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Gedenken an Junior Malanda in Wolfsburg
In vielen Formen gedachten Wolfsburger Fans und Spieler Junior Malanda © Getty

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg gedenkt Junior Malanda mit ergreifenden Gesten und schlägt dann den FC Bayern. Trainer Dieter Hecking findet die richtigen Worte, Kevin De Bruyne überragt.

Fröhlich sollte es sein. So wie Junior Malanda es immer war. Applaus statt einer Schweigeminute.

Doch es mischten sich auch feuchte Augen unter das einminütige Klatschen zu Ehren des Wolfsburg-Profis. Auch bei den Spielern des VfL Wolfsburg, die Arm in Arm die Choreo der Nordkurve verfolgten.

"Für immer in unseren Herzen", stand auf einem Banner, darüber das Konterfei des mit nur 20 Jahren tödlich verunglückten Profis.

Gänsehaut nach "Klatschminute"

Nach der "Klatschminute", wie sie der Stadionsprecher nannte, wurde es kurz vor dem Anpfiff doch noch für einige Sekunden still unter den 30.000 Zuschauern. Selbst die sonst üblichen Zwischenrufer verstummten.

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So angemessen und würdevoll diese Momente der Trauer in der Volkswagen-Arena vollzogen wurden, umso befreiender erschien das Spektakel beim 4:1-Sieg über den FC Bayern danach.

Zuerst auf den Rängen, wo die Fans mit dem Gesang "VfL Wolfsburg ole" ihr Team lautstark ins Spiel begleiteten. Danach auf dem Platz, wo die Gastgeber die Trauer trotz des schwarzen Flors an ihren Armen in Energie ummünzten.

De Bruyne überrragt

Vor allem Junior Malandas Weggefährte Kevin De Bruyne lieferte ein grandioses Spiel ab. Der Mittelfeldstar bereitete das 1:0 vor und traf selbst zum 3:0 und 4:1-Endstand.

Der VfL verkürzte so den Rückstand auf den FCB auf acht Punkte (DATENCENTER: Bundesliga). Doch der Belgier glaubt nicht an den Titel: "Die Bayern sind immer noch die Bayern und werden noch viele Spiele gewinnen."

Und der Jungspund freut sich schon auf das Zusammenspiel mit Weltmeister Andre Schürrle, der vom FC Chelsea kommen soll.

Schürrle gratulierte selbst bereits per SMS Trainer Dieter Hecking zum Sieg über Bayern. Ein Erfolg, an einem denkwürdigen Tag.

Nummer 19 immer präsent

Denn im ersten Pflichtspiel nach seinem tragischen Unfalltod waren Junior Malanda und seine Nummer 19 immer wieder präsent. In der 19. Minute klatschte zu "Steht auf, wenn ihr Wölfe seid" erneut die ganze Arena - der Bayern-Block ausgenommen - ehe "Junior Malanda"-Sprechchöre zur Melodie des Achtzigerjahre-Hits "Baby give it up" ertönten.

"Heute hat er wohl von oben zugeschaut", meinte nach Abpfiff VfL-Coach Hecking.

Der Sieg gegen die Bayern, es war auch ein Sieg für Junior Malanda. Umgekehrt wollte der Trainer diese Gleichung aber nicht aufmachen.

"Ich habe vor dem Spiel gesagt: Wenn wir verlieren, dann ist es nicht, weil er nicht mehr da ist", erklärte Hecking, "das wird nie für uns als Alibi gelten, wenn wir mal nicht unsere Leistung abrufen."

Keine drei Wochen nach Malandas Tod ist der VfL der Normalität ein Stückchen näher gekommen.

Wie Verantwortliche und Betroffene das bewerkstelligt haben, verdient großen Respekt.

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