La Manga - Dortmunds Neuzugang heizt den Konkurrenzkampf beim BVB an. Mitspieler Sebastian Kehl sieht bei Kevin Kampl gute Voraussetzungen.

Video

Aus dem Dortmunder Trainingslager in La Manga berichtet Thorsten Langenbahn

Kevin Kampl fällt auf. Nicht nur wegen seiner Frisur. Auch wegen seiner frechen Spielweise.

Im Trainingslager in La Manga konnte der Zehner der slowenischen Nationalmannschaft das am Montagmorgen aber nur bedingt zeigen.

Lauftraining mit BVB-Athletik-Coach Andreas Beck war für den Neuzugang von Red Bull Salzburg angesagt.

Interessiert äugte Kampl bei seinen Runden über die weitläufigen Trainingsplätze immer wieder rüber zu den Kollegen. Für die ging es am Ball in intensiven Spielformen zur Sache.

Klopp hofft auf Impulse

Trainer Jürgen Klopp will den 24-Jährigen langsam ranführen. Am Nachmittag stieg Kampl wieder voll ein.

"Wir sind froh, dass er hier ist", hatte Klopp vergangene Woche zum Trainingsauftakt über den Neuzugang gesagt. "Wir erwarten viel von ihm. Er muss hier keine Wunderdinge vollbringen, aber er darf gerne vorweggehen und Impulse geben", so sein Coach.

Kampl bleibt gelassen

Zwischen dem nötigen Spielraum zur Eingewöhnung und Erwartungsdruck verläuft nur ein schmaler Grat. Kampl weiß das. Aber es scheint den 1,80 Meter großen und 63 Kilogramm schweren Mittelfeldspieler nicht zu stören.

"Ich kann damit ganz gut umgehen, dass die Erwartung groß ist", sagte der Slowene, der in Solingen aufgewachsen ist, bei seiner Vorstellung. Aufgeschlossen, neugierig, positiv - so präsentiert sich der Mittelfeldakteur in Südostspanien.

Diese Attribute sollen den Zwölf-Millionen-Mann auch zu einer Bereicherung für Tabellenvorletzten der Bundesliga machen. "Seine positive Herangehensweise zeichnet sein Spiel aus. Genau wie seine Lebendigkeit und die Bereitschaft zu Pressing und Gegenpressing", lobt Klopp seinen neuen Schützling.

Lob von den Teamkollegen

In den vier Testspielen der Rückrundenvorbereitung soll er das unter Beweis stellen. Am Dienstag in San Pedro del Pinatar gegen den Schweizer Erstligisten FC Sion (16 Uhr) wird Kampl sein Debüt im BVB-Dress mit der Rückennummer 23 feiern.

Auch im Kreis seiner Mitspieler kommt Kampl schon gut an.

"Er macht auf mich einen sehr erfrischenden Eindruck, ist sehr lebendig und sehr quirlig. Das zeigt er auch auf dem Platz", sagte Sebastian Kehl als Podiumsgast bei der täglichen Pressekonferenz im BVB-Mannschaftshotel auf SPORT1-Nachfrage.

Flexibel einsetzbar

"Ich glaube, dass er eine gewisse Verrücktheit mitbringt, die uns im vorderen Bereich sicherlich helfen wird", so der frühere BVB-Mannschaftskapitän. "Ansonsten hoffe ich, dass er gesund bleibt, gut durch die Vorbereitung kommt und das aufnimmt, was wir hier vorhaben. Ich glaube, viele Sachen hat er in den letzten Jahren schon verinnerlicht."

29 Tore in 109 Spielen in der österreichischen Bundesliga sprechen dafür. Mit Salzburg feierte der frühere Zweitliga-Spieler von Fürth und Aalen im vergangenen Jahr die Meisterschaft und den Pokal.

In der Offensive bereichert Kampl Klopps Möglichkeiten. "Allgemein kann ich im Mittelfeld jede Position spielen", sagt Sloweniens Fußballer des Jahres 2013.

Der Konkurrenzkampf wird größer

Kampl in der Zentrale, Marco Reus links und Jakub Blaszczykowski rechts - das ist nur eine von vielen möglichen Varianten. Die erweitern sich, wenn Henrik Mkhitaryan nach seinem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel in Kürze wieder ins Mannschaftstraining einsteigen wird.

Der 24-Jährige heizt den Konkurrenzkampf noch einmal richtig an. Wenn Pierre-Emerick Aubameyang vom Afrika-Cup und Shinji Kagawa von der Asien-Meisterschaft zurück sind, wird er noch größer.

Kampl fällt auf. Durch sein Selbstbewusstsein. Und seine Unbekümmertheit. Wenn er nicht mitsspielt, fällt auch das sofort auf.

Ein gutes Zeichen für die krisengebeutelte Borussia.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel