobile haben sie sich mehr erwartet.

Dabei hat der Italiener gerade in der Champions League sein Potenzial angedeutet ? vier Treffer sind ein starker Wert. In der Bundesliga muss Immobile seine Torquote steigern. Mehr als drei Treffer sollten es in der Rückserie schon sein.

- Das macht Hoffnung

Jürgen Klopp graust es, wenn er an die Sommervorbereitung denkt. Seine Weltmeister stiegen erst spät ein. Zudem waren Neven Subotic, Jakub Blaszczykowski, Nuri Sahin und Ilkay Gündogan die ersten Wochen außer Gefecht.

"Die beste Nachricht überhaupt ist, dass wir jetzt vor der Rückrunde erst einmal drei Wochen eine komplette Vorbereitung absolvieren können", sagte Klopp kurz vor Weihnachten in der "Bild".

Die Dortmunder setzen auch darauf, dass Marco Reus nach der Winterpause von Verletzungen verschont bleibt.

Der Offensivmann kam aufgrund zwei längerer Pausen nur auf elf Pflichtspielen. In diesen erzielte Reus aber immerhin sechs Tore und bereitete drei weitere vor.

Außerdem hat der 25-Jährige Erfahrung im Abstiegskampf. Vor vier Jahren bewahrte Reus Borussia Mönchengladbach vor dem Absturz.

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