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Andre Breitenreiter
Paderborns Trainer Andre Breitenreiter war einst als Spieler für den HSV aktiv © SPORT1

München und Paderborn - Der SC Paderborn empfängt den Hamburger SV zum Krisenduell. Der Blick geht auch zurück auf einen Skandal. SCP-Coach Andre Breitenreiter spricht bei SPORT1.

Es ist das Duell zweier Verlierer des Rückrunden-Auftakts - und es steht symbolisch für den spannenden Abstiegskampf in der Bundesliga: Der SC Paderborn empfängt den Hamburger SV (ab 19.45 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Die Ostwestfalen gingen im ersten Pflichtspiel des Jahres mit 0:5 in Mainz unter, der HSV verlor zuhause mit 0:2 gegen den 1. FC Köln und rutschte auf den Relegationsplatz ab.

Noch steht Paderborn zwar mit 19 Punkten auf Platz 13, aber die Ostwestfalen sind seit drei Monaten ohne Sieg und der Vorsprung auf den HSV und auf den ersten Abstiegsplatz beträgt nur noch zwei Zähler.

Ausgerechnet ein ehemaliger HSV-Profi könnte die Norddeutschen noch tiefer in den Schlamassel stürzen und sich mit seiner Mannschaft etwas Luft verschaffen.

"Wir haben alles analysiert, alle Unklarheiten ausgeräumt und der Blick geht nach vorne", sagt Paderborns Trainer Andre Breitenreiter im Gespräch mit SPORT1. "Wichtig ist, dass wir gegen Hamburg wieder unser Bestes geben werden. Der HSV wird auf Wiedergutmachung aus sein nach der Niederlage gegen Köln", weiß der Coach.

HSV-Sportchef nimmt Team in die Pflicht

"Die Niederlage gegen Köln ist nur gutzumachen mit einem Sieg in Paderborn", nahm HSV-Sportchef Peter Knäbel sein Team in die Pflicht und betonte, die Partie am Abend sei "eines der Schlüsselspiele der Rückrunde". Auch für Trainer Joe Zinnbauer, der schließlich an Resultaten gemessen wird.

Von einem Leistungsschub nach der Rückkehr von Publikumsliebling Ivica Olic war gegen Köln nichts zu sehen, nun treten die Gäste aus dem Norden mit einem weiteren neuen Hoffnungsträger an: Der chilenische Nationalspieler Marcelo Diaz wechselte vom FC Basel an die Alster und soll dem Mittelfeld des HSV die schmerzlich vermisste Stabilität geben.

Kein "normales" Spiel - auch wegen Hoyzer

Paderborns Coach Breitenreiter spielte von 1994 bis 1997 im Mittelfeld des HSV, erzielte in 71 Spielen für die "Rothosen" zwölf Tore. Aber nicht nur deshalb werde es "kein normales Spiel", sondern "eine Partie, die von Kampf und vielen Zweikämpfen geprägt wird. Die Mannschaft, die am Ende mehr Herz hat, wird das Spiel für sich entscheiden."

Andre Breitenreiter jubelt für den Hamburger SV
Paderborns Trainer Andre Breitenreiter ging einst für den HSV auf Torejagd © getty

Vor rund zehneinhalb Jahren allerdings, da wurde eine Begegnung zwischen Paderborn und Hamburg nicht durch die Spieler entschieden. Denn das Pokalspiel zwischen dem damaligen Drittligisten und dem HSV im August 2004 war ein zentrales Element des Wettskandals um den Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer und die kroatischen Brüder Sapina.

Hoyzer wurde am Ende zu zwei Jahren und fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Paderborns Höhenflug begann in Hamburg

Doch das ist Geschichte, in der Gegenwart geht es um wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Beide Teams wollen den schlechten Rückrundenstart vergessen machen. Und Paderborn denkt dabei gerne zurück an den 3:0-Sieg im Hinspiel in Hamburg. Es war der erste Bundesligasieg der Vereinsgeschichte und ein erstes Ausrufezeichen des als Abstiegskandidat Nummer eins in die Saison gestarteten Aufsteigers.

Es folgte eine sehr respektable Hinrunde mit 19 Punkten. Unterschätzt wird Breitenreiters Team längst nicht mehr, das weiß auch der Trainer: "Klar, der Überraschungseffekt ist weg, aber das Spiel in Mainz hat damit wenig zu tun gehabt. Das waren individuelle Fehler als Mannschaft. Das müssen wir abstellen."

"Stellen nicht alles in Frage"

Trotz des Dämpfers zum Rückrundenstart ist die Stimmung an der Pader aber weiter positiv.

"Wir stellen jetzt nicht alles in Frage, haben weiter eine Mannschaft, mit der wir seit anderthalb Jahren sehr erfolgreich sind", sagt Breitenreiter. "Jeder hat doch von außen erwartet, dass wir irgendwann einbrechen werden. Dem müssen wir jetzt entgegentreten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir immer die Möglichkeit haben zu punkten."

Was dem 41-Jährigen weiter Mut macht: "Wir spielen zuhause mit unseren hervorragenden Fans im Rücken. Gegen den HSV werden wir eine bessere Leistung abrufen."

Glaube geht nicht verloren

Der Glaube an seine Mannschaft, so Breitenreiter zur 0:5-Pleite in Mainz, gehe "nach einer Niederlage nicht verloren. Ich weise schon seit Saisonbeginn darauf hin, dass es solche Phasen geben wird für uns, denn wir sind klarer Außenseiter in der Liga."

Sein Team müsse "immer alles investieren", was an Potenzial vorhanden sei. "Trotzdem ist es außergewöhnlich, was die Mannschaft bisher geleistet hat. Man muss auch sehen, mit welchen Rahmenbedingungen wir zu kämpfen haben."

Widrige Bedingungen

Die Paderborner mussten vor dem Mainz-Spiel zwei Tage auf Kunstrasen trainieren, zwei Tage auf tiefem Boden und einen Tag auf Schnee. Vor dem HSV-Spiel befreiten Fans den Trainingsplatz am Montagvormittag mit Schaufeln vom Schnee der Nacht.

"Die Bedingungen in Paderborn sind so, wie sie sind", meint Breitenreiter, "am Mittwoch aber geht es von Neuem wieder los. Wir werden niemals aufgeben."

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