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Augsburg (hier mit Dong-Won Ji, M.) verschenkt zwei Punkte im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt
Augsburg (hier mit Dong-Won Ji, M.) verschenkt zwei Punkte im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt © getty

Augsburg und München - Augsburgs Kapitän Baier stänkert nach dem verspielten Sieg gegen Frankfurt gegen die eigenen Fans. Manager Reuter beruhigt, Trainer Weinzierl ist zufrieden.

Von David Schmidt und Jochen Stutzky

Sieben Punkte aus drei Rückrundenspielen, Platz 4, Sensationsteam der Liga. Friede, Freude, Eierkuchen in Augsburg? Denkste! Kapitän Daniel Baier stänkerte nach dem 2:2 (2:1) gegen Eintracht Frankfurt gegen die eigenen Fans.

"In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass Frankfurt dran ist. Man muss dann versuchen, die Führung im eigenen Stadion über die Zeit zu bringen. Mit den eigenen Fans im Rücken, die so etwas dann auch erkennen und die Mannschaft entsprechend anpeitschen. Aber das war heute nicht der Fall", moserte der Spielmacher des FCA bei  SPORT1. "Wir können die Fans nicht immer nur loben, wenn alles super ist. Ich habe heute nur die Frankfurter gehört und hätte mir ein bisschen mehr gewünscht."

"Mir ist da nichts aufgefallen"

Stefan Reuter hingegen konnte die Kritik an den eigenen Anhängern nicht nachvollziehen. "Mir ist da nichts aufgefallen", krächzte der hörbar heisere Manager bei Sky. Und auch Markus Weinzierl wollte sich durch den ersten kleinen Dämpfer seit Wochen nicht die Laune verderben lassen. Nach der verspielten 2:0-Führung und dem verpassten Sprung auf Rang drei schlenderte der Erfolgstrainer des Überraschungsteams gut gelaunt über den Rasen. Weinzierl klatschte alle seine Spieler ab und wirkte keineswegs unzufrieden.

"45 Minuten lang war das eine sehr gute Leistung von uns. Nur das Ergebnis hat nicht gepasst. Wir hätten ein drittes oder viertes Tor erzielen können", bemängelte der 40-Jährige. "Das 1:2 war der Knackpunkt. Da hat die Eintracht nochmal Mut geschöpft. Uns hat in der zweiten Halbzeit die letzte Frische gefehlt. Aber wir müssen mit dem Punkt leben, es ist okay so."

FCA zum ersten Mal remis

Als Tabellenvierter sind die Augsburger immer noch die Überflieger der Saison, auf Rang sieben hat der FCA bereits acht Punkte Vorsprung. "Schade, da war mehr drin", sagte Reuter dennoch, konnte aber "auch mit dem Punkt leben". Das Ziel seien aber weiterhin 40 Punkte, "solange wir die nicht haben, reden wir über nichts anderes".

Gegen Frankfurt schien der FCA, der zum ersten Mal in dieser Saison überhaupt remis spielte, nach Toren von Abwehrchef Ragnar Klavan (7.) und Raul Bobadilla (37.) wieder auf Kurs. Doch Stefan Aigner gelang in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus dem Nichts der Anschlusstreffer (45.+2), Torjäger Alex Meier erzielte vor 27.122 Zuschauern in der 70. Minute mit seinem 14. Saisontreffer sogar noch den Ausgleich (Service: Die Statistiken des Spiels).

Reuter kritisiert Ji

"Das kann schon mal passieren, dass man sich dumme Gegentore fängt", so Reuter. "Gerade das vor der Halbzeit war absolut unnötig, als Dong-Won Ji so gegen den Mann geht." Der 48 Jahre alte Manager spielte auf das ungeschickte Zweikampfverhaltens Jis an, der leichtfertig einen seitlichen Freistoß provozierte und so den Anschlusstreffer der Hessen mit verursachte.    

Während der FCA zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Geschichte einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielte, bewiesen die Frankfurter wieder einmal Moral und punkteten schon zum dritten Mal in dieser Saison nach zwei Toren Rückstand. Trotz des sechsten Spiels in Serie ohne Sieg holte sich die Eintracht zumindest einen weiteren Achtungserfolg nach dem 1:1 unter der Woche gegen Wolfsburg.

Trapp und Meier retten Punkt

"In der zweiten Halbzeit hatten wir eine sehr gute Phase, vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn wir zielgerichteter gespielt hätten", sagte SGE-Trainer Thomas Schaaf, der zur Pause auf zwei Spitzen umstellte und für das höhere Risiko belohnt wurde. Der 53-Jährige hatte aber auch die ganz schwache Vorstellung seiner Elf vor der Pause nicht vergessen. "Wir haben uns über die ersten 45 Minuten mächtig geärgert. Wir waren in den Zweikämpfen zu harmlos, haben uns in keinster Weise behauptet und viel falsch gemacht."

Tatsächlich können sich die Frankfurter bei ihrem Torhüter Kevin Trapp bedanken, der seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten gleich mit Glanzparaden gegen Tobias Werner und Halil Altintop im Spiel hielt. "Augsburg hat extrem viel Selbstvertrauen. Da funktionieren auch Dinge, die normalerweise nicht funktionieren", sagte Trapp nach seinem 100. Bundesligaspiel, der zusammen mit Torschütze und Vorbereiter Alex Meier das etwas schmeichelhafte Frankfurter Remis rettete.

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