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Alex Meier von Eintracht Frankfurt jubelt
Alex Meier spielt die wohl beste Saison seines Lebens © Getty Images

Frankfurt am Main - Frankfurt und Hamburg scheren sich nicht viel um defensive Ordnung, beide bekommen Torchance um Torchance. Am kaltblütigsten ist mal wieder der Toptorjäger der Eintracht.

Es gärte in ihm, da traf er umso lieber: Eintracht Frankfurt richtet den Blick nach einem Doppelpack von Torjäger Alex Meier wieder nach oben in der Tabelle. Der Hamburger SV dagegen steckt im Keller (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Durch das 1:2 (1:1) bei Eintracht Frankfurt (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER) rutschte das Team von Joe Zinnbauer auf Platz 15 ab - der Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz beträgt nur noch zwei Punkte (Datencenter: Tabelle).

Meiers Tore 15 und 16

Matchwinner Meier schraubte sein Konto mit den beiden Toren (12. /Foulelfmeter und 54.) auf beachtliche 16 Saisontreffer, setzte in der Nachspielzeit (90.+2) aber einen weiteren Foulelfmeter an die Latte. "Ich probiere mein Spiel zu machen, auch wenn eine Phase kommt, bei der es nicht so läuft", sagte Meier bei Sky. In der Rückrunde hatte er davor erst einmal getroffen.

Auf die öffentliche Kritik von Manager Bruno Hübner unter der Woche reagierte Meier: "Dass andere wegen mir schlecht spielen, das trifft nicht den Punkt. Es wurde geklärt. Ich bin immer einer, der das intern klärt. Aber er hat mich öffentlich angesprochen."

Meiers Anfänge in Hamburg

Bevor der 32-Jährige für die hessischen Fans zum "Fußballgott" wurde, hatte Meier vor elf Jahren vier Spiele für den HSV absolviert. Am Samstagabend hätten sich die Hamburger gewünscht, dass Meier wieder das HSV-Dress tragen würde.

Zwar hatte Zoltan Stieber Sekunden vor dem Pausenpfiff für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (45.+2). Doch Meier zeigte sich auch beim 2:1 erbarmungslos mit seinem früheren Verein. Matthias Ostrzolek schwächte die Hanseaten zusätzlich mit zwei vermeidbaren Fouls, die zur Gelb-Roten Karte führten (64.) (SERVICE: Die Statistken des Spiels).

"Das Spiel müssen wir analysieren. Wir haben zu einem guten Zeitpunkt das 1:1 gemacht. Nach dem Platzverweis war es noch schwerer. Wir sind im Abstiegskampf und müssen Punkte holen", sagte Stieber bei Sky.

Die 50.500 Zuschauer in der Frankfurter WM-Arena sahen eine schwungvolle Anfangsphase mit zahlreichen Torchancen. Beide Teams spielten mit hohem Tempo direkt in die Spitze. Artjoms Rudnevs (2.) auf der einen und Meier (9.) auf der anderen Seite hatten die Führung auf dem Fuß.

Das ungeschickte Foul von HSV-Kapitän Johan Djourou an dem geschickt fallenden Lucas Piazon im Strafraum spielte den Gastgebern in die Karten - Meier ließ sich zu seinem 15. Saisontreffer nicht zweimal bitten.

Frankfurt zieht sich zurück

Mit der zu diesem Zeitpunkt verdienten Führung zog sich die Eintracht etwas weiter zurück und überließ den Gästen mehr Spielanteile. Den Hamburgern fehlte aber die entscheidende Idee, der seit Wochen formschwache Spielmacher Rafael van der Vaart saß bis zur 79. Minute erneut nur auf der Bank.

Bei den Frankfurtern machte sich das Fehlen der beiden gesperrten Leistungsträger Carlos Zambrano und Haris Seferovic zunächst kaum bemerkbar. Mit den beiden Spielern war allerdings auch nur ein Sieg in den vergangenen acht Spielen gelungen.

Zoff gab es um Stefan Aigners Auswechslung in der 77. Minute: Frankfurts Rechtsaußen lief wütend an Trainer Thomas Schaaf vorbei und trat noch eine Wasserflasche weg. "Ich wollte ihn nochmal pushen, aber er war einfach müde. Das ist Fußball, da gehen die Emotionen mal durch. Aber es ist alles wieder gut", sagte Schaaf bei Sky.

Piazon scheiterte mit der nächsten guten Gelegenheit in der 28. Minute per Freistoß denkbar knapp. Es entwickelte sich eine teils hitzige Partie, in der Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) gut zu tun hatte. Der Unparteiische beließ es größtenteils aber bei Ermahnungen.

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HSV mit einfachen Ballverlusten

Grund, sich zu beschweren, hatte vor allem HSV-Coach Zinnbauer: Die Gäste blieben trotz der prekären Tabellensituation harmlos und leisteten sich zudem immer wieder einfach Ballverluste.

Im Spiel nach vorne ging fast nichts mehr, ehe Stieber die mitgereisten Fans völlig überraschend wieder hoffen ließ.

Die Hoffnung machte Meier zehn Minuten nach der Pause wieder zunichte. Der Goalgetter traf aus knapp 20 Metern flach ins Eck und schockte damit die Gäste, die lange brauchten, um den erneuten Rückstand zu verarbeiten.

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