Video

Andreas Rettig verlässt die DFL und vollzieht die Kehrtwende: Der 51-Jährige hat überraschend seinen Rücktritt als Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga angekündigt und sorgt nun für frischen Wind auf dem Manager-Markt.

Denn nach zwei Jahren bei der DFL will Rettig wieder das Ruder bei einem Klub übernehmen.

"Mit Blick auf meine persönliche Lebensplanung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Zukunft im Klub-Fußball sehe", wurde Rettig in einer DFL-Mitteilung zitiert: "Ohne dass es bereits konkrete Überlegungen mit Blick auf kommende Aufgaben gibt, war es folgerichtig, keine Vertragsverlängerung anzustreben."

Den Ex-Manager des SC Freiburg, 1. FC Köln und FC Augsburg zieht es zurück an die Schalthebel eines Vereins, und angesichts seines erfolgreichen Wirkens in der DFL wird sich der ambitionierte Manager nicht mit einem Platz in der zweiten Reihe zufrieden geben.

Doch kein entsprechender Arbeitgeber in spe liegt ohne Wenn und Aber auf der Hand.

Auch nicht die scheinbar naheliegendste Option Eintracht Frankfurt, denn bei den Hessen steht Heribert Bruchhagen (66) noch bis 2016 unter Vertrag - und will diesen auch erfüllen.

"Er hat natürlich die Fähigkeiten, meine Nachfolge anzutreten. Daran besteht kein Zweifel. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er anderthalb Jahre gar nichts machen wird. Ich glaube nicht, dass das sein Ziel ist", sagte Bruchhagen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Eintracht Frankfurt Wilhelm Bender erklärte per Pressemitteilung: "Ich führe keine Gespräche mit möglichen Nachfolgern von Heribert Bruchhagen. Dazu besteht derzeit kein Anlass, weil Heribert Bruchhagens Vertrag bis zum 30.06.2016 läuft und er diesen Vertrag erfüllen wird."

Auch ist denkbar, dass Rettig in das Red-Bull-Imperium eintauchen und dem zuletzt etwas ins Stottern geratenen Projekt RB Leipzig auf die Sprünge helfen wird.

Eine faustdicke Überraschung wäre ein Wechsel an die Spitze von Hertha BSC.

In Berlin, wo Rettigs ehemaliger Augsburger Weggefährte Jos Luhukay Trainer ist, lässt der ersehnte Schritt in die Bundesliga-Spitze zwar weiter auf sich warten, doch Manager Michael Preetz genießt die Rückendeckung des Präsidenten Werner Gegenbauer.

In Leverkusen, wo Rettig bei Bayer das Geschäft unter Reiner Calmund gelernt hat, ist Michael Schade erst ab 1. Oktober 2013 als Geschäftsführer im Amt.

Dass Rettig völlig ohne Option Abschied von der DFL nimmt, scheint schwer vorstellbar. Fakt ist, dass er schon ab März wieder auf dem Markt ist.

Zwar endet das Arbeitsverhältnis mit der DFL erst am 30. Juni, doch der Verband teilte mit: "Im Sinne der Integrität des Wettbewerbs wird Andreas Rettig auf eigenen Wunsch seine Tätigkeit ab März, also noch vor Auswertung der Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison, ruhen lassen."

Der Geschäftsbereich "Spielbetrieb und Lizenzierung", den Rettig verantwortet, wird kommissarisch Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung, übernehmen. Wer die Nachfolge von Rettig, der am 1. Januar 2013 Holger Hironymus beerbt hat, antreten wird, ist offen.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel