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Christian Gentner vom VfB Stuttgart ruft
Christian Gentner holte 2007 mit dem VfB Stuttgart die Deutsche Meisterschaft © Getty Images

München - Kapitän Christian Gentner spricht vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim im SPORT1-Interview über die Torflaute des VfB Stuttgart und den Abstiegskampf.

Tabellenplatz 18. Dazu nur 20 Treffer in 20 Spielen. Der VfB Stuttgart steckt in großer Abstiegsgefahr, auch weil das Team viel zu wenige Tore schießt.

In den vergangenen vier Partien gab es gar keinen eigenen Treffer. Christian Gentner weiß das, in Panik bricht der Kapitän des VfB Stuttgart dennoch nicht aus vor dem Spiel bei 1899 Hoffenheim (Sa. ab 15 Uhr im LIVETICKER und Sportradio SPORT1.fm).

Mit der Erfahrung aus vorigen Abstiegskämpfen versucht der 29-Jährige, bestmöglich auf das Team einzuwirken.

Im SPORT1-Interview schildert Gentner, wie die Torflaute beendet werden soll und warnt seine Mitspieler, ja nicht zu viel über die Durststrecke nachzudenken.

SPORT1: Herr Gentner, der VfB ist im Moment Tabellenletzter und hat doch in Hoffenheim eine positive Serie zu verteidigen: Wissen Sie welche?

Christian Gentner: Nein.

SPORT1: Das Team ist bislang unter Trainer Huub Stevens auswärts ungeschlagen.

Gentner: Serien sind für uns im Moment weniger interessant, wichtiger ist es, Ergebnisse zu erzielen, ob das zu Hause oder auswärts ist, ist nicht entscheidend.

SPORT1: Jetzt geht es zumindest zu einem Auswärtsspiel. Wie schätzen Sie 1899 ein? Das Team hat 2015 noch keinen Punkt geholt.

Gentner: Auch wenn sie keinen guten Start erwischt haben, haben sie doch über Jahre hinweg eine spielerisch starke Mannschaft entwickelt. Hoffenheim hat offensiv immer gute Einzelspieler, darauf müssen wir am Samstag vorbereitet sein. Wir sind in einer Situation, in der wir jeden Punkt brauchen.

SPORT1: Ist es womöglich ein Vorteil, dass der VfB schon öfter im Abstiegskampf war und letztlich immer die Liga gehalten hat?

Gentner: Sicher hat ein Großteil der Mannschaft das bereits erlebt und kann sich nun auf Dinge besinnen, die damals schon wichtig waren. Wir müssen in dieser Phase die Ruhe bewahren, dürfen aber auch nicht die Augen vor unangenehmen Dingen verschließen.

SPORT1: Eine Zeitung rechnete bereits aus, wie teuer der Abstieg für den Klub wäre. Wie schottet man sich gegen solche Negativszenarien ab?

Gentner: Damit befassen wir uns nicht. In unserer jetzigen Situation ist so etwas nicht gefragt, wir sind gefordert, den Abstieg zu verhindern. Auch der aktuelle Tabellenplatz ist jetzt nicht entscheidend, sondern wo wir nach dem letzten Spieltag stehen.

SPORT1: Der VfB ist seit vier Bundesliga-Spielen ohne eigenes Tor. Wie gehen Sie damit um?

Gentner: Wir sollten darüber nicht so viel sprechen. Und wir sollten uns das nicht immer ins Gedächtnis rufen. Es ist ebenso wichtig, Tore zu verhindern. Und das machen wir gut.  Wir werden auch wieder treffen und Spiele gewinnen.

SPORT1: Deutschlands erfolgreichster Stürmer Gerd Müller hat einmal ein Tor mit dem Po erzielt.

Gentner: Gesehen habe ich es leider nicht, aber davon gehört (schmunzelt).

SPORT1: Wie wäre es mit solch einem Tor die Flaute zu beenden?

Gentner: Wir nehmen jedes Tor. Wie die Tore fallen, ist mir völlig egal.

SPORT1: Defensiv steht das Team sicherer als in der ersten Phase der Saison, ging das womöglich zu Lasten der Offensive?

Gentner: Nein. Wir haben in der Hinrunde sehr viele Gegentore bekommen, da war es die logische Konsequenz die Defensivarbeit zu verbessern. Wir stehen stabiler, das ist auch im Abstiegskampf nötig. Ich glaube nicht, dass wir mit wildem Hurrafußball die nötigen Punkte holen.

SPORT1: Vedad Ibisevic ist mittlerweile seit einem Jahr ohne Torerfolg. Denken Sie, es war gut für sein Selbstvertrauen nach den Verletzungsproblemen mal 90 Minuten gegen Bayern durchgespielt zu haben?

Gentner: Natürlich tut ihm ein Spiel über 90 Minuten gut. Es ist aber keine Garantie für die nächsten Wochen. Ich bin mir allerdings sicher, Vedo wird auch wieder für uns wichtige Tore machen. Das zeigt er auch im Training. Wir werden ihn unterstützen und das weiß er.

Vedad Ibisevic vom VfB Stuttgart im Zweikampf mit Bayern Münchens Mario Götze
Vedad Ibisevic (l.) wechselte 2012 von der TSG Hoffenheim zum VfB Stuttgart © Getty Images

SPORT1:  Was erwarten Sie von Neuzugang Serey Die, der gerade mit der Elfenbeinküste den Afrika-Cup gewonnen hat?

Gentner:  Ich habe viel Positives über ihn aus Basel gehört. Er ist sehr robust, sehr aggressiv, zweikampfstark, das ist im Abstiegskampf gefragt. Man muss abwarten, wie kräftezehrend der Afrika-Cup für ihn war und wie schnell er uns helfen kann. Ein international erfahrener Spieler, der gerade mit einem Erfolgserlebnis zu uns kommt, kann uns nur gut tun.

SPORT1: Huub Stevens erlebt man betont gelassen - trotz Platz 18. Hoffen Sie, dass sich die Ruhe des Trainers auch positiv auf die Mannschaft auswirkt?

Gentner: Er hat schon viele Abstiegskämpfe erlebt und erfolgreich bestritten. Er weiß also, worauf es ankommt: auf den Zusammenhalt. Den lebt er vor. Das wird sehr wichtig in den kommenden Wochen und Monaten.

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