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Ciro Immobile greift bei Borussia Dortmund an
Ciro Immobile wechselte vor der Saison vom FC Turin zu Borussia Dortmund © imago

Dortmund - Stürmer Ciro Immobile hat bei Borussia Dortmund bislang enttäuscht - zum Rückrundenstart sind seine Qualitäter aber gefragter denn je. Eine Legende macht ihm Mut.

Von Thorsten Langenbahn

Immer eng am Mann, Unruhe stiften, den BVB-Stürmer unter Druck setzen.

So übte Ciro Immobile im Trainingslager in La Manga Ballannahme und -mitnahme plus Torabschluss in Eins-gegen-eins-Situationen.

Sein Gegner: Dolmetscher Massimo Mariotti. Immerhin war der Schweizer ein passabler Zweitligaspieler mit 35 Einsätzen für den MSV Duisburg.

"Ich wusste, dass er ein bisschen was drauf hat. Da haben wir uns gedacht, er kann das mal machen", erklärte Immobile die kurzweilige Einheit im Interview mit den "Ruhr Nachrichten".

Künftig wird sich der 24-Jährige wieder in weitaus härteren Duellen behaupten müssen.

Vier Treffer in der Königsklasse

Mit vier Treffern in der Champions League und drei in der Bundesliga ist der Neuzugang vom FC Turin bislang hinter den hochgesteckten Erwartungen zurückgeblieben.

Als Torschützenkönig der Serie A mit 22 Toren hatte er im Sommer bei Dortmund unterschrieben.

19 Millionen Euro ließ sich der Vizemeister den Nachfolger von Robert Lewandowski kosten.

Vertrag bis Juni 2019

Eine Investition, die vor allem auch langfristig angelegt ist. Bis zum 30. Juni 2019 läuft Immobiles Vertrag. Liefern muss er allerdings schon jetzt.

Noch bleiben Verantwortliche und Fans geduldig mit dem Neuzugang, der sich in einer extrem schwierigen Situation in einem neuen Land mit einer fremden Sprache eingewöhnen musste.

"Diese Hinrunde, verbunden mit Platz 17, ist natürlich genau das Gegenteil von dem, was wir uns vorgestellt hatten", sagt Immobile. "Mir war bewusst, dass es Anpassungsschwierigkeiten geben würde, auf allen Ebenen. Aber ich merke schon, dass es immer besser wird", sagt der Neapolitaner.

Drei Testspiele, null Tore  

Bei den drei 1:0-Testspielsiegen gegen den FC Sion, Steaua Bukarest und den FC Utrecht stand Immobile jeweils in der Startelf, blieb jedoch ohne Torerfolg.

Am Mittwoch gegen Utrecht gab Adrian Ramos nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel sein Comeback. In der zweiten Halbzeit ersetzte er Immobile und hinterließ bei seinen drei Großchancen einen spritzigeren Eindruck als sein Sturmkonkurrent.

Weil Pierre-Emerick Aubameyang als treffsicherster BVB-Akteur derzeit noch für Gabun beim Afrika-Cup im Einsatz ist, scheint Immobile aber vorerst Klopps erste Wahl zu sein. Der 47-Jährige schenkt dem italienischen Nationalspieler das Vertrauen, um seine Fähigkeiten gewinnbringend einzusetzen.

Rückendeckung bekommt Klopp von Altmeister Giovanni Trapattoni. "Ciro hat alle Anlagen und Fähigkeiten, um noch ganz wichtige Treffer für den BVB zu erzielen", sagte Trappatoni der "Bild".

Der 75-Jährige über seinen Landsmann: "Ich bin sicher, dass er in der Rückrunde explodieren und Dortmund noch viel Freude machen wird."

Giovanni Trapattoni über Ciro Immobile
Giovanni Trapattoni gewann als Trainer sieben italienische Meisterschaften © Getty Images

Vergleich mit Beckham

Selbst Spieler wie Beckham und Rummenigge hätten "im Ausland einige Zeit benötigt, um sich an ein neues Land und eine neue Liga zu gewöhnen", so Trappatoni. Gleiches galt auch für Lewandowski in Dortmund.

"Ich kann und muss der Mannschaft mehr geben", sagt Immobile selbst: "Ich möchte zeigen, dass ich zu Recht hier bin."

Dass er das Toreschießen nicht verlernt hat, zeigte Immobile nicht zuletzt in der Königsklasse.

Profitieren soll Dortmunds Nummer 9 in der Rückrunde auch von den Zuspielen des wiedergenesenen Marco Reus, ebenso wie von der Spielfreude des agilen Neuzugangs Kevin Kampl.

Die nächste Gelegenheit dazu wird Immobile schon am Samstag im Härtetest gegen Fortuna Düsseldorf bekommen.

Gerüchte um den AC Mailand

Spekulationen über einen vorzeitigen Abschied, unter anderem soll der AC Mailand in der Winterpause Interesse bekundet haben, widerspricht Immobile.

"Ich habe davon auch gehört. Aber das ist wirklich kein Thema, sonst hätte ich im Sommer diesen Schritt ja nicht gemacht. Ich bin niemand, der in dieser Situation, in der wir stecken, fliehen würde."

Die Flucht nach vorn in Richtung Tor ist für einen Vollblutstürmer wie ihn wohl die beste Antwort.

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