vergrößernverkleinern
Thomas Müller, Arjen Robben und Robert Lewandowski stehen am Anstoßkreis
Auf Thomas Müller, Arjen Robben, Robert Lewandowski (v.l.) und ihre Mitspieler begeben sich auf eine Reise ins Ungewisse © Imago

München - Das 8:0 gegen den HSV rückt für den FC Bayern schnell in den Hintergrund. Rummenigge spricht vor dem Achtelfinal-Hinspiel von "speziellen Voraussetzungen", Robben geht die Situation von Schachtjor Donezk ans Herz.

Für einen Moment wurde Arjen Robben nachdenklich und ernst.

Als der Niederländer über die schwierige Situation des kommenden Gegners Schachtjor Donezk, rückte das 8:0 des FC Bayern gegen den Hamburger SV in den Hintergrund.

"Wir sind Fußballspieler und Menschen, das geht ans Herz. Man verfolgt alles, was da passiert", sagte Robben und fügte hinzu: "Das ist schon im Kopf. Wir gehen da nicht hin und blenden das alles aus."

"Das alles" ist der Kriegszustand im Osten der Ukraine. Ist die Flucht eines ganzen entwurzelten Klubs ins über 1000 Kilometer entfernte Lwiw ganz im Westen des Landes.

Dank an die Kanzlerin

Karl-Heinz Rummenigge wählte ähnliche Worte wie Robben. "Wir wissen, dass es ein Spiel unter speziellen Voraussetzungen ist, völlig klar", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Der FC Bayern München sei immerhin zufrieden, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den jüngsten Verhandlungen in Minsk mit dazu beitragen konnte, dass es zu einem Waffenstillstand in der Ukraine kommen soll.

"Das macht die ganze Geschichte für uns ein Stück entspannter", sagte Rummenigge. Trotzdem: Ein mulmiges Gefühl bleibt.

Die Münchner fliegen am Montagnachmittag nach Lwiw. Nach dem Achtelfinal-Hinspiel am Dienstagabend (ab 20.15 Uhr LIVE im Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) geht es noch in der Nacht zurück in die Heimat.

Zwischendurch haben die Bayern ganz professionell eine Aufgabe zu erledigen. Es gilt, die prekäre Lage des Gegners für 90 Minuten auszublenden und dessen sportliche Stärken nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.

Schreckgespenst Luiz Adriano

Das betrifft insbesondere Luiz Adriano. Der Brasilianer, einer von vielen im Team des Milliardärs Rinat Achmetow, führt die Torschützenliste der Champions League in dieser Saison mit neun Treffern an.

"Ich weiß, dass Luiz Adriano mehr Tore als Messi in der Champions League gemacht hat. Wir müssen auf ihn gut aufpassen", sagte Juan Bernat zu SPORT1.

Der Spanier hält Schachtjor generell für "eine starke Mannschaft mit gefährlichen Spielern, die auf Konter ausgerichtet sind".

Befreiung für Offensivtrio

Sportlich dürfte Schachtjor die Bayern dennoch nicht zu sehr in Angst und Schrecken versetzen. Ganz im Gegenteil: Das 8:0 gegen den HSV, es war der vierthöchste Bundesliga-Sieg der Münchner, hat das Selbstbewusstsein des deutschen Rekordmeisters wieder deutlich nach oben schnellen lassen.

Vor allem die Offensive spielte sich frei.

Mario Götze und Thomas Müller trafen ebenso doppelt wie der seit Monaten in überragender Form agierende Robben. Für Rummenigge ist Robben "der beste Feldspieler der Welt, weil er weltklasse spielt und viele Tore schießt."

Und auch Robert Lewandowski war zur Stelle, steuerte das sechste Tor bei. Nach seinen mäßigen Auftritten zuletzt hatte das befreiende Wirkung.

"Für einen Stürmer ist ein Tor immer gut. Wenn du zwei, drei Spiele nicht triffst, fragen die Medien gleich: Warum ist das so?", gestand der Pole und verriet gleich das Gegenrezept: "Dann musst du ruhig bleiben und hart arbeiten."

Hoffen auf Alonso

Pep Guardiola war ebenfalls deutlich besserer Laune als in den Wochen zuvor.

"Unser Aufbauspiel war schneller als zuletzt", urteilte der Trainer: "Ich bin zufrieden, dass unsere Spielweise zurück ist.“

Für eine Stimmungsaufhellung sorgte zudem die Rückkehr von Franck Ribery, Holger Badstuber und Rafinha.

Sorgen bereitete einzig Xabi Alonso, dessen Oberschenkel zwickte. Zwar wurde das kurzfristige Fehlen des Spaniers durch den starken Bastian Schweinsteiger im Mittelfeld locker kompensiert. Trotzdem hoffen die Bayern, dass Alonso am Dienstag wieder zur Verfügung steht.

Video
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel