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Matthias Ginter bereitet sich mit dem BVB in La Manga auf die Rückrunde vor
Matthias Ginter bereitet sich mit dem BVB in La Manga auf die Rückrunde vor © getty

Dortmunds Weltmeister-Verteidiger Matthias Ginter spricht bei SPORT1 darüber, wie er mit dem BVB aus dem Loch kommen will.

Aus dem Dortmunder Trainingslager in La Manga berichtet Thorsten Langenbahn

La Manga - Klassenerhalt mit Freiburg, Nationalmannschafts-Debüt, Wechsel zu Borussia Dortmund und eine Hinrunde zum Vergessen: Matthias Ginter hat mit seinen 20 Jahren bewegte Monate hinter sich.

In 13 Pflichtspielen kam der Innenverteidiger bislang für den BVB zum Einsatz, achtmal in der Liga, viermal in der Champions League und beim Sieg im DFL-Supercup gegen den FC Bayern.

Seine Leistungen waren dabei durchwachsen, nur selten konnte Ginter vollends überzeugen.

Im SPORT1-Interview spricht der Jung-Nationalspieler über seinen rasanten Aufstieg, das schnellste Gegentor der Bundesliga-Geschichte und seiner Perspektiven mit der Borussia.

SPORT1: Matthias Ginter, 2014 war für Sie ein besonderes Jahr: Abstiegskampf mit Freiburg, Debüt in der Nationalmannschaft, die WM in Brasilien, ihr Wechsel nach Dortmund, Ihr Champions-League-Debüt. Hat Sie das in irgendeiner Form geprägt oder sogar verändert?

Matthias Ginter: Es hat mich nicht verändert, aber auf jeden Fall zu einer Weiterentwicklung. Es ging zuletzt eigentlich immer bergauf. Erst mit dem Nichtabstieg, dann mit dem Debüt in der Nationalmannschaft, der WM in Brasilien. Es war ein Riesenjahr. Leider kam dann noch die Bundesliga-Hinrunde dazu. Dieses Jahr zeigt, wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann. Ich habe auf jeden Fall wahnsinnig viel gelernt.

SPORT1: Sie sind beim BVB als Perspektivspieler mit Vertrag bis 2019 verpflichtet worden. Ist es für Sie eine schwierige Situation, kein Stammspieler zu sein?

Ginter: Es war von vornherein klar, dass ich Geduld mitbringen muss. Ich habe trotzdem in dem halben Jahr schon sehr viel gelernt, bin jetzt auch nach der Winterpause fitter als nach der WM zurückgekommen. Der Sommer war schon arg. Ich versuche, alles reinzuhauen und gebe mein Bestes.

SPORT1: Woran müssen Sie in erster Linie arbeiten?

Ginter: Es gibt als Fußballer keinen Bereich, den man nicht verbessern muss, ob mit oder gegen den Ball. Als Verteidiger steht natürlich die Abwehrarbeit an erster Stelle. Es gibt gerade bei einem jungen Spieler viele Bereiche, in denen man sich noch weiter entwickeln kann.

SPORT1: Bei Ihrem Bundesliga-Debüt für den BVB gegen Leverkusen fiel nach neun Sekunden das erste Gegentor. Was denkt man in so einem Moment?

Ginter: Schlimmer hätte es, glaube ich, nicht anfangen können. Das war ja auch das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Das kommt einen vor, als sei man im falschen Film.

SPORT1: Umso schöner war sicherlich das Debüt in der Champions League.

Ginter: Na klar. Ich habe ein Jahr zuvor noch vor dem Fernseher gesessen, die ganz Großen angeschaut. Dann ist man selbst dabei, und gleich in so einem Spiel gegen Arsenal. Das war auf jeden Fall ein Riesenereignis.

SPORT1: Was muss die Mannschaft zur Rückrunde verändern, damit es in der Liga wieder bergauf geht?

Ginter: Wir müssen jetzt einfach die Vorbereitung nutzen. Wir haben drei Wochen Zeit, uns für die Rückrunde in eine Topverfassung zu bringen. Diese Zeit hatten wir im Sommer nicht. Die hilft uns jetzt enorm, damit wir uns auch im taktischen Bereich besser aufstellen können.

SPORT1: Hoffen Sie selbst auf mehr Einsatzzeiten?

Ginter: Das ist schwierig zu sagen. Ich habe bis jetzt 13 Einsätze gehabt, was sicher auch der Verletzungsmisere geschuldet war. Ich fühle mich gut, gebe jeden Tag im Training mein Bestes und versuche mich weiter zu entwickeln.

SPORT1: Sie sind einer der wenigen Spieler im Kader des BVB, der überhaupt Erfahrung im Abstiegskampf hat. Ist Abstiegskampf in Dortmunder schwerer als in Freiburg?

Ginter: In Freiburg war es Normalität. Wir haben uns natürlich auch vorgenommen, nicht ganz so tief unten reinzurutschen. Da war uns schon vor der Saison von vornherein klar, dass wir um jeden Punkt fighten müssen. In dem Sinne ist es in Dortmund was anderes. Ich glaube, dass wir aber genauso viele Charaktere in der Mannschaft haben, um da unten rauszukommen.

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