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Huub Stevens ist Trainer des VfB Suttgart
Ein Spiel des VfB Stuttgart und Trainer Huub Stevens soll unter Manipulationsverdacht © Getty

München - Auf die krumme Tour: Ein dringender Manipulatonsverdacht sorgt beim VfB Stuttgart für Ärger an der Algarve.

Das bislang recht beschauliche Trainingslager in Lagos hat plötzlich einen ziemlich faden Beigeschmack bekommen. Nachdem zunächst der von Trainer Hubb Stevens verordnete Frühsport für Moritz Leitner und eine kleine Rangelei zwischen Vedad Ibisevic und Martin Harnik die größten Aufreger gewesen waren, schlug am Freitag das Überwachungssystem Sportradar Alarm.

Beim Testspiel der Schwaben gegen den albanischen Erstligaklub KF Laci (5:0) soll etwas faul gewesen sein. Nach Angaben der Deutschen Fußball Liga (DFL) seien ein ungewöhnliches Wettverhalten sowie auffällige Quotenverläufe gemeldet worden.

Kein Verdacht gegen VfB

Die "Bild" berichtete, dass besonders hohe Einsätze auf einen klaren Sieg des fünfmaligen deutschen Meisters abgegeben wurden. Auch habe sich am vergangenen Montag Beobachtern zufolge das Defensivverhalten der Albaner nach ordentlichen Beginn im Spielverlauf auffällig deutlich verschlechtert.

Der VfB soll nach Aussage der DFL allerdings völlig unbeteiligt und vielmehr Leidtragender als Schuldiger sein. "Gegen den VfB Stuttgart gibt es keinen Verdacht. Im Gegenteil: Sollte sich der Verdacht auf Spielmanipulation bestätigen, wäre der VfB der Geschädigte, der ein Testspiel unter irregulären Wettbewerbsbedingungen ausgetragen hat", sagte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Gleichwohl wollten sich die Stuttgarter nicht zum Sachverhalt äußern. "Wir geben keinen Kommentar ab, weil es ein schwebendes Verfahren ist - auch nicht dazu, wie es zu diesem Spiel kam", erklärte VfB-Pressesprecher Tobias Herwerth.

Zwielichtige Organisatoren

Überlicherweise werden Testspiele in der Vorbereitung von Veranstalteragenturen organisiert, die zunächst bei den Vereinen Wünsche zur Spielstärke der möglichen Gegner einholen. Laci bespielsweise hatte vor ziemlich genau einem Jahr in Spanien einen Test gegen den SC Freiburg bestritten und 0:2 verloren - damals ohne spätere Beanstandung.

Dennoch gibt es hinter vorgehaltener Hand durchaus leicht kritische Töne in Richtung der Stuttgarter. Dass sich nämlich Trainingslager und damit Testspiele von finanziell weniger gut gestellten Vereinen durchaus im Visier der Wettmafia befinden, wurde vor vier Jahen im Prozess gegen die Betrüger um Ante Sapina deutlich.

Sapina und Co. organisierten sogar selbst Spiele, auf die sie anschließend hohe Beträge setzten. Beispielsweise brachte ein Trainingslager des bosnischen Erstligisten NK Travnik im Sommer 2009 in der Schweiz mit fünf manipulierten Spielen nach Angaben der Ermittler einen Wettgewinn von über 300.000 Euro. Bei diesem Fall sollen die Kriminellen sogar ihre eigenen Spieler eingeschleust haben, und einer der Wettpaten saß mit auf der Trainerbank.

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