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Fabian Giefer FC Schalke 04
Fabian Giefer wechselte im Sommer 2014 von Fortuna Düsseldorf zum FC Schalke © imago

Doha - Nach der Verletzung von Schalkes Stammkeeper Ralf Fährmann bekommt nun Fabian Giefer seine Gelegenheit. Diese will er nun nutzen.

Aus dem Trainingslager des FC Schalke berichten Christoph Lother und Christian Ortlepp

Er ist gerade mal ein halbes Jahr im Verein - und doch erlebt Fabian Giefer beim FC Schalke 04 in diesen Tagen so etwas wie einen Neustart.

Groß waren die Ambitionen des jungen Torhüters, als er im vergangenen Sommer ablösefrei von Fortuna Düsseldorf zu den Königsblauen gewechselt war.

Noch größer war die Enttäuschung, als sein damaliger Trainer Jens Keller im August nicht ihn, sondern Ralf Fährmann zur Nummer eins erklärte.

Und am allergrößten war der Rückschlag wenige Tage danach: Adduktorenverletzung, rund zwölf Wochen Pause. Für Giefer schien die Saison bereits gelaufen, bevor sie überhaupt angefangen hatte.

Nach Fährmann-Aus die Nummer eins

Doch nun, knapp sechs Monate später, ist alles anders.

Weil sich sein Konkurrent Fährmann im Trainingslager in Doha schwer am Knie verletzte und bis zu sechs Wochen ausfallen wird, rückte Giefer von einem Tag auf den anderen zur Nummer eins auf - und damit automatisch in den Fokus.

"Er soll schnell wieder fit werden. Eine Verletzung wünscht man niemandem", gab der 24-Jährige seinem Kollegen noch ein paar nette Worte mit auf die Heimreise nach Deutschland.

Daraus, dass er die sich nun bietende Chance unbedingt nutzen will, machte er aber keinen Hehl.

Solide Vorstellung gegen Ajax

"Natürlich bin ich froh, wieder zu spielen“, sagte Giefer nach dem Test gegen Ajax Amsterdam, seinem ersten Einsatz unter Wettkampfbedingungen seit dem Vorbereitungsspiel gegen Bochum kurz vor Saisonstart.

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Auch wenn er zwei Gegentore kassiert hatte, brauchte sich der Schlussmann nach seinem Comeback gegen den niederländischen Rekordmeister nichts vorwerfen lassen.

Alles in allem agierte Giefer souverän und solide. "Ich mache das ja auch schon ein paar Jährchen", sagte er anschließend ganz locker.

Lehrreiche Jahre in Leverkusen

Und doch dürfte er den Druck spüren, der auf ihm lastet.

Ganz so, wie er sie sich vorgestellt hatte, ist die Karriere des 1,96-Meter-Mannes bislang nämlich wohl nicht gelaufen.

Neun Jahre lang trug Giefer das Trikot von Bayer Leverkusen, arbeitete sich dort durch diverse Jugendmannschaften bis hoch in den Profikader.

Mit der U-17-Nationalelf wurde er 2007 WM-Dritter und galt anschließend als eines der größten Torwart-Talente Deutschlands.

Mit Düsseldorf in die Zweite Liga

Für einen Stammplatz in Leverkusen reichte es aber trotzdem nicht. Erst musste sich Giefer hinter Rene Adler anstellen, dann hinter Bernd Leno.

Im Sommer 2012 ergriff er schließlich die Flucht, unterschrieb in Düsseldorf, stand in allen 34 Saisonspielen zwischen den Pfosten - und stieg am Ende mit der Fortuna ab.

Statt in der ersten ging es für Giefer also in der zweiten Liga weiter. Ein Rückschritt, eigentlich.

Doch der Keeper bekam die Kurve - und einen Vertrag auf Schalke.

Einsatz gegen Real wahrscheinlich

Dort wird er nach frustrierendem Start nun plötzlich mehr gebraucht denn je.

"Ich habe keine Bedenken. Ich bin mir sicher, dass er es gut machen wird", hatte Schalkes Coach Roberto Di Matteo Giefer bei SPORT1 kürzlich bereits sein Vertrauen ausgesprochen.

Dennoch wird dieser die drei verbleibenden Wochen bis zum Pfichtspiel-Auftakt gegen Hannover am 31. Januar intensiv nutzen müssen.

Es ist sein zweiter Anlauf bei den Königsblauen. Einen dritten dürfte es nicht geben.

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