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Pierre-Emerick Aubameyang
Pierre-Emerick Aubameyang © getty

Dortmund - Der Gabuner ist nach seinem Doppelpack gegen Freiburg im Sturm von Borussia Dortmund gesetzt. Mit seinen Toren soll er die endgültige Trendwende des BVB herbeiführen.

Mit einem Lächeln um die Mundwinkel fuhr Pierre-Emerick Aubameyang am Sonntagmorgen zur Arbeit. Bei seiner Ankunft am Trainingsgelände blitzte ein schelmisches Grinsen hinter der Windschutzscheibe seines Autos auf.

Passend strahlte über dem BVB-Areal im Dortmunder Osten die Sonne. Für den Moment hat der Gabuner mit seinen beiden Toren beim 3:0-Sieg in Freiburg der Borussia das Lachen wiedergeschenkt.

Der erste Doppelpack des Angreifers hatte den Dortmundern am 20. Spieltag den höchsten Saisonsieg und den ersten Auswärtssieg seit dem 29. August 2014 gesichert (Datencenter: Ergebnisse und Spielplan).

Reus stiehlt den Ball

Dass es für Aubameyang kein Dreierpack wurde, lag an Marco Reus. Der deutsche Nationalspieler hatte der Sturmspitze im Schwarzwald-Stadion den frühen Führungstreffer quasi geklaut.

Nachdem Aubameyang die Arbeit gemacht und sich den Ball nach Mike Frantz' Fehlpass-Vorlage am Freiburger Torwart Roman Bürki vorbeigelegt hatte, lief Reus frech von hinten am Gabuner vorbei und schob zum 1:0 ein.

Aubameyang wird es verschmerzen können. Der 25-Jährige war auch so der überragende Akteur bei dem Befreiungsschlag des bisherigen Schlusslichts. In der vordersten Spitze des 4-2-3-1-Systems ersetzte er in Freiburg den in diesem Jahr noch torlosen Ciro Immobile.

Der Italiener trainierte am Sonntag mit den Reservisten, die mit Henrikh Mkhitaryan, Sokratis, Jakub Blaszczykowski und Adrian Ramos prominent besetzt waren. Jürgen Klopp schaute dick vermummt zu, drinnen arbeitete die erste Elf regenerativ. Für alle hat der Druck durch die drei Punkte ein wenig nachgelassen, Zeit zum Durchatmen (Datencenter: Tabelle).

Aubameyang: "Wir hatten ein Kopfproblem"

"Wir hatten definitiv ein Kopfproblem. Das hat der Trainer in der Sitzung am Freitag auch klar angesprochen. Er hat dabei die richtigen Worte gefunden und uns positiv eingestellt", sagte Aubameyang nach dem fünften Saisonsieg. "Wir hatten bei allen Aktionen immer den Gedanken, positiv zu sein", so der Kapitän der gabunischen Nationalmannschaft.

Zum ersten Mal seit November war Aubameyang wieder als Stürmer zum Einsatz gekommen. Zuvor hatte Dortmunds Nummer 17 seine Torgefahr aufgrund der Ausfälle von Mkhitaryan und Blaszczykowski aus dem rechten offensiven Mittelfeld heraus eingebracht.

So nervenstark wie am Samstag in Freiburg war der schnelle Angreifer dabei nicht immer. Viele Torchancen, zu wenig Ertrag – das war in dieser Saison eines der Hauptprobleme für die Misere des abgestürzten Vizemeisters. Auch wegen Aubameyang. Mit seinen Saisontoren sechs und sieben räumte der zurzeit sicherste BVB-Schütze zahlreiche Zweifel aus.

Immobile und Ramos außen vor

Seine Konkurrenten Immobile und Ramos, der gegen Freiburg nicht einmal im Kader war, werden sich vorerst von der Bank aus anschauen müssen, wie Dortmund – angeführt von Aubameyang – die Wende schaffen will.

Gegen Augsburg hatte Klopp noch auf einen Startelf-Einsatz des Afrika-Cup-Rückkehrers verzichtet. Wohl auch aus Rücksicht darauf, Immobile nicht komplett zu demoralisieren. Aber auf Einzelschicksale kann und darf der Trainer keine Rücksicht nehmen.

Aubameyang ist die fehlende Vorbereitung mit der Mannschaft nicht anzumerken. In Freiburg harmonierte der Spieler des Spiels großartig mit den Mittelfeldakteuren Reus und Ilkay Gündogan.

Sahin: "Dann flutscht es schon mal"

Die Spielfreude und Leichtigkeit war zurückgekehrt, auch dank freundlicher Unterstützung denkbar schwacher Freiburger. Beim 3:0 kombinierten die Klopp-Schützlinge wie zu besten Zeiten.

"Solche Tore sind möglich, wenn man Selbstvertrauen hat und sich seiner Qualität, die außer Frage vorhanden ist, bewusst ist. Da haben uns die ersten beiden Tore geholfen, dann flutscht es auch schon mal", meinte Nuri Sahin. 

Damit es auch weiter "flutscht", müssen die Dortmunder nun nachlegen. In der Hinrunde war ihnen das, etwa nach Siegen gegen Mönchengladbach und Hoffenheim, nicht gelungen.

Skepsis bei SPORT1-Experten

Entsprechend vorsichtig beurteilten die SPORT1-Experten Thomas Berthold und Thomas Strunz im Volkswagen Doppelpass den Sieg. Er sei skeptisch, ob die Trendwende bereits gelungen ist, erklärte Berthold.

Auch Jürgen Klopp blieb zurückhaltend. "Dieser Sieg bedeutet nicht, dass wir die nächsten vier Spiele gewinnen. Aber wir haben unsere Situation angenommen", sagte der 47-Jährige.

Schon am Freitag bekommen die Schwarzgelben im Heimspiel gegen sicherlich spielstarke Mainzer die Chance, den Aufwärtstrend fortzusetzen. Gelingt das, dann kann der Hoffnungsträger Aubameyang auch weiterhin mit einem Lächeln zur Arbeit fahren.

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