Dortmund - Dortmunds Torwart will die Abwesenheit von Konkurrent Mitchell Langerak nutzen und sich seinen Stammplatz beim BVB zurückholen.

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Von Thorsten Langenbahn

Das Selbstbewusstsein von Mitchell Langerak hat durch Borussia Dortmund nicht gelitten. Was er mit Australien bei der Asien-Meisterschaft anstrebt? Den Titel.

Alles andere als der Turniersieg wäre eine Enttäuschung, lautete zuletzt die klare Ansage des australischen Keepers.

Möglicherweis wird der 26-Jährige aber gar nicht im Tor stehen, wenn die Socceroos am Freitag (ab 10 Uhr LIVESCORES) auf heimischem Boden das Turnier gegen Kuwait eröffnen.

Im Nationalteam war bisher Mat Ryan (22) vom FC Brügge erste Wahl. Doch der Kampf scheint offen zu sein. So wie beim BVB.

Auch bei der Borussia war Langerak viereinhalb Jahr lang nur der Ersatzmann, ehe Trainer Jürgen Klopp ihn Anfang Dezember von Beginn an brachte.

Langeraks doppeltes Risiko

Am Ende könnte der stets gute gelaunte Langerak aber gleich doppelt leer ausgehen. Verspielt Langerak durch das Heimturnier die Chance auf seinen Stammplatz?

16 Nationalteams kämpfen beim Asien-Cup bis zum 31. Januar um den Titel. Aus der ersten und zweiten Bundesliga sind bei den kontinentalen Titelkämpfen, das Äquivalent zur Europameisterschaft, 13 Spieler vertreten.

Allein sechs Bundesliga-Akteure hat Titelverteidiger Japan nominiert, darunter Langeraks BVB-Kollege Shinjii Kagawa. Bei Australien ist Angreifer Robbie Kruse ebenso dabei wie Mathew Leckie vom FC Ingolstadt.

Weidenfeller - zwischen Absteiger und Motivator

Während Langerak in Down Under dem Turnierstart entgegenfiebert, geht sein Konkurrent Roman Weidenfeller beim Training in Dortmund in die Vollen. Beim Laktattest zum Auftakt am Dienstag deutete die Nummer 1 auf seiner schwarzen Trainingshose bereits an, wohin sein Weg wieder führen soll.

Als "Absteiger der Saison" stuften die Bundesliga-Profis in der Umfrage des "Kicker" den Weltmeister-Torhüter ein. Im DFB-Film "Die Mannschaft" war kürzlich aber auch zu sehen, welche wichtige Rolle der Ersatzmann Weidenfeller in Brasilien als Motivator eingenommen hat.

So klaglos wie als WM-Ersatztorwart würde er sein Schicksal als Bankdrücker beim BVB sicher nicht hinnehmen. Beim Trainingsstart versprühte er große Zuversicht.

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Torwart-Rochade ohne Wirkung

Optimistisch darf Weidenfeller allemal sein. Denn wirklich gefruchtet hat Klopps Torwart-Rochade im Dezember nicht. In den vier Ligaspielen vor der Winterpause kassierte Langerak sieben Treffer - und machte dabei nicht immer eine ausgezeichnete Figur, so wie bei dem Freistoß-Treffer gegen Wolfsburg.

Auch Weidenfeller war in seinen zwölf Einsätzen nicht der gewohnt starke Rückhalt. Doch die Erfahrung und Qualität des spätberufenen Nationalspielers stehen außer Frage.

"Ich hatte an Roman nie Zweifel und bin von seinen Fähigkeiten überzeugt", sagte Klopp nun. Auch von Weidenfellers Seite werden nach seiner Versetzung ins zweite Glied keine atmosphärischen Störungen zurückbleiben. Sein Motto nach der Degradierung: Jetzt erst Recht!

Keine Wechselgedanken

"Persönliche Befindlichkeiten haben natürlich keinen Platz. Das werden die Jungs genauso sehen", stellte der BVB-Coach am Dienstag grundsätzlich fest. "Im Moment ist nur der BVB, sonst gibt?s gar nichts anderes."

Das angebliche Interesse des AC Florenz, von dem italienische Medien zu Wochenbeginn berichtet hatten, spielt daher für Weidenfeller überhaupt keine Rolle. "Ich konzentriere mich voll auf Dortmund", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Das nutzt ihm auch persönlich, denn für Weidenfeller steht es im BVB-internen Torhüterduell 1:0, bevor es überhaupt richtig losgeht. "Manchmal kann man auch Gewinner sein, wenn man nicht gespielt hat. Er hat nun die Gelegenheit, sich in Topform zu bringen", meinte Klopp.

Endgültige Entscheidung steht bevor

Sein Trainer kündigte an, in der T-Frage möglichst frühzeitig eine Entscheidung zu treffen: "Sicherlich werde ich nicht Woche für Woche eine Torwartdiskussion aufkommen lassen."

Für den Rückrundenstart bei Bayer Leverkusen am 31. Januar ist Weidenfeller durch Langeraks Abwesenheit jedenfalls gesetzt.

Weiterer Vorteil für ihn: Nach dem Rückrundenstart gibt es direkt eine englische Woche. Englisch wird im BVB-Tor vorerst aber wohl nicht gesprochen. Hält Weidenfeller in den ersten beiden Partien gut, wird das auch so bleiben.

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