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Marco Reus hat in dieser Saison erst sieben Bundesligaspiele bestritten
Marco Reus hat in dieser Saison erst sieben Bundesligaspiele bestritten © getty

Dortmund - Borussia Dortmund setzt auf das Comeback von Marco Reus. Der Hoffnungsträger muss aber nicht nur die Sorgen des BVB vergessen lassen.

Von Thorsten Langenbahn

Marco Reus ließ sich am Montag chauffieren.

Per Langstreckenflug kehrte der Hoffnungsträger des BVB aus den USA zurück ins Ruhrgebiet.

Denn am Dienstag startet Borussia Dortmund nach gut zweiwöchiger Pause die Vorbereitung für seine große Aufholjagd.

Alle Augen sind zum Trainingsstart auf Marco Reus gerichtet. Der Mittelfeld-Star soll die die Schwarzgelben in der Rückrunde nach überstandener Verletzung und Führerschein-Affäre wieder auf Kurs bringen.

Akkus in Miami aufgetankt

Aufgetankt hat Reus unter anderem in Miami. An der Südspitze der USA verbrachte er erholsame Tage in der Sonne, traf dabei auch auf seinen Mittelfeldkollegen Ilkay Gündogan. Abschalten. Den Kopf frei kriegen. Weit weg vom Trubel zu Hause.

Als Pechvogel und Verlierer des Jahres ging Reus in die Jahresrückblicke 2014 ein. Das alles will er nun hinter sich lassen. Auch seine Führerschein-Affäre, die zum Jahresende für mächtig Wirbel und bei manchem BVB-Fan für Schnappatmung gesorgt hatte.

"Er hat einfach Mist gebaut und muss dafür gerade stehen - das tut er auch", sagt sein Berater Dirk Hebel SPORT1. Nach dem Aufschrei zum Jahresende stellt er aber fest: "Die Sache hat sich wieder normalisiert."

Nach Verletzung "voll im Zeitplan"

Der 25-Jährige hat sein Fehlverhalten reumütig eingestanden und ist selbst am allermeisten auf Wiedergutmachung aus.

"Reus ist nach wie vor eine große sportliche Figur. Was die Persönlichkeit angeht, kann er aus solchen Fehlern wie der Führerschein-Nummer nur lernen und daraus gestärkt hervorgehen", sagt Altmeister Christoph Daum im SPORT1-Interview. 

Auch Hebel ist überzeugt: "Wenn er nach seiner Verletzung gesund zurückkehrt und wieder auf dem Platz steht, wird er für positive Schlagzeilen sorgen." Nach dem Außenbandriss im November liege der Rekonvaleszent laut Hebel "voll im Zeitplan".

Für die Dortmunder ist der Nationalspieler der Motor des Angriffsspiels. Ist Reus wieder fit, kann er der Borussia mit seinen Qualitäten den Weg aus dem Tabellenkeller weisen.

Ohne Offensiv-Trio in die Vorbereitung

Während Trainer Jürgen Klopp also schon bald wieder auf die Dienste des Nationalspielers zurückgreifen kann, wird ihm vorerst sein bester Bundesliga-Schütze Pierre-Emerick Aubameyang fehlen. Gabuns Nationalmannschafts-Kapitän verpasst die gesamte Vorbereitung durch seinen Einsatz beim Afrika-Cup.

Gleiches gilt für den Japaner Shinji Kagawa und den Australier Mitchell Langerak, die bei der Asien-Meisterschaft antreten. Noch bis Ende Januar pausieren muss Henrikh Mkhitaryan wegen eines Muskelbündelrisses.

Ansonsten hat Klopp beim Laktattest am Dienstag in der Leichtathletik-Halle neben dem Signal-Iduna-Park "grundsätzlich alle an Bord", wie die Pressestelle des BVB verlauten ließ. Auch Verteidiger Sokratis steht nach seinem Wadenbeinbruch vor zwei Monaten wieder zur Verfügung.

Kampl von Beginn an unter Druck

Erstmals mit dem BVB-Logo auf der Brust präsentiert sich der Slowene Kevin Kampl. Der 24-Jährige, für kolportierte zwölf Millionen Euro vom österreichischen Double-Sieger Red Bull Salzburg gekommen, kann wie Reus auf allen drei offensiven Mittelfeldpositionen im von Klopp bevorzugten 4-2-3-1-System eingesetzt werden.

Auf dem Winter-Neuzugang lastet dabei gleich von Beginn an ein hoher Erwartungsdruck. Weil Aubameyang, Kagawa und Mkhitaryan vorerst noch fehlen und Reus noch nicht bei 100 Prozent ist, muss Kampl praktisch direkt zum Rückrundenauftakt bei Bayer Leverkusen funktionieren und einschlagen.

Reus' Comeback in Leverkusen?

Wie damit am besten umzugehen ist, darüber kann sein künftiger Mittelfeldkollege Reus bestens Auskunft geben.

Läuft für den 25-Jährigen alles perfekt, kann er möglicherweise schon im Traininslager im spanischen La Manga (10. bis 18. Januar) wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Gibt es keine Rückschläge, steht der BVB-Hoffnungsträger zum Rückrundenauftakt bei Bayer Leverkusen am 31. Januar in der Startelf.

Und kann mit der Rehabilitation beginnen. Seiner eigenen. Und die des BVB.

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