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Schalkes Jugendtrainer Norbert Elgert spricht über seinen früheren Schützling Manuel Neuer.
Schalkes Jugendtrainer Norbert Elgert spricht über seinen früheren Schützling Manuel Neuer. © SPORT1

Sindelfingen - Schalkes Norbert Elgert spricht bei SPORT1 über seinen Kontakt zu Roberto Di Matteo und Manuel Neuers Chance auf den Ballon d'or.

Im kommenden Jahr feiert Norbert Elgert ein Jubiläum. Dann ist der gebürtige Gelsenkirchener bereits seit 20 Jahren Trainer beim FC Schalke 04.

Bei den "Königsblauen" hat er in dieser Zeit überwiegend die A-Jugend gecoacht. Elgert formte die späteren Weltmeister Manuel Neuer, Mesut Özil, Benedikt Höwedes und Julian Draxler.

Selber sicherte sich Elgert 2013 den Titel "Trainer des Jahres". Es war der Lohn für eine Karriere, in der er mit Schalkes A-Jugend zwei Meisterschaften und zwei DFB-Pokal-Siege

SPORT1 führte mit dem 57-Jährigen am Rande des Mercedes-Benz JuniorCups in Sindelfingen ein Interview. Dort sprach Elgert unter anderem über Neuers Chance auf den Ballon d'or und über seinen Kontakt zu Cheftrainer Roberto Di Matteo.

SPORT1: Herr Elgert, Manuel Neuer steht mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi unter den Top3 der Weltfußballer-Wahl. Wie schätzen Sie seine Chancen ein?

Elgert: Über Ronaldo und Messi und deren Leistungsvermögen brauchen wir nicht zu reden. Aber in diesem Jahr sehe ich Manuel, nicht nur subjektiv, sondern auch sehr objektiv, ganz oben. Manuel ist der beste Torhüter der Welt, hat mit Bayern sehr viele Titel gewonnen und er hat einen riesigen Anteil am Gewinn der WM. Dazu kommt eine gewisse Demut, er ist auf dem Teppich geblieben, er ist sportlich und menschlich sehr komplett. Daher würde ich ihm die Auszeichnung sehr wünschen.

SPORT1: Warum ist er für Sie nicht nur der beste Torwart, sondern auch der beste Spieler der Welt?

Elgert: Manuel ist der kompletteste Torwart von allen. Er hält überragend, ist in der Spieleröffnung weltklasse - ob mit dem Fuß oder mit der Hand. Er ist aber vor allem im Mitspielen überragend und wäre auch als Feldspieler Profi geworden, das konnte man in der Jugend schon sehen.

SPORT1: Auf welche Position im Feld wäre er am besten?

Elgert: Mit Sicherheit weit vorne (lacht).

SPORT1: Mit welchen Gefühlen haben Sie den Triumph Ihrer ehemaligen Schützlinge wie Höwedes, Draxler, Mesut Özil und Manuel Neuer bei der WM in Brasilien verfolgt?

Elgert: Ich habe mich sehr gefreut für die Spieler, den Verein, den DFB und unser ganzes Land. Es macht einen auch ein bisschen stolz, wenn man auch einen Mini-Anteil daran hat, was die Jungs geschafft haben.

SPORT1: Was hat Sie am WM-Erfolg am meisten beeindruckt?

Elgert: Es war fantastisch zu sehen, wie es dem gesamten Team gelungen ist, die vielen Egos und Ich-AGs - das ist nicht negativ gemeint, ein gesundes Ego braucht man im Sport - so unter einen Hut zu bringen, dass sich alle dem Teamgeist verschrieben haben. Die Mannschaft hat viel mehr getan als die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Sie hat gezeigt, was man erreichen kann, wenn man sich zusammentut. Das Wir war deutlich größer als das Ich.

SPORT1: Wie stehen Sie mit den Weltmeistern in Kontakt?

Elgert: Auf Schalke ist der Kontakt zu Benny Höwedes und Julian Draxler sehr eng, für Mesut Özil durfte ich vor kurzem noch die Laudatio beim Laureus Award halten. Ich bin aber genauso stolz auf die Spieler, die es im Fußball nicht ganz nach oben geschafft haben, aber dann als Familienvater oder in ihrem Beruf erfolgreich sind.

SPORT1: Mesut Özil hat die WM und mit Arsenal den FA-Cup gewonnen, aber er hat ein Jahr mit Licht und Schatten hinter sich. Wie sehen Sie seine Entwicklung?

Elgert: Mesut ist erst 26, er hat noch Luft nach oben, das weiß er auch. Er wird weiter reifen und der deutsche Fußball wird noch viel Spaß an ihm haben.

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