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Junior Malanda ist im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen
Junior Malanda ist im Alter von 20 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen © imago

München und Wolfsburg - Junior Malanda gilt als großes Talent in Belgien. Beim VfL Wolfsburg will er sich weiterentwickeln, erlebt dabei auch Tiefen.

Von Marcel Guboff und Daniel Becht

Ihm wurde eine große Fußball-Karriere prophezeit. In seinem Heimatland galt Junior Malanda als eines der begabtesten Kicker.

"Der belgische Fußball hat eines seiner größten Talente verloren", twitterte Nationaltrainer Marc Wilmots nach Bekanntwerden des Todes des 20-jährigen Profis des VfL Wolfsburg. 

Ein Autounfall bei Porta Westfalica kostet ihm das Leben. Dabei soll Malanda nicht selbst gefahren, sondern nur Beifahrer gewesen sein 

Das Talent war auf dem Weg zum Flughafen, mit dem VfL sollte es nach Südafrika gehen. Zum Trainingslager für die Bundesliga-Rückrunde.

Nach seinem Tod sind die Wolfsburger in Niedersachsen geblieben, vereint in der Trauer um einen Fußballer, der gerade erst dabei war, Schritt für Schritt an seiner Karriere zu bauen.

"VfL steht unter Schock"

"Der ganze VfL steht unter Schock", sagte VfL-Manager Klaus Allofs am Abend:

"Wir sind alle zutiefst bestürzt und können unsere Fassungslosigkeit kaum in Worte fassen. Wir alle haben ihn geliebt. Er war der gute Geist unserer Mannschaft und ein lebenslustiger Mensch."

Fünf Jahre in Frankreich

Seine Fußballer-Laufbahn beginnt der in Brüssel geborene Bernard Malanda-Adje in der Jugendabteilung des RSC Anderlecht. Im Alter von zwölf Jahren verlässt er sein Mutterland und wechselt zum OSC Lille. Dort kommt er auf 17 Einsätze für die zweite Mannschaft, in denen er einen Treffer erzielt.

Nach fünf Jahren kehrt Junior Malanda schließlich nach Belgien zurück und schließt sich dem Erstligisten SV Zuite Waregem an.

Ein Jahr später, zu Beginn der Saison 2013/14, wird der VfL Wolfsburg auf den jungen Belgier aufmerksam und nimmt ihn bis Sommer 2018 unter Vertrag - um ihn dann für ein halbes Jahr weiter nach Waregem auszuleihen. Am Ende bringt es Junior Malanda dort auf sechs Tore in 52 Partien. 

Zielstrebig und vorbildlich

Als es dann im Winter 2014 in die Bundesliga geht, hat der Nationalspieler kaum Eingewöhnungsschwierigkeiten. Als klar war, dass er zum VfL wechselt, nimmt er Deutsch-Unterricht, "um die Anweisungen des Trainers zu verstehen", sagt er in einem Interview.

Er will "unbedingt jetzt nach Wolfsburg, um den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen", sagt er und verfolg dabei auch ein bestimmtes Ziel: "ch bin in die Bundesliga gekommen, um eine bessere Chance zu haben, in unsere A-Nationalelf zu kommen."

Zwei Tore in sieben Einsätzen

In seinem ersten halben Jahr bei den Niedersachsen bringt er es immerhin auf sieben Einsätze. Zweimal davon steht er in der Startelf, beide Male erzielt er jeweils einen Treffer. Dann allerdings ist die Saison für ihn wegen einer Kreuzbandzerrung vorzeitig beendet.

Zu Beginn der laufenden Spielzeit zieht Junior Malanda dann landesweit die Aufmerksamkeit auf sich.

Fehlschüsse erregen Aufmerksamkeit

Bei der 1:2-Niederlage beim FC Bayern hat der Belgier nach seiner Einwechslung die Chance auf den Ausgleich, schießt den Ball kurz vor Schluss frei vor dem Tor der Münchner aber nur an die Latte.

Nur eine Woche später folgt das Deja-vu. Gegen Frankfurt vergibt er aus noch besserer Position den möglichen Siegtreffer. Fünf Meter vor dem Tor verstolpert er den Ball und macht es so Eintracht-Keeper Kevin Trapp leicht.

Einige Wochen später gehört er zweimal sogar nicht zum Kader, weil Trainer Dieter Hecking ihn nicht auf seinem Top-Niveau gesehen hat.

Der Youngster versteht die Lektion und kämpft sich zurück. Auch, weil Hecking große Stücke auf ihn hält.

Karriere in der U-Nationalmannschaft

Insgesamt kam er in dieser Saison zehnmal in der Bundesliga zum Einsatz.

Während seiner Vereinskarriere durchläuft Junior Malanda auch sämtliche Jugend-Auswahlmannschaften Belgiens.

Sechs seiner zwölf Einsätze für U21 absolviert er in der Qualifikation zur EM 2015. Beim 3:1-Sieg gegen Italien am 5. September 2013 erzielt er sein erstes Länderspiel-Tor.

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