vergrößernverkleinern
Marcell Jansen (l.) beendete seine aktive Karriere
Matchwinner beim Hamburger SV: Erst holt Marcell Jansen (Mi., hier mit Rene Adler) im Match beim SC Paderborn einen Strafstoß heraus, dann erzielt er das 2:0 und bereitet noch den dritten Treffer vor © Getty Images

Paderborn - Mit einem Sieg beim SC Paderborn krabbelt der Hamburger SV aus dem Tabellenkeller. Marcell Jansen heißt der Matchwinner - und schafft neben einem Tor gar Rekordverdächtiges.

Dank Matchwinner Marcell Jansen hat der Hamburger SV seine Durststrecke beendet, mit einem wichtigen Auswärtssieg einen Befreiungsschlag im Kampf gegen den drohenden ersten Abstieg geschafft - und obendrein noch einen Rekord gelandet.

Die Hanseaten siegten im Duell Bundesliga-Dino gegen Neuling 3:0 (1:0) beim SC Paderborn und zogen an den Ostwestfalen vorbei. (DATENCENTER: Tabelle)

Kapitän Rafael van der Vaart traf früh per Foulelfmeter (2.), Jansen (72.) mit seinem ersten Tor seit September 2013 und Zoltan Stieber (90.. +1) legten nach.

In den vergangenen vier Spielen und insgesamt 398 Minuten lang hatte die schlechteste Offensive der Liga keinen Pflichtspieltreffer erzielt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Spielplan)

Auf fremden Platz war Hamburg zuletzt genau vier Monate zuvor bei Borussia Dortmund erfolgreich. (Zum Nachhören: Die Highlights des Spiel bei SPORT1.fm)

Zinnbauer voll des Lobes

Der SCP ist nun dagegen seit neun Spielen ohne Sieg und rutscht nach seinem furiosen Start immer weiter ab. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Wir waren geduldig und haben auf unsere Chancen gewartet. Zudem haben wir in der Defensive gut gestanden, deshalb ist der Sieg verdient", sagte ein zufriedener HSV-Trainer Joe Zinnbauer kurz nach dem Match bei Sky.

Und ergänzte: "Wir sind gut ins Spiel gekommen durch den Elfmeter. Trotz der Führung haben wir uns dann aber schwer getan. Wir hatten zwar ein gutes Umschaltverhalten, es aber nicht zuende gespielt. Insgesamt haben wir uns das Glück erabeitet."

 

Breitenreiter zürnt über Strafstoß

Paderborns Trainer Andre Breitenreiter dagegen haderte: "Wir nehmen uns vor, sehr wach zu sein und bekommen nach acht Sekunden einen Elfmeter. Das ist eine Vollkatastrophe. Sonst kann ich der Mannschaft keine Vorwürfe machen, wir waren zweikampstark, hatten viel Ballbesitz, und erspielen uns Chancen, aber es fehlt im Moment das nötige Glück. Uns wurde zudem ein klarer Elfmeter verwehrt." 

Breitenreiter hatte sein Team gegenüber der bitteren 0:5-Niederlage bei Mainz 05 zum Rückrunden-Auftakt auf drei Positionen verändert, Winter-Neuzugang Srdjan Lakic gab sein Startelf-Debüt.

Beim HSV ersetzten Ronny Marcos und Zoltan Stieber nach dem 0:2 gegen den 1. FC Köln Ashton Götz und Mohamed Gouaida.

Der am Montag verpflichtete Chilene Marcelo Diaz wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Schnellster Strafstoß-Pfiff der Liga

Das Spiel begann vor 15.000 Zuschauern wider Erwarten mit einem frühen Treffer:

Van der Vaart verwandelte einen Foulelfmeter, nachdem Patrick Ziegler Gegenspieler Jansen nach nur 8,64 Sekunden Sekunden mit einem Foul im Strafraum der Gastgeber gestoppt hatte.

Es war der schnellste Strafstoß-Pfiff in der 51-jährigen Bundesliga-Historie seit Beginn der Datenerfassung.

Paderborn fängt sich

Der SCP, dessen Coach Breitenreiter seine Bundesligakarriere als Spieler beim HSV begonnen hatte, wirkte kurz geschockt, fing sich aber schnell.

Nach einem ersten Schuss von Moritz Stoppelkamp (10.) fanden die Ostwestfalen zu ihrem gewohnten Konterspiel.

Elias Kachunga verpasste eine scharfe Flanke von Süleyman Koc nur knapp (19.).

Das Duell der beiden Defensivspezialisten blieb überraschend chancenreich, auf der Gegenseite blockte Daniel Brückner einen Schuss von Heiko Westermann aus kurzer Distanz (22.).

Kachunga an die Latte

Die klarste Ausgleichschance der Gastgeber vergab Marvin Bakalorz per Kopf (34. ).

Im Gegensatz zum ersten Durchgang fand Paderborn gut in die zweite Halbzeit und zeigte die in Heimspielen fast schon obligatorische Leistungsssteigerung.

Kachunga traf nach einen schnellen Kombination frei vor Drobny mit einem Heber aber nur die Latte (54.).

In der 63. Minute hatten die Gäste Glück, dass Schiedsrichter Peter Gagelmann bei einem Zweikampf zwischen Marcos und Kachunga keinen Strafstoß pfiff (63.).

Born muss auf die Tribüne

Paderborns Manager Michael Born wurde anschließend wegen Reklamierens sogar auf die Tribüne verwiesen.

Kurz danach erhöhte Jansen im Anschluss an eine Ecke, ehe Stieber alles klar machte.

Auch diesmal hatte Jansen mit einer Ablage die Vorarbeitet geleistet und wurde damit endgültig zum Hamburger Helden.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel