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Der Eintracht-Trainer feiert am Samstag gegen Schalke sein Jubiläum. Noch ist lange nicht Schluss für Schaaf, der in Bremen als Spieler und Trainer eine Ära prägte. Die nächsten Bestmarken sind in Reichweite.

Thomas Schaaf feiert sein Jubiläum wie die Premiere.

Vor knapp 16 Jahren - in Deutschland wurde mit D-Mark bezahlt, Steffi Graf spielte noch Tennis und Gerhard Schröder war Bundeskanzler - saß der damals 38-Jährige gegen Schalke 04 zum ersten Mal auf der Bundesliga-Trainerbank.

Am Samstag (18.15 im LIVETICKER und bei SPORT1.fm), wenn er zum 500. Mal Platz nimmt, ist der Gegner der gleiche - und Schaaf irgendwie immer noch der Alte.

"Als Mensch war und ist Thomas immer ehrlich, authentisch, korrekt, berechenbar; und als Trainer absolut professionell und pragmatisch", berichtet Trainer-Legende Jupp Heynckes, mit 642 Spielen (noch) erfahrener, dem kicker: "Für mich zählt er zu den Spitzentrainern der Bundesliga. Ich empfand ihn immer als sympathischen, tollen Kollegen."

Schaaf lässt sich nicht verbiegen

Zwar steht Schaaf inzwischen bei Eintracht Frankfurt an der Seitenlinie, nicht mehr bei Werder Bremen, wo er eine Ära prägte und 2004 das Double holte - verbiegen lassen hat er sich in all den Jahren aber nicht.

"Dummes Zeug", raunte der inzwischen 53-Jährige am Frankfurter Trainingsplatz auf die Kritik an der angeblich nicht ausbalancierten Spielweise des Tabellenneunten.

Am Main wie an der Weser: Schaaf macht sein Ding.

"Er analysiert mit Ruhe und Gelassenheit, lässt die Dinge auf sich zukommen und trifft dann Entscheidungen. Thomas weiß, was er will", sagt Rekord-Trainer Otto Rehhagel, die andere Werder-Legende, mit dem der Spieler Schaaf unter anderem 1992 den Europapokal der Pokalsieger gewann: "Er äußert sich auch in weniger angenehmen Situationen cool und überlegt. Niederlagen etwa kann man seinem Gesicht nicht anmerken. Ich konnte das nicht so verdecken."

Schaafs Niederlagen bleiben aber selten in Erinnerung. Gegen Schalke peilt er den 230. Sieg an, neben dem Double gewann er den Pokal auch 1999 und 2009, in der Champions League feierte Bremen dank Schaaf grün-weiße Partynächte.

Schaaf noch ohne Kündigung

Der in Mannheim geborene Fußballlehrer, als Spieler jeweils zweimal Meister und Pokalsieger, kennt die Bundesliga, kennt vor allem die Gesetze im Fußball.

"Ich wusste, dass ich mit meinem ersten Vertrag gleichzeitig meine erste Kündigung unterschreibe", sagte er mal über seine Unterschrift in Bremen, wo er ab dem 11. Mai 1999 auf der Bank saß.

Geholt worden war er zunächst als Feuerwehrmann. Die Kündigung blieb ihm während seiner Karriere bislang erspart - wohl auch, weil er zumeist Erfolge vorzuweisen hatte.

Als eine kühle und knorrige Person will er nicht hingestellt werden. "Meine Tür ist immer offen. Wenn dich irgendwas bedrückt oder du es vor Freude kaum aushalten kannst, kannst du mich auch umarmen. Diese Nähe muss man auch zulassen", sagte Schaaf dem Radiosender hr-Info.

Lehrmeister Rehhagel

Als Vorbild dient ihm da wohl in gewisser Weise Rehhagel, für den es "nie junge oder alte, sondern nur gute oder schlechte Spieler gab".

Überhaupt war die Zeit mit Rehhagel für Schaaf sehr prägend.

"Otto war und ist ein toller Trainer. Ich habe 14 Jahre mit ihm zusammengearbeitet - diese Zeit war wohl nicht so schlecht."

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