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Nils Petersen bejubelt einen seiner drei Treffer bei Freiburgs Sieg gegen Eintracht Frankfurt
Nils Petersen bestritt sein erstes Pflichtspiel für den SC Freiburg © Getty Images

Freiburg - Mit seiner Drei-Tore-Gala gegen Eintracht Frankfurt lässt Neuzugang Nils Petersen den SC Freiburg im Abstiegskampf wieder hoffen und wagt einen ungewöhnlichen Vergleich.

Nach seinem senationellen Einstand schwebte Freiburgs Matchwinner Nils Petersen für einen kurzen Augenblick auf Wolke sieben.

"Fußball ist manchmal echt unbeschreiblich und wunderschön. Er ist so schnelllebig, und den Moment muss ich deshalb einfach genießen", sagte der Angreifer - noch immer berauscht von seiner eindrucksvollen Drei-Tore-Gala  (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

"Das zu bestätigen", scherzte er später, "wird nicht ganz leicht." 

Und bedankte sich bei den Mitspielern: "Wenn ich von den Jungs solche Vorlagen bekomme, dann ist es für jeden Stürmer einfach. Jetzt mal übertrieben: Da hätte man auch eine Kiste Bier vorne reinstellen können, die hätte die drei Dinger vielleicht auch gemacht", sagte er bei Sky (Datencenter: Tabelle).

Nils Petersen bejubelt ein Tor
Nils Petersen feierte einen perfekten Einstand im Trikot des SC Freiburg © Getty Images

Drei Tore binnen 25 Minuten

Besser hätte Petersens erster Pflichtspiel-Auftritt im Trikot des SC Freiburg tatsächlich nicht verlaufen können. Erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt, entschied der Winter-Neuzugang die Partie gegen Eintracht Frankfurt binnen 25 Minuten im Alleingang zugunsten des neuen Arbeitgebers (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan).

4:1 (0:1) zeigte die Anzeigetafel im Schwarzwaldstadion am Ende an, dreimal prangte darauf der Name des 26-Jährigen. "Man träumt ja doch mal viel und hat gewisse Eingebungen und Hoffnungen. Aber um sich so etwas im Vorfeld vorzustellen, bin ich dann doch zu sehr Realist", sagte Petersen.

Der Start beim Sportclub, der in der gesamten Hinrunde nur 17 Tore erzielt hatte, verlief für die Leihgabe von Werder Bremen nämlich alles andere als optimal.

Probleme mit Streichs System

In der Vorbereitung offenbarte Petersen noch deutliche Probleme mit dem System von Trainer Christian Streich. Daher saß er am Samstag zu Beginn nur auf der Ersatzbank, bibberte bei Eiseskälte in der dicken Trainingsjacke und sah nach nur 46 Sekunden die Frankfurter Führung durch Marco Russ.

Nach einem ganz schwachen ersten Durchgang konnte Streich aber nicht anders, als den neuen Hoffnungsträger auf den Platz zu schicken. "Noch viel mehr als seine Tore habe ich mich darüber gefreut, dass er als Vorbild aufgetreten ist", sagte Streich. "Besser gehts nicht."

Ohne mit der Wimper zu zucken habe Petersen nämlich seine Reservistenrolle hingenommen "und sich dann voll und ganz auf die Aufgaben auf dem Platz fokussiert. Und dann schießt man eben Tore", erklärte Streich.

Mit allen Körperteilen

Der in Hinrunde bei Werder torlose Petersen tat dies nach Vladimir Daridas Ausgleich (61., Foulelfmeter) in der Manier eines echten Torjägers. Erst mit dem Kopf (63.), dann mit dem linken Fuß (69.) und kurz vor Schluss im Nachsetzen noch einmal mit rechts (88.).

"Das war eine Super-Show, und wir hoffen, dass es so weitergeht", lobte Innenverteidiger Immanuel Höhn. Oliver Sorg ergänzte hingegen zweideutig, dass Petersen "sein Pulver genau im richtigen Moment verschossen hat".

Doch der Mann des Tages hofft auf weitere Treffer und richtete den Blick schon wieder nach vorne. "Ich verspreche, dass ich die Finger ruhig halten werde. Das war ein Traum-Einstand, aber ab Sonntag ist das schon wieder Geschichte", sagte er. Am Dienstag steht nämlich das schwere Auswärtsspiel in Mönchengladbach auf dem Programm.

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