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Heribert Bruchhagen ist Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga
Heribert Bruchhagen ist Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga © imago

Heribert Bruchhagen beklagt eine Zentralisierung der talentierten Nachwuchsspieler auf wenige finanzstarke Vereine und sieht die Entwicklungsmöglichkeiten junger Fußballer daher gefährdet.

"Die Bayern, Leverkusen, Hoffenheim und Leipzig greifen ab, sichern sich jedes Jugendtalent. Aber wo sollen die denn spielen?", sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL) dem "SID": "Alle haben schon einen Berater, die es dann oft versäumen, zu beachten, wo ihr Junge auch im Übergang die besten Karten hat."

Bruchhagen berichtete, die Eintracht habe Emre Can (heute FC Liverpool) schon mit 16 an Bayern München verloren. Zuletzt seien zwei Spieler der Mannschaft, die die Südmeisterschaft in der C-Jugend gewonnen hatte, nach Leipzig gegangen.

"Das wird schon seinen Grund haben. Der Vorwurf geht nicht an die Jungs oder Eltern, aber wenn es einen Berater gibt, sollte der tunlichst nicht darauf achten, wo sie am meisten verdienen, sondern darauf, wo es die beste Perspektive gibt."

Bruchhagen schloss sich damit der Kritik des Gladbacher Sportdirektors Max Eberl an, der erklärt hatte, junge Spieler müssten ja nicht gleich zu Bayern München wechseln, sondern könnten sich erst woanders "ihre Sporen verdienen". Bruchhagen betonte: "Spielen steht über allem."

Der Sportliche Leiter Michael Born vom vergleichsweise kleinen SC Paderborn sieht das ähnlich. "Dass die großen Vereine um die ganz großen Talente konkurrieren, weil sie auf den neuen Messi hoffen, ist klar. Die anderen Talente allerdings, die dürfen den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen", sagte er dem "SID".

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