Video

München - Der FC Augsburg knüpft nahtlos an die fabelhafte Hinrunde an, Werder Bremen feiert einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Beide profitieren von ihren echten und gefühlten Neuzugängen.

Die einen steuern auch im neuen Jahr auf Champions-League-Kurs, die anderen die Abstiegsränge eindrucksvoll hinter sich gelassen.

Der FC Augsburg und Werder Bremen haben in den Sonntagsspielen zum Rückrundenstart erste Ausrufezeichen gesetzt - auch dank ihrer echten und gefühlten Neuzugänge (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Bei Bremens 2:0 über Hertha BSC hielt Wintereinkauf Jannik Vestergaard die schwächste Defensive der Hinrunde (39 Gegentore) überraschend souverän zusammen. Und vorne meldete sich Franco Di Santo nach langer Verletzungspause eindrucksvoll mit einem Doppelpack zurück

Auch beim FCA spielte sich ein Debütant in den Fokus: Pierre-Emile Hojbjerg, Leihgabe vom FC Bayern, sorgte gegen 1899 Hoffenheim (3:1) mächtig für Wirbel.

Matchwinner Di Santo bleibt Stadionrunde erspart

Als Di Santo im Weserstadion zwölf Minuten vor Schluss vom Feld sollte, hätte er am liebsten sogar noch einen draufgesetzt.

"Ich wollte auf dem Platz bleiben", sagte der Matchwinner bei Sky, "aber der Trainer war nicht zu überreden." Viktor Skripnik wechselte seinen Torjäger aus, obwohl er seine Aufgabe eigentlich noch nicht erfüllt hatte.

Der Coach hatte scherzhaft "sechs Tore" von dem 25-Jährigen gefordert, Di Santo daraufhin eine Stadionrunde Bier für diesen Fall versprochen. Zwei Treffer reichten am Ende aber auch, um Werder zu einem Rückrundenstart nach Maß zu sichern und sein Team vom Relegationsplatz hoch auf Rang zwölf zu schießen.

Starkes Comeback nach langer Pause

Zunächst traf Di Santo mit einem Schuss in den Winkel (43.), dann mit einem sehenswerten Seitfallzieher (69.). Nach dem Schlusspfiff wurde der Rückkehrer, der zwei Monate wegen einer Knieverletzung gefehlt hatte, mit Lob überschüttet.

"Solche Spieler braucht man", erklärte Skripnik, "er macht das echt klasse."

Und Geschäftsführer Thomas Eichin ergänzte: "Er ist ein kompletter Spieler und ein Riesentyp in der Kabine. Wir sind alle froh, dass er wieder fit ist."

Sonderlob für Neuzugang Vestergaard

Während Di Santo vorne für Wirbel sorgte, hielt Vestergaard hinten den Laden zusammen.

Der erst in der vergangenen Woche verpflichtete Innenverteidiger gewann starke 85 Prozent seiner Zweikämpfe und schaltete sich immer wieder in die Offensive ein.

"Ich bin sehr zufrieden. Wir haben noch genau so einen Typen gesucht", lobte Eichin den Dänen.

Die Berliner schlittern dagegen immer weiter in die Krise. Nur noch ein Punkt trennt die "Alte Dame" vom ersten Abstiegsplatz.

Augsburg siegt im Schneetreiben

Die Augsburger, Herthas Mit-Aufsteiger von 2011, sind dagegen weiter denn je von den unteren Tabellenrängen entfernt - auch wenn die gegen 1899 mit dem dichten Schneetreiben zu kämpfen hatten.

Tobias Werner FC Augsburg
Pierre-Emile Hojbjerg (M.) feiert ein starkes Debüt im Trikot des FC Augsburg © imago

Den zehnten Saisonsieg des Überraschungsteams konnte der Wintereinbruch dennoch nicht verhindern, im Gegenteil: "Mit dem Schnee wurde Augsburg immer besser. Sie waren wuchtig und haben einfach gespielt, wir dagegen zu kompliziert", sagte Hoffenheims Trainer Markus Gisdol.

Außerdem hatte Augsburg mit Hojbjerg einen neuen Antreiber im Mittelfeld, der immer wieder gefährliche Angriffe einleitete. "Es war ein guter Start", zeigte sich der Neuzugang zufrieden und schob nach: "Heute können wir gut schlafen."

Hojbjerg überzeugt

Von den Kollegen erntete der erst 19-Jährige für sein starkes Debüt viel Lob: "Er hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sich voll reingehängt", sagte Kapitän Paul Verhaegh.

Halil Altintop nach Vorlage von Hojbjerg (39.) und Tobias Werner mit einem gewitzten Freistoß (42.) hatten für die 2:0-Führung des FCA gesorgt. Roberto Firmino verkürzte noch vor der Pause für 1899 (45.). Doch in der Nachspielzeit machte Raul Bobadilla alles klar (90.+3).

Trotz des verdienten Sprungs auf Platz fünf will das Team von Trainer Markus Weinzierl aber immer noch nicht vom internationalen Geschäft sprechen.

"Gegen Dortmund wollen wir nachlegen"

"Über das Thema müssen wir gar nicht reden", sagte Verhaegh: "Darüber wurde so viel geschrieben. Unser Ziel sind die 40 Punkte."

Während zu diesem Zwischenziel nur noch zehn Zähler fehlen, sind die Champions-League-Ränge nach dem siebten Dreier im neunten Heimspiel in greifbare Nähe gerückt. (Datencenter: Tabelle)

Dementsprechend selbstbewusst blickte Hojbjerg bereits auf die nächste Partie voraus: "Gegen Dortmund wollen wir am Mittwoch nachlegen."

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel