Marco Reus hat sein Schweigen gebrochen, lässt seine Zukunft aber weiter offen. Im Frühjahr soll die Entscheidung fallen, ob er Dortmund verlässt. Real Madrid ist interessiert

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Vom BVB berichtet Thorsten Langenbahn

Dortmund/La Manga - Lange hat Marco Reus geschwiegen.

Trotz des drängenden Wunsches der Journalisten wollte sich der Hoffnungsträger von Borussia Dortmund auch im Trainingslager in La Manga nicht öffentlich äußern. 

Erst kurz vor der Abreise am Sonntag gab er der "ARD" eine fünfminütige Audienz und sprach über seine Führerschein-Affäre, seinen Neustart 2015 und die Perspektiven beim abstiegsbedrohten BVB. 

Vor allem um Letzteres gibt es seit Monaten Gerüchte, seitdem seine Ausstiegsklausel aus dem bis 2017 laufenden Vertrag von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge publik gemacht worden war.

Die vergleichsweise niedrige Summe zwischen 25 und 35 Millionen Euro hat die meisten europäischen Topklubs auf den Plan gerufen.

Neben dem FC Bayern galt vor allem der FC Barcelona als Top-Kandidat, doch die Katalanen sind aufgrund des einjährigen Transferverbots erst einmal aus dem Rennen.

Als Bale-Ersatz zu Real Madrid?

Ganz im Gegensatz zu Real Madrid, das nach übereinstimmenden Berichten konkretes Interesse an Reus haben soll. Der 25-Jährige gilt als erste Alternative für den angeblich abwanderungswilligen Gareth Bale.

Andererseits haben die Schwarz-Gelben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, den gebürtigen Dortmunder mit einer deutlichen Gehaltserhöhung auf rund acht Millionen Euro pro Jahr weiter binden zu können.

"Ich habe eine berechtigte Hoffnung, dass er langfristig beim BVB bleibt", hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in La Manga erklärt. "Aber am Ende kann das nur Marco entscheiden."

Die entscheidenden Gespräche sollen im Frühjahr stattfinden, erst dann dürfte endlich Klarheit herrschen.

Reus: Momentan zählt nur der Verein

Im Interview wollte sich Reus allerdings wie zu erwarten nicht konkret über seine Pläne äußern.

"Momentan ist es wirklich egal, wer wie lange Vertrag hat und ob der ausläuft, sondern der Verein ist wichtig", sagte er bei strahlendem Sonnenschein auf der Dachterrasse des Mannschaftshotels.

"Es geht nicht um Einzelpersonen, sondern darum, dass wir da unten rauskommen. Das steht jetzt an oberster Stelle."

Der Nationalspieler soll entscheidend mithelfen, den vorletzten Tabellenplatz schnell wieder zu verlassen.

Comeback gegen Bukarest

Nach drei Sprunggelenksverletzungen im vergangenen Jahr ist der Offensivspieler in Spanien wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen und hatte beim 1:0 gegen Steaua Bukarest (BVB zwischen Schock und Zuversicht) sein Comeback gegeben.

"Ich bin mit meinem Heilungsverlauf sehr zufrieden, kann mittlerweile alles mitmachen. Natürlich fehlen von der Spritzigkeit noch ein paar Prozent", betonte Reus mit Dreitagebart und entschlossener Miene.

"Für mich ist es jetzt wichtig, dass ich nach vorne blicke, fit werde und der Mannschaft helfe, dass wir da unten rauskommen. Das zählt jetzt."

Endlich wieder auf dem Platz für Schlagzeilen sorgen

Damit er endlich wieder auf statt wie zuletzt neben dem Platz für Schlagzeilen sorgen kann.

"Ich habe schon direkt am Anfang gesagt, dass es ein Riesenfehler war und es mir sehr leid tut", sagte der Mittelfeldstar über sein jahrelanges Fahren ohne Führerschein.

"Wenn ich das rückgängig machen könnte, würde ich es tun. Aber das kann ich nicht. Dafür muss ich geradestehen - und das tue ich auch."

Reus will einfach wieder seine Ruhe haben und sportlich überzeugen - damit der BVB schnell aus dem Tabellenkeller kommt und alle Seiten spätestens im Frühjahr Planungssicherheit haben.

Daher gilt sein Wunsch für 2015 nicht nur für die Mannschaft, sondern wohl auch ganz persönlich: "Ich hoffe, dass wir einfach einen Neustart machen."

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